Handball – Bundesliga: Der SCM mit einer Hinrunde zwischen Lust und Frust

Saison längst nicht abgehakt

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Der Überflieger der bisherigen Saison ist Matthias Musche, der Top-Scorer der Bundesliga.

Magdeburg – 28 Punkte, Platz vier in der Tabelle, nur drei Zähler hinter den Rhein-Neckar-Löwen: „Hätte mir das vor der Saison jemand gesagt, hätte ich das definitiv gekauft.“

Auch wenn die Handballer des SC Magdeburg zuletzt schwächelten, zieht Trainer Bennet Wiegert ein positives Hinrunden-Fazit. Gleichwohl weiß auch er: „Vielleicht wäre mehr drin gewesen.“

Der grandiose Start

Denn: Der SCM ist fulminant in die Saison gestartet, legte sieben Siege in Serie hin und fand sich an der Spitze der Bundesliga-Tabelle wieder. Zudem warf er den Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt aus dem DHB-Pokal. Auswärts. Der Macher des Erfolgs ist zweifelsohne der Trainer, der aus vielen starken Einzelspielern eine Mannschaft geformt hat, die jeden schlagen kann. Er setzt auf attraktiven Tempo-Handball.

Der Durchstarter Albin Lagergren.

Und seine Schützlinge setzten dies zum Auftakt teilweise brillant um. Neuzugang Albin Lagergren startete schnell durch. Spielmacher Marko Bezjak bewies, warum er als „Gehirn“ des SCM gilt. Und Matthias Musche versenkte einen Ball nach dem anderen und katapultierte sich an die Spitze der Torjägerliste. Auch Torhüter Jannick Green wies Spitzenwerte auf. Doch dann kam sie, die von Wiegert so ungeliebte Nationalmannschaftspause. Sie durchbrach den Flow.

Der Knackpunkt

Als die Spieler von ihren internationalen Auftritten zurückkehrten, waren sie angeschlagen. Das war schon beim Heimauftritt im EHF-Cup gegen den FC Porto zu spüren. Der knappe Sieg: mehr Krampf als Kampf. Die Liste der Verletzten wurde länger. In Porto folgte das bittere Aus auf europäischer Bühne. Der Negativtrend setzte sich fort. Drei Bundesliganiederlagen in Folge mussten die erfolgsverwöhnten Magdeburger einstecken. Und dabei auf Kapitän Christian O’Sullivan verzichten. Zuletzt fiel auch Bezjak aus.

Der Macher Wiegert.

Der Einzug ins Final Four des DHB-Pokals „war eine große Erleichterung“, sagt Wiegert. Der Druck: so groß wie nie. Zwei Titelmöglichkeiten wären weg gewesen, in der Bundesliga bleibt der SCM nicht mehr so richtig auf Distanz zum Ersten ... „Wären wir da rausgeflogen, hatte ich schon so ein bisschen das Gefühl, dass uns von außen eingeredet würde, die Saison wäre zu Ende“, so der Trainer.

Die Zuversicht

Doch das sieht Wiegert nicht so. Zur Rückrunde kehren die Verletzten zurück. „Wir bereiten uns optimal vor.“ Und es bleibt auch Zeit, live das eine oder andere Spiel der Weltmeisterschaften im eigenen Land anzuschauen. Die Ziele sind klar: Im Final Four Anfang April im Hamburg mehr als nur Teilnehmer sein. Und zur Anfangsstärke zurückfinden ...

Von Sabine Lindenau

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