Fußball – Landesklasse: Möringen und Gardelegen trennen sich 1:1 / MSV kommt deutlich stärker aus der Kabine

SSV scheitert an der Chancenverwertung

+
Zweikämpfe dieser Güteklasse gab es in der zweiten Hälfte pausenlos: Hier ringen Gardelegens Clemens-Paul Berlin und Simon Bache mit MSV-Verteidiger Christoph Siegert um den Ball.

Möringen. Der Aufstiegskampf in der Fußball-Landesklasse bleibt weiter völlig offen. Das liegt hauptursächlich daran, dass der Top-Favorit, SSV Gardelegen, derzeit Probleme mit der Chancenverwertung hat.

Der Frühsommer machte nicht nur Möringens Kevin Beyer ordentlich zu schaffen.

Im Spitzenspiel beim Möringer SV ließen die Gardeleger im ersten Durchgang etliche Tormöglichkeiten ungenutzt und mussten am Ende froh sein, mit dem 1:1 (0:0) überhaupt einen Zähler eingefahren zu haben. „Das war katastrophal von uns!“ So lautete das harsche Urteil von Möringens Trainer, Steffen Säger, über die erste Halbzeit seiner Mannschaft. Der MSV sei „gar nicht in die Zweikämpfe gekommen“. So konnte sich Gardelegen teilweise ungestört durch das Mittelfeld kombinieren und eine Torchance nach der anderen erspielen. Zwei Mal scheiterte SSV-Torjäger Simon Bache am starken Möringer Schlussmann, John Ziesmann. Und auch sonst gab es immer wieder gefährliche Szenen vor dem Kasten von Ziesmann. „Wir müssen zur Pause mit 3:0 führen“, schimpfte Gardenlegen-Coach Norbert Scheinert. „Aber das zieht sich momentan bei uns so durch.“

Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild gänzlich. Plötzlich war Möringen viel besser im Spiel, gewann die Zweikämpfe und kam nun auch zu Torchancen. So scheiterte Kevin Beyer in der 60. Minute nur am Innenpfosten. Die Führung wäre aufgrund der Leistungssteigerung nicht unverdient gewesen, denn Möringen war jetzt richtig wach. Im Gegensatz zu den Gästen.

Bei einem Freistoß pennten die Gardelegener. Möringen führte schnell aus und Philipp Kühne vollstreckte mit dem rechten – ja, richtig gelesen – mit dem rechten Fuß (67.). Ein ausgesprochen seltenes Ereignis bei dem feinen Linksfuß.

Der MSV war in dieser Phase des Spiels einfach galliger als die Gäste. Säger: „Wir haben von der 45. bis zur 75. Minute das gespielt, was wir wollten.“ Doch da spricht der Trainer schon an, warum es schlussendlich nicht für einen Sieg reichte. In der Schlussphase verloren die Platzherren wieder den Zugriff und holten so Gardelegen zurück in die Partie. Der Ausgleich fiel in der 83. Minute und war in der Entstehung eher glücklich. Im Nachstochern bugsierte Daniel Leberecht einen Freistoß über die Torlinie. Kurz zuvor hätte Patrick Huch den Sack mit dem 2:0 schon zumachen können.

Säger meinte: „Wenn wir das 2:0 machen, braucht sich Gardelegen nicht beschweren.“ Er hatte den SSV als zu passiv empfunden im zweiten Durchgang. Sein Trainerkollege, Norbert Scheinert, war nach der Partie angefressen. „Das wir hier nicht als Sieger vom Platz gehen, spottet jeglicher Beschreibung!“

Der Titelkampf bleibt spannend, doch Gardelegen hat noch immer alle Trümpfe in der Hand.

Von Michael Theuerkauf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare