FUSSBALL – OBERLIGA Schulz und die Erkenntnisse des Trainingslagers

Lok setzt auf Geschlossenheit

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Jörn Schulz und sein Team haben die Tage im Harz bestmöglich genutzt.

Stendal – Der FC Bayern ist seit Jahren Stammgast in Katar. Hertha BSC und Eintracht Frankfurt zog es im Januar in die USA. Winter-Trainingslager sind im Profifußball ein Muss. Und auch der 1. FC Lok Stendal begab sich am vergangenen Wochenende auf Reisen.

Für Mannschaft und Trainer ging es nach Blankenburg in den Harz. Freilich ist die 22.000-Einwohner-Gemeinde nicht ganz so dekadent wie die Ziele der Bundesligisten, seinen Effekt hat der Kurztrip der Eisenbahner allerdings nicht verfehlt.

Neben einigen sportlichen Reizpunkten, von denen das Testspiel gegen Landesligist Blankenburger FV (8:0, AZ berichtete) den Schwerpunkt bildete, ging es Trainer Jörn Schulz im Harz vor allem um das Teambuilding. Es wurde zusammen gegessen, ausgegangen, Zeit miteinander verbracht. „Mir war es wichtig, die Mannschaft ein paar Stunden am Stück beieinander zu haben“, erklärt Schulz, „das war gut für den Zusammenhalt. Weil in der Oberliga, werden wir nur über die Geschlossenheit bestehen können.“ Aktuell rangieren die Stendaler als 13. mit 13 Punkten einen Platz über der Abstiegszone. Wenn es in gut anderthalb Wochen mit dem Heim-Nachholspiel gegen Greifswald losgeht, wird der 1. FC Lok also gleich wieder unter Druck stehen. Als größtes Manko der durchwachsenen Hinserie hat Schulz die Offensive ausgemacht. Die bisherigen Testspiel-Ergebnisse (8:4, 14:0, 8:0) lassen diesbezüglich Besserung erhoffen, wenngleich sie nur gegen unterklassige Gegner erzielt wurden. „Wir hatten wenig Gegendruck“, weiß auch der Lok-Coach.

Von den kommenden Vorbereitungsspielen gegen Barleben und Rot-Weiß Erfurt (U19) erwartet sich Jörn Schulz mehr Gegenwehr für seine Elf, um dann pünktlich zum Auftakt die nötigen Erkenntnisse ziehen zu können. Der RWE-Nachwuchs, gegen den am kommenden Mittwoch (18.30 Uhr) gespielt werden soll, hat sein Kommen übrigens unabhängig von der Insolvenz des Vereins zugesichert. Eine weitere Absage nach den gescheiterten Tests gegen Wolfsburgs U23 und Haldensleben, wäre aus Stendaler Sicht auch problematisch.

Die Duelle gegen Barleben und Erfurt taugen letztlich auch als Prüfstein für einige junge Spieler, die während der bisherigen Vorbereitung einen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben. Vor allem Angreifer Tim Seidel-Holland, bislang bestenfalls Edelreservist, ließ mit fünf Toren in zwei Spielen aufhorchen. „Man sieht bei ihm, dass er ein enormes Selbstvertrauen hat und einen guten Zug zum Tor. Er kann in Zukunft wichtig für uns werden, aber leider wirft ihn seine Gesundheit immer wieder zurück“, sagt Schulz über seinen 21-jährigen Nachwuchsstürmer, der aktuell wieder erkrankt pausieren muss.

Neben Seidel-Holland durften in Blankenburg auch Lukas Pfeiffer und Niklas Bittner aus der A-Jugend mit dem Oberliga-Team trainieren. „Diese Beiden, aber auch Philipp Werner, wollen wir in den kommenden Wochen Schritt für Schritt mehr einbinden. Natürlich ist es für sie ein langer Weg in die Oberliga, aber deshalb fangen wir jetzt auch schon früh mit ihnen an“, kommentiert Schulz.

VON TOBIAS HAACK

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