FUSSBALL - LANDESKLASSE Beetzendorf beendet Serie der Auswärtspleiten

MTV reagiert mit Sarkasmus

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Trainer Michael Banse und Routinier Nico Schulz (r.) konnten nach langer Durststrecke mit dem MTV Beetzendorf wieder auswärts gewinnen.

Beetzendorf – Wenn Mannschaften in fremden Gefilden ein Spiel gewinnen, dann skandieren sie danach zumeist „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ und tanzen dabei im Kreis.

Nicht aber die Akteure des MTV Beetzendorf, die am Sonnabend erstmals nach über 500 Tagen durch einen 2:1-Sieg beim SSV Gardelegen II wieder einen Dreier in der Fußball-Landesklasse einfahren konnten.

Die Freude über den eigenen Erfolg hielt sich in Grenzen. „Wenn Gardelegen seine Chancen genutzt hätte, wären wir wieder als Verlierer vom Platz gegangen“, meinte Trainer Michael Banse, der sich die Diskrepanz zwischen den Leistungen daheim und auswärts nicht so richtig erklären kann.

Unter der Regie Banses, der den MTV zu Beginn der Saison 2018/19 übernommen hat, gelangen im Vorjahr nur im Kreispokal zwei Pflichtspielerfolge. Den 5:0-Sieg bei der eigenen zweiten Vertretung kann man wahrlich nicht als Auswärtssieg verbuchen, der 7:6-Sieg nach Elfmeterschießen beim Diesdorfer SV gilt offiziell als ein Remis. Und auch im aktuellen Spieljahr „pflegten“ die Beetzendorfer ihre Auswärtsschwäche. Sämtliche Testspiele bei unterklassigen Vertretungen wurden verloren, im Kreispokal gab es beim Kreisoberligisten Grün-Weiß Potzehne eine 2:6-Schlappe. Auch in den beiden Punktspielen in Uchtspringe (1:5) und in Liesten (2:5) war die Banse-Truppe weit von einem Erfolgserlebnis entfernt.

Fabian Panhey, mit zwei Toren in Gardelegen der Matchwinner für den MTV, konnte die Frage nach dem letzten Auswärtssieg in der Liga nicht auf Anhieb beantworten. „Das war ein 4:0-Sieg in Potzehne. Noch unter Mayk Zürcher und ich saß eine Gelbsperre ab“, glaubte der MTV-Angreifer. Damit lag er aber nicht ganz richtig, denn vier Tage nach dem Sieg in Potzehne gewannen die Blau-Gelben bei Heide Jävenitz nach einem 0:1-Rückstand noch mit 5:3. Zweimal Tim Stapel, Gordon Bock und zweimal „Fabi“ Panhey hießen am 16. Mai 2018 die Torschützen.

Auch bei Abwehrchef Nico Schulz hielt sich der Jubel über den Sieg beim Aufsteiger in Grenzen. „Unsere Leistung war wirklich nicht gut. Die drei Punkte nehmen wir aber gerne mit.“ Und ein wenig gefeiert haben die Beetzendorfer in der Kabine ihren Sieg dann doch. Mit dem Lied, das die Mannschaft zuletzt immer nach Auswärtsaufgaben gesungen hat, diesmal aber noch viel lauter als sonst. „Wir fahren weit, wir fahren viel, wir verlieren jedes Spiel.“ Der MTV-Routinier gibt zu, dass etwas Sarkasmus schon dabei ist, aber vielleicht ist genau dies das richtige Rezept, um mit Niederlagen umzugehen.

Die Negativserie wurde durchbrochen, die drei Zähler haben dem MTV ein wenig Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschafft. „Vielleicht kommt noch der eine oder andere Punkt hinzu“, wollen Nico Schulz und seine Mitstreiter auch künftig in fremden Gefilden nichts unversucht lassen. Das Vertrauen in die Heimstärke ist zwar groß, darauf verlassen wollen sich die Beetzendorfer jedoch nicht.

VON RENEE SENSENSCHMIDT

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