Möringer SV holt 16 Punkte in Minimalbesetzung / Seit 6. Oktober wartet die Klenge-Elf auf einen Sieg

Zu schnell zufrieden: Es war mehr drin

David Berr (Mitte) ist beim Landesligisten Möringer SV nicht nur einzige Sturmspitze, sondern hat in der Hinrunde auch schon fünf Mal getroffen. Foto: Buchholz

cbu Möringen. Richtig stark begonnen, dann aber auch ganz schön nachgelassen. Wirklich unzufrieden sind die Fußballer des Möringer SV mit ihrer Hinrunde in der Landesliga trotzdem nicht.

Schließlich haben sie nach der Hälfte der Saison 16 Punkte auf dem Konto – zehn mehr als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. „Es war allerdings mehr für uns drin“, glaubt MSV-Trainer Mike Klenge, der die Gründe für die abnehmende Formkurve ganz genau kennt.

„Der Kader hat im Laufe der Hinrunde immer weiter abgenommen“, erklärt der Coach. Oft standen ihm nur elf oder zwölf Spieler zur Verfügung, Wechselalternativen oder Konkurrenzkampf im Training – das gab es in Möringen eigentlich nicht. Nach den beiden Siegen zum Saisonstart gegen den Lokalrivalen Bismark (1:0) und den VfB Ottersleben (3:0) fand sich der MSV ganz oben in der Tabelle wieder. Weitere Zähler kamen hinzu, die Abstiegsränge waren weit entfernt.

„Bei meinen Jungs hat sich eine gewisse Zufriedenheit eingestellt“, erkannte Klenge. Das habe dazu geführt, dass in wichtigen Situationen die letzten Prozentpunkte nicht abgerufen wurden. „Wenn ein bisschen mehr Druck da gewesen wäre, hätten wir zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht noch ein paar Zähler mehr“, mutmaßt der Coach. Doch Fußball findet nicht im Konjunktiv statt.

Nach dem guten Saisonstart rutschten die Ostaltmärker immer weiter in der Tabelle ab. Das hatte natürlich damit zu tun, dass sie seit dem 3:1-Erfolg gegen Grün-Weiß Potzehne am 6. Oktober auf einen Dreier warten. Eine lange, schier endlose Zeit. Zwischendurch gab es lediglich ein paar Unentschieden, so wie gegen die TSG Calbe am 24. November. Das Spiel ist Klenge noch in ausgesprochen guter Erinnerung. Nach einem 0:2-Rückstand zeigten die ersatzgeschwächten Möringer nämlich richtig gute Moral und schafften noch das Remis. Da habe man gesehen, was bei seinen Jungs möglich sei, erinnert sich Klenge. Er betont immer wieder: „Ich weiß, dass meine Jungs mehr können. Sie rufen es nur zu selten ab.“

Erfolgreich war definitiv die taktische Umstellung, die Mike Klenge aufgrund des Personalmangels zum Landespokal-Spiel beim SV Staßfurt vornehmen musste. Seither spielt der MSV nämlich mit einem Libero, zwei Viererketten und einem Stürmer. „Aufgrund des kleinen Kaders habe ich gar keine andere Alternative und nach dem Kreuzbandriss von Stefan Haupt auch keine zwei Stürmer“, erklärt der Trainer, der zudem ein großer Freund von einer sicheren Defensive ist. Dieses Spielsystem sei zwar weniger attraktiv, dafür aber einigermaßen erfolgreich.

Die Winterpause hatten die Möringer Kicker bitter nötig, derzeit können die Spieler ihre Blessuren auskurieren. Zur Rückrunde soll dann Sascha Moll langsam wieder ins Team eingebunden werden. Im zentralen Mittelfeld, das sei die richtige Position für ihn, sagt Klenge, der auch in der Rückrunde mit einem kleinen Kader arbeiten muss. Vor dem Start am 9. Februar will sein Team ordentlich trainieren. „In der zweiten Halbserie nimmt das Niveau bei den meisten Teams erfahrungsgemäß ab. Da sollten wir dagegen halten“, so Klenges Meinung. Das Ziel lautet nämlich Klassenerhalt.

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