AZ-Serie „Der Taktgeber“

Kevin Gebert will mit Eintracht Salzwedel in die Landesliga aufsteigen

vier Fußballspieler und ein Ball
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Kevin Gebert (r.), Kapitän des SV Eintracht Salzwedel, will mit seiner Mannschaft in die Landesliga aufsteigen.
  • Renee Sensenschmidt
    vonRenee Sensenschmidt
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Salzwedel – Sprichwörtlich heißt es „Der Kapitän geht als letztes von Bord“, doch mit Blick auf den Fußball muss es wohl eher heißen: „Der Kapitän geht stets voran“. Er ist meist der Kopf des Teams, übernimmt Verantwortung, reißt seine Mitspieler mit und ist nicht zuletzt auch meist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz. In unserer AZ-Serie „Der Taktgeber“ nehmen wir altmärkische Kapitäne genauer unter die Lupe und beleuchten ihren bisherigen Werdegang.

Beim SV Eintracht Salzwedel ist Kevin Gebert seit drei Jahren der Mannschaftskapitän. „In diese Rolle bin ich mit den Jahren hineingewachsen“, so der fast 31-Jährige, der seit 25 Jahren beim SVE Fußball spielt. Immer an der Seite von Gregor Roth. Beide sind Weggefährten, seit der Grundschule verbindet beide eine enge Freundschaft. „Wir teilen uns die Aufgaben auf und neben dem Platz“, so der Eintracht-Kapitän, der im Mannschaftsrat auch noch durch Julian Seehausen und Pascal Kreitz unterstützt wird.

Mit sechs Jahren begann die Fußball-Laufbahn von Kevin Gebert, Helga Hilgenfeld war seine erste Trainerin. Der Vater als Betreuer lange der Eintracht verbunden, der Bruder kickte ebenfalls. Da war der Weg auf den Fußballplatz vorprogrammiert. Anschließend durchlief der technisch starke Rechtsfuß alle Nachwuchs-Altersklassen und konnte sich dabei bis zur Verbandsliga bewähren. Seinen Spitznamen „Gabi“ erhielt der Mittelfeldspieler in der D-Jugend. „Ich bin da mal mit einer Perücke zum Training erschienen. Ab da war ich Gabi.“

Sein Debüt in der 1. Männer-Mannschaft gab Kevin Gebert im Alter von 17 Jahren in einem Spiel der Fußball-Landesliga gegen die TSG Calbe. Die Jeetzestädter konnten dieses Spiel zwar gewinnen, doch es wurde anschließend gegen die Eintracht gewertet. „Meinetwegen, weil ich noch nicht gemeldet war“, erinnert sich der Altmärker, der dieses Spiel auch aufgrund eines anderen Aspektes nicht vergessen hat, stand er doch mit Ronny Müller auf dem Platz, der im Nachwuchsbereich einer seiner Trainer war.

Als junger Spieler schaute Kevin Gebert zu den älteren Akteuren auf. „In diesem Alter muss man auf die Erfahrenen hören“, so der damalige Youngster, für den Mitspieler Marko Trostmann seitdem sein Vorbild ist, fußballerisch wie menschlich. Seine ersten Sporen im Männerbereich musste sich Kevin Gebert als Manndecker verdienen. Davon profitiert er bis heute, weiß er sich doch in den Zweikämpfen körperbetont einzusetzen. „Da habe ich mich an die harte Gangart im Männerbereich gewöhnt.“

Die Saison 2011/12 endete für die Eintracht mit dem Abstieg aus der Landesliga. Neun Leistungsträger hatten den Verein vor der Saison verlassen, die recht junge Mannschaft war nicht mehr konkurrenzfähig und landete mit nur sieben Punkten abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Im Nachhinein sieht Kevin Gebert die damals gemachten Erfahrungen positiv. „Wir mussten plötzlich Verantwortung übernehmen und haben viel gelernt.“

Die Rückkehr in die Landesliga ist das Ziel des jungen Familienvaters. Mehrfach hat die Eintracht dieses Ziel knapp verpasst, doch Aufgeben kommt für Kevin Gebert, der vor fünf Jahren einen Wadenbeinbruch wegstecken musste, nicht in den Sinn. „Es sollte noch nicht sein, doch es geht immer weiter. Ich will mit meiner Eintracht noch einmal in der Landesliga spielen.“ Im defensiven Mittelfeld will Gebert seinen Beitrag leisten und mit klaren Ansagen seine Mitspieler zu hoher Leistungsbereitschaft anspornen.

Dass „Gabi“ ein Mann der klaren Worte ist und stets Verantwortung übernimmt, hat ihm die Kapitänswürde eingebracht. „Er macht den Mund auf und spricht auch unbequeme Dinge innerhalb der Mannschaft und auch gegenüber dem Trainerteam an. Seine Erfahrung und sein Ansehen innerhalb der Mannschaft sind entsprechend solide. Er ist ein Spieler, der im Spiel immer wieder die Kommunikation mit dem Trainer sucht und von uns Entscheidungen fordert, wenn es notwendig ist“, hält Trainer Helge Kietzke große Stücke auf seinen Führungsspieler.

In Zeiten der Corona-Pandemie hat Kevin Gebert die zusätzliche Aufgabe, sein Team zusammen und bei Laune zu halten. Was für ihn nicht so einfach ist, denn unter der Woche ist er viel auf Montage. „Wir telefonieren viel und schreiben uns. Das ersetzt aber nicht den persönlichen Kontakt, man darf sich nicht aus den Augen verlieren. Unsere Team-Challenge war daher nicht nur zur Verbesserung unserer Fitness ein voller Erfolg. Auch bei unseren Arbeitseinsätzen auf der Flora haben wir gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind“, so Kapitän Kevin Gebert, der mit seinen Mitstreitern bereits eine weitere Challenge plant. „Wir pushen uns gegenseitig, zusammen macht es auch mehr Spaß.“ Denn wenn im Fußball irgendwann wieder ein wenig Normalität einkehrt und eine komplette Saison gespielt werden kann, wollen die Eintracht-Akteure gerüstet sein, um die Rückkehr in die Landesliga zu verwirklichen.

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