Fußball – Oberliga: 1. FC Lok Stendal geht gegen ein starkes Blau-Weiß Berlin mit 0:5 (0:5) unter

Schulz-Debüt missglückt komplett

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So viel Einsatz wie Johannes Mahrhold (links) in diesem Zweikampf gegen Marcel Czekalla zeigten die Stendaler in den 90 Minuten selten. Die hoffnungslos unterlegenen Altmärker gingen gegen Blau-Weiß Berlin mit 0:5 baden und verdarben ihrem neuen Trainer Jörn Schulz (eingeklinkt) somit den Start. 

Stendal. Wie der Einstand von Trainer Jörn Schulz beim 1. FC Lok Stendal am Sonntag gegen Blau-Weiß Berlin gelungen war, konnte man ziemlich einfach am Protagonisten selbst ablesen.

Mit leerem Blick, den Händen in den Taschen und vom Regen durchtränkt beobachtete der 41-Jährige die Schlussphase eines denkwürdigen Spiels. Ein Spiel, in dem die Lok ihre Grenzen aufgezeigt bekam. Ein Spiel, in dem sie phasenweise vorgeführt wurde – von einem Gegner, der im Vorfeld tabellarisch auf Augenhöhe lag. Die Partie, die endgültig eine Aufholjagd im Abstiegskampf einläuten sollte, wurde zu einem Desaster. Die Gäste setzten sich locker mit 5:0 (5:0) durch und hätten bei Bedarf noch höher gewinnen können.

Schulz setzte bei seinem Debüt vor 293 Zuschauern im Stadion „Am Hölzchen“ auf die Mannschaft, die zuletzt drei Siege in Serie errungen hatte. Das kam wenig überraschend. Anders als der Fehlstart, den die Eisenbahner in den ersten 20 Minuten hinlegten. Zunächst waren es zwei Eckbälle von der rechten Seite, die prompt zu den ersten Berliner Treffern führten. Robin Mannsfeld traf per Direktabnahme aus dem Rückraum (2.), Marcel Czekalla, indem er bei einem zweiten Ball am schnellsten reagierte (9.). Es war ein Horrorstart für den 1. FC Lok und seinen neuen Trainer. Infolge eines groben Stellungsfehlers von Tim Schaarschmidt folgte sogar noch Gegentreffer Nummer drei. Dieses Mal ließ sich der überragende Kevin Gutsche nicht zweimal bitten (19.). Zu diesem Zeitpunkt war die Partie für die Stendaler bereits verloren. „Dass wir hier so effektiv spielen, konnte man natürlich nicht ahnen“, staunte auch Gäste-Trainer Marco Gebhardt nicht schlecht.

Seine Mannschaft drehte bis zur Pause richtig auf und sprühte trotz schwieriger Witterungsbedingungen nur so vor Spielfreude. „Wir haben richtig gut Fußball gespielt und der Gegner hat es zugelassen“, hielt der ehemalige Bundesliga-Profi, der auch eine Stendaler Vergangenheit als Spieler hat, fest. In der Tat machten es die Altmärker dem Kontrahenten erschreckend leicht. So war es für Blau-Weiß auch keine große Aufgabe, bis zur Pause noch zwei weitere Treffer heraus zu kombinieren. Beim 4:0 von Czekalla sah Lok-Keeper Bryan Giebichenstein schlecht aus. Das 5:0 (44.) von Nicolai Kitzing entsprang einem Angriff über etliche Stationen, ohne dass Lok auch nur eine Chance gehabt hätte, an den Ball zu kommen.

„Wir wollten aggressiv sein und Druck machen, warum uns das nicht gelungen ist, kann ich mir nicht erklären. Ein Grund war sicherlich das frühe Gegentor“, rätselte Schulz nach dem Debakel über dessen Ursachen. Dass es beim 5:0 blieb, hatte Lok der Tatsache zu verdanken, dass Berlin nach dem Wechsel in den Schongang schaltete. Als die Hauptstädter dann doch noch mal gefährlich durchbrachen, zog Giebichenstein eine Notbremse. Als Kirsche auf der Torte kassierte Stendal somit sogar noch einen Platzverweis (65.). Es passte einfach in das Bild eines komplett misslungenen Nachmittags.

„Wir waren von Anfang an nicht auf dem Platz. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen. Berlin konnte mit uns spielen, was sie wollten“, sparte Moritz Instenberg nicht mit Selbstkritik. Einen schlechteren Start hätte das Team dem neuen Trainer auch nicht bescheren können.

Von Tobias Haack

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