Basketballer Ferenc Gille auf dem Sprung in die 1. Liga

„28 Sekunden, auf die ich stolz bin“

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Ferenc Gille, Jungprofi beim Mitteldeutschen BC, begann einst beim VfL Kalbe mit dem Basketball-Sport. 

Kalbe. „Schade, dass ich nicht dabei sein konnte. Ich hätte den Jungen gerne einmal wiedergesehen“, bedauerte Thomas von Glahn, der „Mister Basketball“ des VfL Kalbe.

Dieser Junge ist Ferenc Gille, der als Zehnjähriger beim VfL mit der Korbjagd begann, inzwischen Profi beim Bundesligisten Mitteldeutscher BC ist und am vergangenen Sonntag mit dem SSV Einheit Weißenfels im Landespokal in seiner alten Wirkungsstätte weilte (AZ berichtete).

„Ich bin das erste Mal seit meinem Wechsel zur Sportschule wieder in Kalbe“, erzählt der inzwischen 19-Jährige, der in Kremkau aufgewachsen ist und am Sonntag auch einige Freunde wieder getroffen hat. „Meine Trainer waren Harry, Martin und Friedel“, erinnert sich der 2,05 Meter große Basketballer an seine Förderer beim VfL. Harald „Harry“ Lotsch und Martin Czubkowski waren am Sonntag sportliche Kontrahenten, was Thomas „Friedel“ von Glahn aufgrund einer Fahrt mit dem VfL-Nachwuchs zum Bundesliga-Spiel Braunschweig - Berlin verpasst hat.

„Ferenc hat als kleiner Junge mit Freunden an unserem Streetball-Turnier teilgenommen. Und die Jungs hatten Spaß an unserem Sport und kamen zum Training wieder. Ferenc war sehr willig, konnte gut springen, er war oft schneller als der Ball. Wir haben immer gesagt, da kommt unsere kleine Gazelle“, erinnert sich Thomas von Glahn. Und dann ist Ferenc in die Höhe geschossen und wurde zum Leistungsträger im VfL-Nachwuchs. „Seine gute Athletik war damals bereits seine Stärke, inzwischen trifft er viel besser“, stellte Harald Lotsch im Pokalspiel fest. 19 Punkte, darunter in der ersten Halbzeit ein krachender Dunking zum 31:28, steuerte Ferenc Gille zum 72:63-Sieg der Weißenfelser bei.

Über die Sportschule und durch sehr gute Leistungen in der Nachwuchs-Bundesliga bei dem MBC Junior Sixers hat Ferenc Gille auf sich aufmerksam gemacht. Im Vorjahr erhielt der Sohn eines Engländers und einer Altmärkerin beim Mitteldeutschen BC einen Profivertrag und ist als Trainingsspieler Teil des Profikaders der Wölfe. Seine Spielpraxis holt sich der Power Forward bei den BSW Sixers (BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen), mit denen er erst kürzlich den Aufstieg in die 2. Liga schaffte, und zuletzt auch beim SSV Einheit Weißenfels, der ohne die 230 Punkte des Ex-Kalbensers in zehn Spielen den Klassenerhalt in der Oberliga wahrscheinlich nicht geschafft hätte.

Am 2. April kam Ferenc Gille bei den Fraport Skyliners zu seinem ersten Einsatz in der Bundesliga „Es waren zwar nur 28 Sekunden, aber auf die bin ich stolz“, berichtet der Jungprofi, der auch schon von amerikanischen College-Teams beobachtet wird. Und Ferenc möchte in der nahen Zukunft noch mehr Bundesliga-Luft schnuppern. „Ich will den Sprung in die Bundesliga schaffen. Dafür trainiere ich täglich zweimal hart mit der Mannschaft. Ich bekomme dort nichts geschenkt, erhalte von den erfahrenen Spielern aber viele Tipps, die mir helfen.“

Seine Stärken und Schwächen beschreibt Ferenc wie folgt: „Ich habe eine gute Athletik, Sprungkraft und kann den gegnerischen Korb gut attackieren. Beim Wurf muss ich mich aber noch verbessern und schneller Entscheidungen treffen.“ Ferenc Gille arbeitet hart für den Erfolg. „Ich habe mein Leben dem Basketball verschrieben. Mal sehen, bis wohin mich dieser Weg führen wird“, träumt der 19-Jährige auch ein wenig von der National Basketball Association (NBA), der Profiliga in Nordamerika, die die stärkste der Welt ist.

„Vielleicht wird aus ihm mal ein neuer Dennis Schröder und er kommt dann auf Besuch nach Kalbe und gibt Autogramme“, hofft auch Thomas von Glahn, der dann nicht wieder fehlen wird.

Von Renee Sensenschmidt

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