Handball-Verbandsliga: SGS feiert ersten Saisonsieg gegen Stendal / Gäste-Trainer Ziekau sauer

Seehausen reicht die Krise weiter

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Arne Werneke und die SG Seehausen (rechts) kamen im Derby mit dem HV Lok Stendal und Andre Hentschke zu einem verdienten 27:20-Erfolg.

Seehausen. Die SG Seehausen hat am Samstagabend das Verbandsliga-Derby gegen den HV Lok Stendal deutlich mit 27:20 gewonnen und damit seinen ersten zweifachen Punktgewinn der laufenden Spielzeit gefeiert.

Was bei der SGS für Erleichterung sorgte, verursachte im Stendaler Lager lange Gesichter. Die Rolandstädter mussten sich in der Tabelle von den Wischestädtern überholen lassen und übernahmen zudem die Krisenstimmung der zuvor verunsicherten Hallenherren.

Lok-Trainer Frank Ziekau, der sein Team zuletzt im Aufwärtstrend gesehen hatte, hielt mit seiner Enttäuschung nach der Schlusssirene dementsprechend nicht hinter den Berg. „Die waren am Boden und jetzt kriegen die wieder Morgenluft. Wir hätten wegziehen können, stattdessen geht es jetzt wieder so los wie letztes Jahr“, schimpfte Ziekau mit Blick auf die Tabelle. In der Tat wäre ein Auswärtssieg des HV Lok im Abstiegskampf befreiend gewesen und die Chance dazu war durchaus vorhanden. „Wir müssen zur Pause 20:10 führen und dann wäre das Ding schon durch gewesen“, ärgerte sich Ziekau, dass seine Sieben die spürbare Verunsicherung der SG Seehausen nicht auszunutzen wusste. Stattdessen passte sich Stendal an, sodass sich ein offener Schlagabtausch mit vielen Fehlern aber immerhin auch einigen Toren auf beiden Seiten entwickelte. Weder die SGS noch Lok verstanden es, in Abschnitt eins die Partie unter Kontrolle zu bringen, sodass es mit einem knappen 13:11 in die Kabinen ging.

Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischte dann Seehausen, womit die Begegnung schon entschieden war. Im Gegensatz zum Derby gegen Osterburg (34:36) in der Vorwoche, zeigte Lok nun keine sonderlich große Moral mehr. Seehausen ging mit 17:13 in Führung und hielt seinen Vorsprung bis in die Schlussphase hinein. Dort ließ Stendal, das mit einem recht dünnen Kader in den Norden gereist war, dann weiter abreißen und geriet letztlich mit 20:27 unter die Räder. Auch die Maßnahme, SGS-Torjäger Alexander Söhnel in Manndeckung zu nehmen, rettete Stendal nicht. Im Gegenteil, fand etwa SGS-Trainer Frank Leo: „Ihr Plan ist nicht aufgegangen. Durch die Deckung von Söhnel haben unsere Youngster mehr Freiheiten bekommen und sind richtig in Gange gekommen. Sie haben das Spiel entschieden.“ Doch nicht nur die Jugend bescherte Seehausen den ersten Sieg. Auch eine wesentlich verbesserte Defensive ließ vor den zahlreichen Zuschauern in der Halle das Pendel in Richtung Seehausen ausschlagen.

• SG Seehausen (Tore): Nöhring, Johannis - A. Söhnel (3), Philipp (1), Krüger (2), Weber (7), Fiedler (1), Wille (1), Cornehl (1), C. Söhnel (1), Wernecke (1), Bertram (4), Liepelt (5).

• HV Lok Stendal: Kurze, Vogel - Schumann, Leinung (7), Stephan (2), Hentschke (5), Tembe (4), Heper (2), Hornuff, Elsner.

Von Tobias Haack

Seehausen: Befreiungsschlag im Handball-Derby

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