FUSSBALL Osterburg-Coach Schmidt pokerte mit Saisonziel bewusst hoch

Schwankend, aber nicht panisch

+
Durchwachsener Start: Lennart Metzlaff (l.). Mit seinen 19 Jahren steht er wie viele seiner Mannschaftskollegen für die gute Jugendarbeit des Osterburger FC.

Osterburg – Wenn ein Trainer eine Mannschaft zu Saisonbeginn übernimmt, kommt er an einer Zielsetzung nicht vorbei. So auch Uwe Schmidt, der seit Sommer beim Fußball-Landesklassisten Osterburger FC als Coach in der Verantwortung steht. Der fünfte Platz sollte erreicht werden.

Aktuell hängt der mit jungen Spielern gespickte OFC seinen eigenen Zielvorgaben etwas hinterher.

Im Gespräch mit der Altmark Zeitung ordnet Uwe Schmidt die Leistungsschwankungen seiner Osterburger Mannschaft ein und offenbart das von ihm bewusst hoch gewählte Saisonziel.

Neunter Platz, sieben Punkte aus sieben Landesklasse-Spielen und 23:22-Tore. So liest sich Osterburgs Bilanz nach rund einem Viertel der Saison. Dennoch zeigt der jüngste Trend nach unten. Seit dem 12:0-Spektakel vom 31. August beim westaltmärkischen Aufsteiger SSV Gardelegen II sind die Biesestädter in der Liga sieglos. Es folgte eine 2:3-Derbypleite gegen den Liga-Neuling und Nachbarn Rossauer SV. Daraufhin zeigte der OFC Moral und holte einen Zähler nach zwischenzeitlichem 0:2 gegen Rot-Weiß Arneburg.

Beim zuletzt im Aufwärtstrend liegenden FSV Saxonia Tangermünde leistete sich die Schmidt-Elf einen Ausrutscher – 0:8. Gegen Titelmitanwärter Eintracht Salzwedel (1:2) passte die Leistung, aber das Endergebnis nicht. „Sie können noch nicht immer ihr wahres Potenzial abrufen“, sagt Schmidt über die Leistungsschwankungen seiner vielen jungen Spieler. Dass die Biesestädter seit Jahren mit jugendlicher Frische brillieren und damit erfolgreich sind, ist kein Geheimnis. Angesprochen auf den schwankenden Saisonstart antwortet Schmidt kurz und knapp: „Sehr durchwachsen, denke ich.“ Dafür vertröstet das Abschneiden im Altmarkstrompokal – Schmidt und Co. stehen im Viertelfinale.

Positive Beobachtungen macht der Trainer, der in der Vorsaison noch selbst die Fußballschuhe für den OFC schnürte, dennoch. Der ein oder andere Spieler habe eine Leistungssteigerung hingelegt. Ein Manko gibt es aber: Osterburg könne Schmidts Meinung nach die eigene Leistung nicht konservieren. Daran müsse er mit seiner Mannschaft arbeiten. „Das ist eine sehr talentierte Truppe. Es ist nicht ganz so gut gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir laufen unserer Form so ein bisschen hinterher“, erkennt Schmidt mit Blick auf die Tabelle. In der Landesklasse gebe es eine hohe Leistungsdichte, so der Coach. Es seien Ergebnisse dabei, wo jeder jeden schlagen könne.

Vom letzteren Punkt ist Osterburg noch weit entfernt. Und pokerte daher bei der Zielsetzung vor Saisonbeginn etwas zu hoch. Schmidt wollte an der Seitenlinie als Neu-Trainer Schwung in die Mannschaft bringen. Vorgänger Ronald Göthe schloss die vergangenen vier Landesklasse-Spielzeiten auf einem einstelligen Tabellenplatz ab. Da steht der OFC als aktueller Neunter auch. Doch Schmidt wollte mehr. Und damit anscheinend etwas zu viel.

„Platz fünf ist eher meiner Mentalität geschuldet: Einfach hoch ansetzen und gucken, wie nah am ran kommt“, spekulierte der 29-Jährige, der ergänzt, dass die Zielsetzung schon bewusst gewählt sei. Schmidt wisse ohnehin, dass es schwer sei, den fünften Platz zu erreichen. Momentan ist aber auch nicht alles schlecht an der Biese. Deshalb verfällt der OFC trotz des schwankenden Starts nicht in Panik.

Die Mentalität und der Umgang miteinander innerhalb der Mannschaft stimmen nach wie vor. Das ist neben dem jungen Osterburger Altersschnitt ein Aspekt, der bereits unter Göthe zu beobachten war. „Wir haben eine Trainingsbeteiligung, die bei 15 bis 20 Spielern liegt. Sie halten alle zusammen“, kann sich Schmidt über das Innenleben nicht beklagen. Seiner Elf fehle die Erfahrung, meint er. Ihm selbst als Trainer eventuell auch. Dafür ist Schmidts Ehrgeiz aber zu groß, um in seiner ersten Spielzeit als Übungsleiter nur tiefzustapeln.

VON PATRICK NOWAK

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare