Fußball-Landesliga: Tangermünde trotz spätem Ausgleich gegen Burg jetzt auf Abstiegsplatz

Ein Schuss, ein Tor, ein Punkt

Michael Fraaß (links) wurde für Tangermünde am Sonnabend in der Schlussminute unverhofft zum Mann des Spiels, als er zum Ausgleich gegen Burg traf. Foto: Haack

Tangermünde. Unmittelbar nach dem Abpfiff des Heimspiels gegen Meister Burg konnte man meinen, dass bei Saxonia Tangermünde das zurückgekehrt ist, was man im Abstiegskampf am dringendsten benötigt: Das Glück.

Nach dem Bekanntwerden der Ergebnisse der direkten Konkurrenz aus dem Tabellenkeller war das kurze Stimmungshoch der Saxonen aber schon wieder verflogen. Trotz des Punktgewinns gegen den BBC ist Tangermünde auf einen Abstiegsplatz gerutscht.

Verfolger Irxleben gewinnt in Bismark mit 4:2, Schönebeck schöpft nach einem 3:1-Sieg in Krevese nun ebenfalls wieder Hoffnung. Ausgerechnet die Schützenhilfe der beiden anderen altmärkischen Landesligisten blieb den Tangermündern an diesem Wochenende verwehrt. „Das war doch klar. In der Altmark hilft sich niemand untereinander“, meinte Saxonia-Trainer Heiko Gödecke nach der Partie seines Teams trotzig.

Hilfe gab es am Sonnabend dafür von anderer Stelle. Der bislang ungeschlagene Burger BC – seit dem vergangenen Wochenende Meister und Verbandsligaaufsteiger – reiste nur mit elf Leuten nach Tangermünde. Einer davon Co-Trainer Christian Gille. Der Rest des Meisterkaders half der eigenen Reserve im Kreisoberliga-Abstiegskampf. Doch auch mit elf Leuten war Burg den Gastgebern in allen Belangen überlegen. Die Gäste wirkten frischer, waren immer einen Schritt schneller am Ball, gewannen die wichtigen Zweikämpfe und hatten eine bessere Spielanlage als Tangermünde, das dem Gegner mit großem Respekt entgegen trat. „Man hat fußballerisch den Klassenunterschied gesehen“, gestand auch Gödecke ein.

Burg machte das Spiel, Saxonia verteidigte und versuchte die Lücken mit viel Laufarbeit zu stopfen. Es entwickelte sich eine Partie mit wenigen Höhepunkten. Einem Eigentor von Saxonias Aushilfsverteidiger Per-Erik Lange verweigerte Schiedsrichter Maximilian Scheibel wegen Abseits die Anerkennung (13.). Sonst geschah nicht viel. Die Führung für die Gäste fiel nach einem Distanzschuss von Patrick Bartsch aus halblinker Position, der durch Freund und Feind hindurch im langen Eck einschlug – 0:1 (41.).

Auch nach dem Wechsel blieb Tangermünde zunächst seiner Defensivtaktik treu und fand mit seinen wenigen Kontern gegen die beste Abwehr der Liga auch überhaupt keine Lücken. Burg hingegen drängte auf das zweite Tor, fand aber nun mehrfach seinen Meister in FSV-Keeper Dave Kuß, der mit einigen Paraden das 0:1 festhielt.

In der 90. Minute war es dann ein Verzweiflungsball vom eingewechselten Robert Vorwerk, den Burgs Innenverteidiger völlig falsch berechneten und somit Michael Fraaß die erste ernsthafte Tangermünder Chance im Spiel bescherten. Der Routinier behielt die Nerven und traf zum umjubelten 1:1-Endstand.

„Es war von der kämpferischen Leistung her ein verdienter Punkt für uns“, freute sich Gödecke, bevor die anderen Ergebnisse in Tangermünde ankamen.

Von Tobias Haack

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare