Schwimmen

Isabel Gose: Aus der Altmark zu Olympia nach Tokio

Schwimmerin Isabel Gose bei der Olympia-Qualifikation in Berlin.
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Ein Siegerlächeln, das Bände spricht: Schwimmerin Isabel Gose, deren Wurzeln in Osterburg liegen, hat die Olympia-Qualifikation auf drei Freistil-Strecken geschafft.
  • Sabine Lindenau
    VonSabine Lindenau
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Magdeburg/Osterburg – Aus der kleinen Altmark in die große weite Sportwelt: Isabel Gose hat es geschafft. Im zarten Alter von vier Jahren hat sie schwimmen gelernt. Heute, 14 Jahre später, verbringt sie täglich bis zu vier Stunden im Wasser.

„Ich kenne es nicht anders und würde es auch gar nicht anders wollen“, erzählt die 18-Jährige. Am Wochenende hat sie bei der Olympiaqualifikation des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) in Berlin auch ihr drittes Olympia-Ticket gelöst. Im August geht die Freistil-Schwimmerin in Tokio auf den 200, 400 und 800 Metern an den Start. Zusätzlich ist sie in der Staffel gesetzt. Viel Zeit, ihre Familie, die im ostaltmärkischen Osterburg zu Hause ist, zu besuchen, bleibt nicht.

„Aber ich bin hier näher dran an meiner Familie“, ist Isabel Gose froh, vor einem Jahr aus Heidelberg zum SC Magdeburg gewechselt zu sein. Ihr jüngerer Bruder geht in Magdeburg auf die gleiche Schule, schwimmt ebenfalls beim SCM. Sie fühlt sich wohl in der Landeshauptstadt. „Ich bin super aufgenommen worden. Und ich habe volles Vertrauen in die Trainer.“ Das Umfeld passt, die Trainingsbedingungen auch. Und das Team arbeite super professionell. Bundestrainer Bernd Berkahn trainiert auch intensiv mit ihr an ihrer Technik. „Da gibt es noch viel Potenzial“, erzählt sie schmunzelnd. Dass es technisch bisweilen noch hapert, sieht nur der Profi. Wer ihre Ergebnisse kennt, ist beeindruckt. Die 18-Jährige hat schon jede Menge Titel eingeheimst, ist die Jüngste im deutschen Olympiateam und in jungen Jahren schon unheimlich weit. In Berlin überzeugte sie die Trainer mit zwei persönlichen Bestzeiten. Die 200-Meter-Strecke legte sie in 1:56,93 zurück, die 400 Meter in 4:05,19. Die 800 Meter hatte sie bereits eine Woche zuvor beim Stützpunktwettkampf in Magdeburg in 8:26,37 geschafft.

Es kommt immer darauf an, wie es läuft. Aber ich würde fast schon sagen, dass mir die 400 Meter am meisten Spaß machen.

Schwimmerin Isabel Gose über ihre Lieblingsstrecke

Bei der DSV-Qualifikation am Wochenende standen die 200 Meter im Mittelpunkt, da ihr hier noch die Norm für Tokio fehlte. „Ich war erleichtert, dass es direkt am Freitag geklappt hat.“ Über ihre kürzeste Distanz, die 100 Meter, hat es am Ende ganz knapp nicht gereicht. Die Mittelstrecken liegen Isabel Gose aber eher, ohne dass sie eine Lieblingsstrecke hat. „Es kommt immer darauf an, wie es läuft. Aber ich würde fast schon sagen, dass mir die 400 Meter am meisten Spaß machen.“ Auch an den 800 Metern hat sie wieder Gefallen gefunden. „Aber wenn die so weh tun wie in Berlin, dann macht es ab einem gewissen Punkt keinen Spaß mehr“, war sie schon etwas müde.

Die Erschöpfung ist der großen Freude gewichen, bei den Olympischen Spielen dabei sein zu können. An mögliche Medaillen möchte sie momentan aber noch nicht denken. Zumindest ein Finale zu erreichen, das wünscht sie sich. Viele Wettkämpfe stehen bis August nicht mehr an. Aber ein Höhentrainingslager in der Sierra Nevada ist im Vorfeld angedacht. Doch in Zeiten von Corona sei es schwierig zu planen. Isabel Gose bleibt aber optimistisch. Sie hat in den zurückliegenden Monaten hart für ihren Traum trainiert. „Ich könnte gar nicht ohne“, macht sie deutlich, wie wichtig ihr der Schwimmsport ist. In Magdeburg hat sie in den zurückliegenden Monaten noch einmal einen Leistungssprung gemacht. Und will sich weiterentwickeln. Der Unterstützung ihrer Familie, die von Osterburg aus die Daumen drückt, kann sie dabei sicher sein.

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