FUSSBALL – OBERLIGA 1. FC Lok Stendal gegen Rostock II unter Druck

Schicksalstag am „Hölzchen“

+
Patrick Baudis ist gegen den FC Hansa Rostock II wieder ein Kandidat für die Startelf.

Stendal – Der akut abstiegsbedrohte 1. FC Lok Stendal steht in der Fußball-Oberliga vor einem Wochenende, das sein Schicksal vorentscheiden könnte.

Während die Altmärker morgen ab 14 Uhr den FC Hansa Rostock II im heimischen Stadion „Am Hölzchen“ empfangen, kommt es heute in Malchow (gegen Altlüdersdorf) und am Sonntag in Staaken (gegen Brandenburg) zu direkten Duellen, in denen sich die Abstiegskonkurrenz – im Falle einer Stendaler Niederlage – von den Eisenbahnern distanzieren könnte.

Nach zuletzt zwei deutlichen Pleiten ist eine derartige Drucksituation aktuell eigentlich das Letzte, was die Mannschaft von Trainer Jörn Schulz gebrauchen kann. Doch eine Wahl hat sie nicht. Die Voraussetzungen sind simpel: Entweder gegen Hansa wird gewonnen, oder die Aussichten im sportlichen Überlebenskampf sinken ins Hoffnungslose. „Es gibt keine Ausreden mehr. Die Jungs müssen jetzt über ihre Grenzen hinaus gehen und alle Nebensächlichkeiten ausblenden“, fordert Schulz von seinem Team die totale Hingabe.

Doch um die Wünsche des Trainers in die Tat umzusetzen, benötigt die Lok-Elf neben Leidenschaft und Vertrauen in die eigenen Stärken auch einen freien Kopf. Und genau darin liegt beim Tabellenvorletzten derzeit ein Problem. „Man hat die Verunsicherung auch im Training gemerkt“, berichtet Schulz, der Glaube und Kampfgeist dieser Tage vorlebt. Dass der Funke auf seine Mannschaft überspringt, kann der 41-Jährige nur hoffen. „Wir müssen alles ausblenden und dann erwarte ich von meiner Mannschaft, dass sie alles investiert.“ Verbesserungspotenzial war schließlich zuletzt in allen Mannschaftsteilen offensichtlich.

Defensiv kassiert der 1. FC Lok zu viele Gegentreffer, offensiv mangelt es an Durchschlagskraft. Vor dem schwierigen Heimspiel gegen die drittbeste Rückrundenmannschaft steht Schulz vor der anspruchsvollen Aufgabe, die richtige Balance zu finden. „Das ist vielleicht unsere größte Baustelle“, meint der Trainer. Abhilfe könnten drei Rückkehrer schaffen. Steven Schubert wird nach abgesessener Gelbsperre im zentralen Mittelfeld gesetzt sein. Neben ihm konnte Patrick Baudis unter der Woche wieder voll trainieren und drängt ebenfalls zurück in die Startelf. Niclas Buschke ist nach seinem Urlaub zwar wieder am „Hölzchen“ eingetroffen, wird nach drei Wochen ohne Training aber erstmal nur die Jokerrolle bekleiden. Angreifer Vincent Kühn fällt derweil angeschlagen aus.

Die Chance, dass das Wochenende positiv verläuft, ist übrigens auch nicht gerade klein: Die Hansa-Reserve hat auf fremden Plätzen bislang lediglich zwei Siege feiern können und zuletzt auch in Staaken (1:1) und gegen Wismar (1:1) Punkte gelassen.

VON TOBIAS HAACK

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare