Fußball, Bundesliga: Stendaler VfL-Profi entfacht Druck auf die Etablierten

Seguin drängt sich auf

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Paul Seguin - der Stendaler in Diensten des VfL Wolfsburg - drängt in die Stamm-Elf der Wölfe

Wolfsburg/Stendal. Der FC Bayern München und Schalke 04 haben einen neuen Trainer, Borussia Dortmund hat sich auf mehreren Positionen namhaft verstärkt, Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl wird von der Konkurrenz umworben.

Wie in jedem Sommer ist in der spielfreien Zeit der Fußball-Bundesliga wieder viel los. Ein potenzielles Spitzenteam, das in diesen Tagen eher weniger von sich reden macht, ist der VfL Wolfsburg. So bekommen es auch nur die Wenigsten mit, dass in der Autostadt gerade der Stendaler Paul Seguin mit Nachdruck in die mögliche Stamm-Elf der Wölfe drängt.

Bereits im eher müden Saisonfinale des VfL fiel der Altmärker mit engagierten Leistungen auf. Als die Saison für die Niedersachsen mehr oder weniger gelaufen war und zahlreiche Stammkräfte fehlten, gab Trainer Dieter Hecking Seguin die ersten Bundesliga-Einsätze im defensiven Mittelfeld. Der damals 20-Jährige nutzte die Chance und bot sich an. Immerhin musste Seguin seit seiner Berufung in den Profikader knapp zwei Jahre auf seine ersten Bundesliga-Minuten warten. Ein Strohfeuer in der Karriere des Stendalers dachten die Experten, nicht zuletzt aufgrund der großen Konkurrenz mit Luiz Gustavo, Maximilian Arnold oder Joshua Guilavogui. Im Sommer nun verpflichtete der VfL auch noch Yannick Gerhardt aus Köln und ließ sich den Neuzugang 13 Millionen Euro kosten. Gerhardt spielt ebenso wie Seguin im defensiven Mittelfeld.

Für viele Talente wäre in einer ähnlichen Situation nur noch ein Leihgeschäft zu einem schwächeren oder unterklassigen Konkurrenten sinnvoll. Doch Seguin und der VfL planen anders, und das obwohl der Sohn von FCM-Legende Wolfgang Seguin in zweieinhalb Jahren lediglich auf 177 Bundesliga-Minuten gekommen ist. Bereits im März verlängerte der Klub Seguins Vertrag bis zum Sommer 2018.

In der aktuellen Saisonvorbereitung zahlt der Stendaler das in ihn gesetzte Vertrauen zurück. Bislang zählt er zu den Gewinnern des Sommers, während seine Konkurrenten Arnold und Gustavo verletzt zuschauen. „Es ist die Möglichkeit, sich in den Vordergrund zu spielen“, betonte Hecking. Seguin scheint diese Möglichkeit zu nutzen und traf zuletzt im Test gegen Celtic Glasgow (1:2). „Er hat einen richtigen Schritt nach vorne gemacht“, lobt der Coach.

Von Tobias Haack

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