Fussball – 2. Liga: Der erste Heimsieg des 1. FCM und die Torwartfrage

Rotation auf der Torhüter-Position: Loria löst Brunst ab

Giorgi Loria mit fokussiertem Blick. Der Georgier rückte beim 1:0-Sieg des 1. FC Magdeburg gegen Erzgebirge Aue überraschend zwischen die Pfosten.
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Giorgi Loria mit fokussiertem Blick. Der Georgier rückte beim 1:0-Sieg des 1. FC Magdeburg gegen Erzgebirge Aue überraschend zwischen die Pfosten.
  • Sabine Lindenau
    vonSabine Lindenau
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Magdeburg – Die Torwartfrage? Hat sich für ihn nicht gestellt. FCM-Trainer Michael Oenning setzte gegen Aue auf Neuzugang Giorgi Loria. Und überraschte damit wohl alle.

Alexander Brunst vergrub sein Gesicht.

Er hatte den Schal bis unter die Augen gezogen. Alexander Brunst nahm auf der Ersatzbank Platz. Wenige Minuten vor Anpfiff der Dienstagabendpartie gegen den FC Erzgebirge Aue ging sein Blick ins Leere. Er schien die Entscheidung erst einmal verarbeiten zu müssen. Nur Momente später lief die Startelf des 1. FC Magdeburg unter dem Jubel der rund 18.800 Zuschauer in die MDCC-Arena ein. Mit dabei: Neuzugang Giorgi Loria. Erst vor wenigen Tagen beim Club angekommen, schaffte es der georgische Nationaltorhüter direkt, Brunst als Nummer 1 im FCM-Kasten abzulösen. Eine Entscheidung des Trainers, die kaum jemand erahnte. Hatte die Vereinsführung doch im Vorfeld wiederholt betont, dass sie auf Brunst als Stammtorhüter setze.

Für Michael Oenning indes habe sich die Torwartfrage gar nicht gestellt. „Im Laufe der Woche ist der Gedanke gereift, dann haben wir es auch gemacht“, meinte der FCM-Trainer nach dem 1:0-Sieg gegen Aue. Der Erfolg gibt ihm recht. „Ich glaube, dass wir auf der Torwartposition einen sehr abgeklärten und von der Körpersprache einen sehr beruhigenden und guten Torwart gesehen haben“, konstatierte Oenning. Er betonte aber auch, dass es auch keine Entscheidung kontra Brunst gewesen sei. „Wir haben ein ganz normales Konkurrenzgefüge“, sagte er und bezieht dabei auch die Position des Torhüters mit ein.

„Ich bin überzeugt, dass er ein guter Torwart ist. Er ist noch nicht so lange bei uns, ich musste sehen, wie er sich in einem Ligaspiel darstellt und da war heute der beste Zeitpunkt dafür.“ Viel zu tun gab es für Loria in der Zweitliga-Partie gegen Aue indes nicht. Eine starke Parade in der Anfangsphase brachte ihm den Jubel der Fans ein. Doch auch ohne große Chancen der Gäste überzeugte Magdeburgs neue Nummer 1 im Tor. Er war präsent und strahlte mit seiner internationalen Erfahrung eine Souveränität aus, die kaum Zweifel daran ließ, dass er seinen Kasten sauber halten würde. Doch ist der Georgier nur ein Puzzleteil im großen Gefüge. Die Abwehr machte einen soliden Job und ließ den Gegner nur selten in den eigenen Strafraum vordringen. Das Gesamtbild hat an diesem Abend gepasst. Loria hat seinen Teil zum ersten Magdeburger Heimerfolg in der 2. Bundesliga beigetragen.

Eine Garantie, dass der Keeper, der beim Club auch die Rückennummer 1 trägt, weiter in der Startelf aufläuft, hat er unter Oenning aber auch nicht. „Heute hat Loria gespielt, warten wir mal ab, was am Freitag ist“, meinte der Trainer und blickte schon kurz auf das bevorstehende Auswärtsspiel in Ingolstadt voraus. Die Aussage dürfte Brunst, der seinen Schal nahezu den gesamten Abend tief im Gesicht behielt, wieder etwas versöhnlicher gestimmt haben. Gleichwohl seine Chancen nach dem überzeugenden Loria-Debüt auch nicht wirklich gestiegen sein dürften.

VON SABINE LINDENAU

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