FUSSBALL FSA-Präsidium schlägt Saisonabbruch vor / Freude und Enttäuschung

SSV und Saxonia die Gewinner

Tangermündes Trainer Steffen Lenz freut sich, wäre aber lieber den sportlichen Weg gegangen. Foto: Lindenau

Altmark – Die Punktspielsaison im Fußball auf Landes- und Kreisebene soll abgebrochen werden. Vorbehaltlich der Abstimmung durch die Delegierten des außerordentlichen Verbandstages am 12.

Juni haben das Präsidium und der Vorstand des Fußball-Verbandes Sachsen-Anhalt (FSA) am Donnerstagabend beschlossen, die Saison 2019/20 zu beenden. Eine Entscheidung, die den Aufstieg des SSV Gardelegen in die Verbandsliga und Saxonia Tangermünde in die Landesliga bedeutet. Zudem wird es keine Absteiger geben.

Oberliga

Lage: Zwei Plätze über dem Strich und damit auf einem Nichtabstiegsplatz rangiert der 1. FC Lok Stendal.

Doch die Elf von Trainer Jörn Schulz muss sich weiterhin in Geduld üben. Zwar ergab die Videokonferenz des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) mit den Vereinen der Oberliga Nord am Donnerstag die klare Tendenz, dass nur ein Abbruch Sinn macht. Entschieden ist aber noch nichts. „Bisher gibt es einen Vorschlag des NOFV-Spielausschusses, den wir mit den Vereinen diskutiert haben“, so NOFV-Spielbetriebsmitarbeiter Till Dahlitz gegenüber der AZ. Dieser sieht einen Abbruch mit Quotientenregelung vor. Der Verband wartet den DFB-Bundestag ab, der am 25. Mai stattfindet. Danach soll es dann eine Entscheidung geben.

Landesliga

Lage: Der SSV Gardelegen führt die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf Preussen Magdeburg an. Der SSV Havelwinkel Warnau (7. Platz), der TuS Schwarz-Weiß Bismark (8. Platz) und auch der Möringer SV (12. Platz) hatten mit dem Abstieg nichts zu tun.

Verhaltene Freude bei Gardelegens Trainer Norbert Scheinert, der in der Entscheidung des Verbandstages ein Restrisiko sieht. „Man kann sich noch nicht 100-prozentig sicher sein. Trotzdem freue ich mich, denn meine Mannschaft hat nach den guten Leistungen im bisherigen Saisonverlauf den Aufstieg verdient.“ Die Planungen für die Saison 2020/21 sind beim SSV unabhängig von der Klassenzugehörigkeit bereits angelaufen, erste Personalgespräche wurden geführt. Seit einigen Tagen wird auf der „Rieselwiese“ auch wieder trainiert, die Einheiten unter Auflagen dienen nach Aussage von Norbert Scheinert aber lediglich dem „Gemeinschaftsgefühl“.

Landesklasse

Lage: Saxonia Tangermünde (42 Punkte) ist vor dem SV Liesten (40), Medizin Uchtspringe (36) und dem TuS Wahrburg (34) Spitzenreiter. Die Uchtspringer haben ein Spiel weniger ausgetragen, die Quotientenregelung bringt keine Verbesserung im Klassement. Im Keller sind Lok Jerichow und der SSV Gardelegen II mit jeweils zehn Punkten Rückstand auf einem Nichtabstiegsplatz weit abgeschlagen.

„Ich habe immer betont, dass wir das gern auf dem sportlichen Weg geregelt hätten und gern als Meister aufgestiegen wären.“ Steffen Lenz konnte seinen Schützlingen gestern Abend nach dem wieder angelaufenen Training schon die Botschaft übermitteln. „Es herrschte große Freude. Und wir müssen uns für Tabellenplatz eins auch nicht entschuldigen“, so der Tangermünder Trainer. Die Mannschaft habe sich den Aufstieg einfach verdient. Die harte Arbeit der zurückliegenden Monate zahle sich nun aus.

Liestens Trainer Michael Piotrowski fühlt sich an die Saison 2017/18 erinnert, als sein Team im letzten Saisonspiel gegen den SSV Gardelegen (3:4) Meisterschaft und Aufstieg in letzter Sekunde aus der Hand gab. Diesmal sorgte die 0:6-Pleite in Tangermünde für den höchstwahrscheinlich entscheidenden Führungswechsel. „Ein schlechtes Spiel, acht Monate Arbeit sind umsonst. Die Situation ist, vorsichtig ausgedrückt, für uns bescheiden.“ Der SVL-Coach hat sich auch mit der Lage in den anderen Lk-Staffeln beschäftigt und dabei festgestellt, dass sein Team den viertbesten Quotienten aller Vertretungen der sieben Staffeln besitzt. Im Vergleich mit Tangermünde bringt Piotrowski das unterschiedliche Verhältnis von ausgetragenen Heim- und Auswärtsspielen (7:9) ins Gespräch. „Die Quotientenregelung ist nicht wirklich objektiv. Wir sind einer der großen Verlierer des Saisonabbruches.“ Eine minimale Hoffnung haben die Liestener noch. Sie setzen auf Unterstützung durch den eigenen Kreisfachverband, der beim Verbandstag einen Antrag einbringen soll, der sich an Härtefallregelungen anderer Verbände orientiert.

Landespokal

Lage: In diesem Wettbewerb ist die Altmark nicht mehr vertreten. Im Halbfinale kommt es zu den Begegnungen Eintracht Lüttchendorf - Haldensleber SC und Germania Halberstadt - 1. FC Magdeburg.

FSA-Beschlüsse

– Die angesetzten Meisterschaftsspiele werden abgesetzt. Bis zum 30. Juni 2020 finden keine weiteren Meisterschaftsspiele statt.

– Die Auf- und Abstiegsregelungen 2019/20 werden außer Kraft gesetzt.

– Aufsteiger werden unter Anwendung einer Quotientenregelung (erzielte Punkte geteilt durch Zahl der ausgetragenen Spiele) auf Grundlage der Tabellenstände vom 12. März 2020 (Aussetzung Spielbetrieb) ermittelt.

– Absteiger werden in der Saison in den einzelnen Spielklassen nicht ermittelt. Ausnahme bilden hierbei die Mannschaften, die bereits vor dem 12. März 2020 vom Spielbetrieb ihrer Spielklasse zurückgezogen worden sind.

– Pokalwettbewerbe der Saison 2019/20 sollen, soweit möglich und unter Beachtung der behördlichen Verfügungen, in allen Alters- und Spielklassen zu Ende geführt werden. Gegebenenfalls auch nach dem 30. Juni 2020 und wenn möglich bis zum 30. September 2020.

VON SABINE LINDENAU UND RENEE SENSENSCHMIDT

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare