AZ-SERIE „DER TAKTGEBER“

Robert Taube: Kreativ auf der Doppelsechs

Robert Taube vom SV Germania Tangerhütte während eines Zweikampfs.
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Ein Hauptakteur im Mittelfeld des SV Germania Tangerhütte: Robert Taube (rechts). Der 29-Jährige lenkt das Spiel und fungiert aufgrund seiner Erfahrung als Sprachrohr auf dem Platz.
  • Patrick Nowak
    VonPatrick Nowak
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Sprichwörtlich heißt es „Der Kapitän gehts als letztes von Bord“, doch mit Blick auf den Fußball muss es wohl eher heißen: „Der Kapitän geht stets voran.“ Er ist meist der Kopf des Teams, reißt seine Mitspieler mit und ist nicht zuletzt auch meist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz. In unserer AZ-Serie „Der Taktgeber“ nehmen wir altmärkische Kapitäne genauer unter die Lupe und beleuchten ihren bisherigen Werdegang.

Tangerhütte - Robert Taube läuft beim Fußball-Landesklassisten SV Germania Tangerhütte ohne Kapitänsbinde auf. Dennoch ist er wichtig für das Mittelfeld in seinem Verein. Dort bildet er gemeinsam mit Spielführer Sören Buchholz die im Fußball mittlerweile klassische Doppelsechs. Dabei sind die Aufgaben der beiden Akteure klar verteilt.

Die Mischung aus Balleroberung und Spielsteuerung sorgt auf dieser Position für ein Gleichgewicht, bei dem sich beide Spieler gegenseitig gut ergänzen. „Als Abräumer würde ich eher meinen Kollegen Sören Buchholz bezeichnen. Ich bin eher der feinere Typ. Mein Kollege spielt mir den Ball zu und dann soll ich damit etwas machen“, lacht Robert Taube, der gestern 29 Jahre alt geworden ist.

Robert Taube spielte rückte spät auf die „Sechs“

Mit sechs Jahren schloss er sich der Germania an, agierte zunächst vorwiegend in der Abwehr. Erst in der B- und A-Jugend rückte Taube eine Position nach vorne und wurde im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Seitdem bekleidet er diese Rolle auf dem Platz. Und diese möchte er auch nicht mehr eintauschen. Mittlerweile trägt er auch die Rückennummer, die klar aufzeigt, dass er ein „Sechser“ ist.

Am meisten an seiner Rolle reizt ihn, die Zweikämpfe zu gewinnen, um dann den klaren Pass spielen zu können. „Es hängt ja von der Spielsituation ab, die man bereits vorher erkennt. Und dann macht man das Spiel entweder langsam oder schnell. Das ist dann die feine Klinge, wo man entscheiden muss, den Spielverlauf zu steuern“, meint Taube.

Das war auch der Knackpunkt, wo ich dann in der ersten Männermannschaft gespielt habe und seitdem auch persönlich eine Entwicklung genommen habe.

Robert Taube (Mittelfeldspieler des SV Germania Tangerhütte)

Er ist seinem Verein sehr verbunden. Und hat in der langen Zeit sowohl Erfolge als auch Rückschläge erlebt. 2015/2016 erfolgte der Abstieg in die Kreisoberliga. Davon haben sich die Tangerhütter aber erholt und sich neu formiert. Von da an rückte auch Taube, der zuvor hauptsächlich bei der Germania-Reserve spielte, in die Erstvertretung. „Das war auch der Knackpunkt, wo ich dann in der ersten Männermannschaft gespielt habe und seitdem auch persönlich eine Entwicklung genommen habe“, so Taube, der von dort an eine zentrale Rolle im Mittelfeld einnahm.

Er zeigt sich erfreut darüber, dass die Germania wieder zurück in der Spur ist und 2017/2018 die souveräne Rückkehr in die Landesklasse geschafft hat. Und sich dort stückweise etablieren konnte. Im Zuge der diesjährigen abgebrochenen Spielzeit stand Germania Tangerhütte auf einem guten sechsten Tabellenrang.

Die Stabilität kommt daher, dass wir alle dazu gelernt haben, uns dem Niveau anzupassen und eine eingeschworene Truppe sind.

Robert Taube

„Es ist schade, dass die Saison abgebrochen ist, weil wir einen Lauf hatten. Die Stabilität kommt daher, dass wir alle dazu gelernt haben, uns dem Niveau anzupassen und eine eingeschworene Truppe sind“, nennt Taube, der in die Führungsrolle hineingewachsen ist und als Sprachrohr der Mannschaft fungiert, die Gründe für die gute Entwicklung des SV Germania Tangerhütte.

Diese soll auch in Zukunft anhalten. Dabei sieht sich Taube mit seiner Elf in der Landesklasse gut aufgehoben und weiß, dass die Liga ihre Herausforderungen hat. „Die ersten drei, vier, fünf Mannschaften spielen da oben unter sich. Das Schöne ist ja bei uns, dass man die Großen schon mal geschlagen hat. Bei den anderen kann man immer einen Punkt mitnehmen, was aber nicht einfach ist, weil das Niveau deutlich höher ist als in der Kreisoberliga“, erklärt Robert Taube, der auch künftig als Taktgeber vorangehen will.

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