Fußball Oberliga

Saison abgebrochen, Lok Stendal bleibt aber in der Oberliga

Jörn Schulz, Trainer des 1. FC Lok Stendal, gibt im Testspiel gegen den 1. FC Magdeburg seinen Spielern Hinweise vom Spielfeldrand.
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Richtet seinen Blick schon in die kommende Saison: Jörn Schulz. Der Trainer des 1. FC Lok Stendal bleibt mit seiner Mannschaft in der Oberliga.
  • Sabine Lindenau
    vonSabine Lindenau
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Stendal – Der 1. FC Lok Stendal bleibt auch in der kommenden Saison in der Oberliga. Am Freitagabend hatte der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) die Saison für beendet erklärt. Allerdings mit zwei Absteigern. Dass die Eisenbahner als Tabellenvorletzter den Klassenerhalt geschafft haben, liegt am freiwilligen Rückzug des FC Strausberg. Zudem muss Schlusslicht Brandenburger SC Süd absteigen.

„Die Erleichterung war groß, dass überhaupt eine Entscheidung getroffen wurde.“ Jörn Schulz hat nun endlich Klarheit. Der Lok-Trainer schwankte in den zurückliegenden Wochen zwischen Hoffen und Bangen. Es habe eine Vielzahl an Videokonferenzen gegeben. „Als es dann das Schreiben an die Vereine gab, dass es Absteiger geben wird, war schon Unruhe drin.“ Verständlich, war doch die Ausgangssituation für die Stendaler alles andere als gut. Sie mussten befürchten, den Schritt zurück in die Verbandsliga antreten zu müssen. „Das war schon über eins, zwei Wochen eine Zitterpartie, weil wir nicht wussten, in welcher Liga wir spielen“, so Schulz. „Aber am Ende des Tages sind wir froh, dass wir durch diese Konstellation die Klasse gehalten haben“, wirkte der Lok-Coach im AZ-Gespräch erleichtert.

Seit gut fünf Monaten ruht der Ball. Jörn Schulz kann sich nicht erinnern, jemals eine solch lange Zeit nicht auf dem Fußballplatz gestanden zu haben. Er habe sich daran gewöhnt. Vor allem in den ersten Wochen auch die freie Zeit genossen. Für sich und seine Familie. „Aber jetzt fehlt der Fußball schon. Die Sehnsucht ist groß.“

Das geht seinen Schützlingen nicht anders. Sie haben zwar keinen Trainingsplan von ihm bekommen, müssen ihm aber schon Daten schicken, die aufzeigen, dass sie nicht einrosten. Der Trainer weiß, dass die Jungs in Eigenverantwortung etwas für sich tun. Nicht nur, weil sie nun eine weitere Oberliga-Chance haben. In kleinen Gruppen konnte zuletzt immerhin etwas trainiert werden. Doch das richtige Fußball-Gefühl kam dabei nicht auf.

Längst laufen abseits des Rasens die Vorbereitungen auf die neue Saison. Gespräche mit den Spielern zu Vertragsverlängerungen laufen. Einige hätten in der vergangenen Woche auch schon unterschrieben. In dieser Woche sollen weitere Vertragsverlängerungen folgen, ließ Schulz durchblicken. Er selbst war zuletzt nicht in die Verhandlungen integriert, lag knapp drei Wochen coronabedingt flach. Nun ist er fit und sehnt einen zeitnahen Trainingsauftakt herbei. „Ich befürchte aber, das wird auch bis zum Sommer nichts werden.“ Dabei habe der NOFV den Punktspielstart in der Oberliga auf Anfang August terminiert.

„Wir brauchen eine lange Vorbereitung, weil wir die Jungs Schritt für Schritt wieder ranführen müssen“, steht dem 43-Jährigen und seinem Team eine schwere Aufgabe bevor. Die neue Saison wird nicht minder einfach. Wie auch in der jetzt abgebrochenen Spielzeit dürfte es für die Eisenbahner erneut nur ein Ziel geben: um den Klassenerhalt kämpfen. Jetzt gehe es zunächst erst einmal darum, „so schnell wie möglich wieder richtig mit den Jungs trainieren zu können.“ Bis dahin ist Geduld gefragt.

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