TORGARANTEN IN DER ALTMARK

Lars Korte, ein „waschechter Tangermünder“

Lars Korte vom FSV Saxonia Tangermünde dribbelt mit dem Ball am Fuß.
+
Für Tore gut: Lars Korte vom FSV Saxonia Tangermünde.
  • Patrick Nowak
    vonPatrick Nowak
    schließen

Robert Lewandowski, Cristiano Ronaldo oder auch Lionel Messi – würde man im Lexikon unter „Torgarant“ nachschlagen, dürften diese Namen schon Erklärung genug sein. Diese drei Fußballer sind international ohne Frage die Speerspitze der Spieler mit dem eingebauten Torriecher. Doch auch in der Altmark gibt es sie: Torgaranten.

  • Lars Korte wurde im Tunesien-Urlaub mit Brasilien-Legende verwechselt.
  • Der 33-Jährige ist durchgängiger Saxone mit zwischenzeitlich anderen Interessen.
  • Ein ehemaliger Arneburg-Mitspieler zeigt während der Siegerehrung eine schöne Geste.

Tangermünde - Lars Korte vom Fußball-Landesligisten FSV Saxonia Tangermünde hat sich seinen Platz in dieser Serie ebenso verdient. Der 33-Jährige sieht sich selbst als „waschechter Tangermünder“, der mit den „Roten Adlern“ seinen Herzensverein gefunden hat. Doch auch während seines zweijährigen Aufenthaltes bei Rot-Weiß Arneburg hat sich der Linksfuß einen Namen gemacht. Nicht nur menschlich, sondern auch aufgrund seiner Tore, die er wie eine brasilianische Fußballlegende erzielen wollte.

Ich wurde immer mit ihm verwechselt, als wir im Tunesien-Urlaub waren und ich ein kleines Kind war.

Lars Korte (FSV Saxonia Tangermünde)

„Nicht der Cristiano, sondern der richtige Ronaldo“, lacht Korte auf sein fußballerisches Vorbild „Il Fenomeno“ (zu deutsch: das Phänomen, Anm. d. Red.) angesprochen. Gleichzeitig packt Korte eine Anekdote aus einem früheren Urlaub aus, die seine Bewunderung für Ronaldos Art und Weise sowie seine Robustheit steigerten. „Ich wurde immer mit ihm verwechselt, als wir im Tunesien-Urlaub waren und ich ein kleines Kind war“, erklärt Korte, der im Kindesalter kurzgeschorene Haare trug und wie Ronaldo eine Zahnlücke besaß. 

Kurzzeitig andere Interessen abseits des Fußballplatzes

Der Spieler mit der Rückennummer 18, die ihn durchgehend im Fußball-Männerbereich prägte, führt seine Verbundenheit zur Saxonia auf seinen Vater zurück. Dieser sei selbst fußballerisch in Tangermünde großgeworden. Lars, der schon immer in der Offensive agierte, führt den Namen Korte bei den „Roten Adlern“ als Aktiver somit fort. Dabei pausierte er kurzzeitig mit dem Fußball, widmete sich vor der C-Jugend anderen Interessen wie dem Skateboard- oder BMX-Fahren.

Eine Entscheidung, die Korte für sich bis heute reflektiert. Dadurch habe er etwas in seiner fußballerischen Entwicklung verpasst, merkt er an und bezieht sich auf „technische Sachen“. Negative Auswirkungen hatte die Fußball-Auszeit nicht, in der A-Jugend stieg Korte bei den Saxonen wieder voll ein, hatte einen Stammplatz im Sturm und traf regelmäßig. Es folgte der Sprung in den Herrenbereich in Tangermünde, wo Korte auf viele Trainer traf.

Jetzt, wo Rosario und Alexander im Sturm sind, da habe ich mich damit abgefunden. Und andere können auch mal die Tore schießen.

Lars Korte

Aufgrund der Umstellung im Gegensatz zum Jugendbereich hielt sich seine Torquote im unteren Bereich, ehe in der Saison 2012/2013 der Korte-Knoten platzte. Saxonia stieg von der Landesklasse in die Landesliga auf, Korte steuerte 24 Treffer bei. „Da habe ich eine ganz gute Saison gespielt“, so Korte, der rückblickend sagt: „Früher war es viel auf mich gerichtet.“

Damit spielt er auf vergangene Zeiten an, in denen Korte im zweistelligen Bereich traf und der nächste Spieler in der mannschaftsinternen Torschützenliste mit großem Abstand folgte. Doch heute sind diese Zeiten vorbei, weil Saxonia Tangermünde gute Nachwuchsarbeit betreibt oder die externen Offensivspieler in seinen Verein holt, die treffsicher sind. Es sei in den vergangenen zwei Serien so gewesen, dass die vielen Stürmer, die die Saxonia in ihren Reihen habe, alle Tore geschossen haben, so Korte, der seine Mannschaftskollegen Rosario Schulze und Alexander Klitzing mit einem Augenzwinkern grüßt: „Jetzt, wo Rosario und Alexander im Sturm sind, da habe ich mich damit abgefunden. Und andere können auch mal die Tore schießen.“

Lars Korte kurz & kompakt

Alter: 33

Verein: FSV Saxonia Tangermünde

Position: Angriff

Rückennummer: 18

Vorbild: Ronaldo

Starker Fuß: links

Stationen:

Nachwuchs:

FSV Saxonia Tangermünde

2006 - 2016: FSV Saxonia Tangermünde

2016 - 2018: Rot-Weiß Arneburg

seit 2018: FSV Saxonia Tangermünde

Tor-Historie

Landesliga:

85 Spiele – 34 Tore

Landesklasse:

144 Spiele - 95 Tore

Jürgen Dobberkau lotste Korte zu Rot-Weiß Arneburg

Kortes positive Entwicklung blieb auch der Landesklasse-Konkurrenz nicht verborgen. Es folgte in der Saison 2016/2017 der Wechsel zu Rot-Weiß Arneburg. „Es war Jürgen Dobberkau, der mich nach Arneburg geholt hat. Er wollte mich schon Jahre davor, als er in Goldbeck Trainer war.“ Korte hat diese Entscheidung nicht bereut, ist bis heute in Arneburg gern gesehen und ist von dem dortigen Zusammenhalt beeindruckt. Es sei „Wahnsinn“, was er dort kennengelernt habe.

2018 gewann er mit RWA den Altmarkstrompokal (2013 und 2020 mit Tangermünde, Anm. d. Red.) und kehrte zur Saxonia zurück, konnte 2018 aufgrund seines Wechsels in der neuen Saison nicht mehr für Arneburg im „Großen Altmarkpokal“ mitwirken. Mitfeiern mit den Arneburger Ex-Kollegen durfte er trotzdem. „Julien Maier hat mein Trikot zu den Zuschauerrängen gebracht und dann bin ich zur Siegerehrung halt mitgegangen. Das war ganz cool“, meint Korte, der späte Treffer aufgrund der Emotionalität oder Jokertore am liebsten erzielt.

Wegen einer beruflichen Veränderung ist der 33-Jährige zuletzt etwas kürzer getreten, befasst sich mit dem Aufhören. Für Saxonia wünscht er sich eine dauerhafte Etablierung in der Landesliga. „Und dann sehe ich eigentlich eine große Zukunft für Tangermünde“, ist sich Lars Korte sicher.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare