FUSSBALL – 3. LIGA FCM-Sportdirektor tritt Amt an / Suspendierte zurück

Schork beschwört Teamspirit

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Lutz Petermann (l.) und Präsident Peter Fechner (r.) begrüßten gestern Otmar Schork als neuen Sportdirektor des 1. FC Magdeburg.
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Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Lutz Petermann (l.) und Präsident Peter Fechner (r.) begrüßten gestern Otmar Schork als neuen Sportdirektor des 1. FC Magdeburg.
  • Sabine Lindenau
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Magdeburg – Er will dem 1. FC Magdeburg zu altem Glanz verhelfen. „Das Flaggschiff des Vereins wieder auf Kurs bekommen und wieder in ruhigere Fahrwasser leiten“, wie er sagt. Gestern stellte sich Otmar Schork als neuer Sportdirektor vor.

Der 63-Jährige bringt jede Menge Erfahrung aus der 2. Bundesliga mit, kennt aber auch die 3. Liga bestens.

Seine erste Amtshandlung war gestern, die Suspendierung von Jürgen Gjasula und Sören Bertram aufzuheben. Beide haben am Nachmittag schon wieder am Training teilgenommen.

„Hallo Magdeburg!“ Otmar Schork lächelte in die Kamera. Dass er sich auf die Herausforderung freut, war dem neuen Sportdirektor anzusehen. Mit dem SV Sandhausen hat er viel erreicht. Und er ist überzeugt davon, auch den FCM aus dem Tabellenkeller zu führen. Was war, wolle er außen vor lassen und nach vorn blicken. „Es ist eminent wichtig, den Teamspirit zu entwickeln.“ Der Sieg am Sonnabend gegen den FC Bayern München II habe ihm gezeigt, dass der Verein auf dem richtigen Weg ist. Dass es gelingen kann, die vielen Schwächephasen der zurückliegenden Wochen abzustellen. Aber eben auch nur, wenn Eitelkeiten keine Rolle spielen. Immer wieder betonte Schork gestern den Mannschaftsgeist. Auch in den „Sechs-Augen-Gesprächen“, die er am Morgen gemeinsam mit Trainer Thomas Hoßmang und den Suspendierten geführt hat. „Die Gespräche waren klar und deutlich. Ich hoffe, dass sie zielführend sein werden.“

Für Gjasula und Bertram gehe es nun erst einmal darum, den Ist-Zustand zu ermitteln. Wie hoch der Nachholbedarf nach den zwei Wochen ist, werde der Trainerstab klären. Den Rückstand aufzuholen, werde der erste Schritt für die Routiniers sein. Schork wird aber auch mit den anderen Profis das intensive Gespräch suchen. „Mir ist wichtig, wie der Mensch hinter dem Spieler ausschaut.“ Alle müssten an einem Strang ziehen, sprach er von Werten wie Leidenschaft, Fleiß, Emotionen und den Vorgaben des Trainers. Er werde die Werte vorleben, versprach der Sportdirektor.

Die Entscheidung pro Schork sei am vergangenen Donnerstag mehrheitlich im Aufsichtsrat und Präsidium getroffen worden, blickte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Lutz Petermann zurück. Seinen Worten zufolge befassen sich die Gremien seit Jahresbeginn mit der strategischen Entwicklung. Wie wichtig im Zuge der strukturellen Änderungen die Position der sportlichen Leitung ist, zeige die bedrohliche Tabellensituation. „Es war für uns oberste Priorität, den Posten zu besetzen, weil wir auch dafür sorgen müssen, dass in unserem Verein Ruhe in die Entwicklung kommt, um uns sportlich stabilisieren zu können“, betonte Präsident Peter Fechner. Er zeigte sich überzeugt, dass Schork dieser Mammutaufgabe gewachsen ist.

Schon Ende September hatte der Aufsichtsrat Kontakt zu ihm aufgenommen. Nach einem ersten Treffen beim Spiel bei 1860 München schaute sich Schork die Heimspiele gegen Türkgücü München und Wehen Wiesbaden von der Tribüne aus an, saß mitten unter den Fans. „Da habe ich gespürt, welche Leidenschaft da ist. Und dass Magdeburg eine Fußballstadt ist, dass der Fußball hier gelebt wird.“ Das alles seien Punkte gewesen, die dazu geführt hätten, den Posten anzunehmen.

Bereits am Sonnabend nach dem Sieg habe er der Mannschaft gesagt, dass er der neue Sportdirektor ist. Es sei ihm wichtig gewesen, dass die Spieler die Nachricht zuerst erfahren. Am Sonntag führte er ein erstes intensives Gespräch mit Thomas Hoßmang. In den nächsten Tagen will er auch den Trainerstab, das Funktionsteam und die medizinische Abteilung kennenlernen. Und dann beginnt die Mission Klassenerhalt so richtig.

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