Der 1. FC Lok Stendal kämpft in der Fußball-Verbandsliga mit hohen Erwartungen

Realitätssinn täte gut

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Außenspieler Niclas Buschke (rechts) hat sein Potential schon oft angedeutet, gegen tief stehende Gegner findet aber auch er nur selten Mittel. Im Offensivspiel braucht Lok Lösungen.

Stendal. Acht Spieltage sind in der Fußball-Verbandsliga absolviert und der 1. FC Lok Stendal ist immer noch ungeschlagen, grüßt sogar von der Tabellenspitze. Eigentlich keine schlechte Bilanz für eine Mannschaft, die in den Vorjahren regelmäßig den Saisonstart verpatzt hat.

Dennoch machte sich am vergangenen Sonntag nach dem schwachen 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Askania Bernburg II erstmals Unmut im Stadion „Am Hölzchen“ breit. 

Die enttäuschte und teils wütende Reaktion einiger Anhänger zeigte, wie fragil das Gesamtgebilde 1. FC Lok Stendal nach etlichen Jahren im Mittelmaß ist und wie groß die Sehnsucht nach Erfolg.

„Man merkt die Erwartungshaltung im Umfeld an uns, aber wir sind keine Mannschaft, die jeden Gegner mit 5:0 an die Wand spielt. Wir sind eine Mannschaft, die sich alles hart erarbeiten muss - in jeder einzelnen Aktion“, mahnte Trainer Sven Körner schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff mehr Realitätssinn an. Gleichwohl war der 34-Jährige mit der Leistung seiner Mannschaft natürlich nicht einverstanden. Gegen den Tabellenletzten, der zudem mit seinem letzten Aufgebot in die Altmark gereist war, hatten sich alle mehr versprochen. Drei Punkte, einige Tore, das wäre nach dem Geschmack der Stendaler gewesen. So kam es anders und trotz der Enttäuschung, die Tabellenführung nicht ausgebaut zu haben, muss es weitergehen: Mit drei schweren Spitzenspielen in den kommenden fünf Wochen.

Die Analyse des Bernburg-Spiels betreibt Körner ähnlich schonungslos wie er es auch nach guten Partien tut. Sein ernüchterndes Fazit: „Es bricht jetzt nicht die Welt ein, aber man sieht schon, dass die Entwicklung ein bisschen stagniert.“ Konkret stört den Trainer das Offensivspiel gegen tief stehende Gegner. „Dort haben wir Probleme im Erarbeiten von Chancen“, gesteht Körner ein. Hinzu kommen weitere Baustellen im personellen Bereich, die sich nach den Verletzungen von Martin Krüger (Verdacht auf Innenbandriss) und Johannes Mahrhold (Fußprellung) auftun. „Da fehlt uns jetzt wieder viel Qualität“, ärgert sich der Trainer, dessen Kader ohnehin nicht der Größte ist.

Trotz allem - und das wird der Trainer nicht müde zu betonen - überwiegt am „Hölzchen“ nach knapp einem Viertel der Saison das Positive. „Wir meckern hier auf hohem Niveau“, findet Körner, wenngleich auch seine Ansprüche gestiegen sind. „Wenn man oben ist, will man oben bleiben, Ganz klar!“ Ähnlich empfinden es wohl auch die nicht immer pflegeleichten Stendaler Zuschauer.

Von Tobias Haack

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