FUSSBALL – 3. LIGA Neuer FCM-Trainer Wollitz setzt auf harte Arbeit

Raus aus der Komfortzone

Claus-Dieter Wollitz (Neuer Trainer des 1. FC Magdeburg über seine Ziele)

Magdeburg – Er stand neben der Tartanbahn. Die tiefstehende Wintersonne blinzelte ihm ins Gesicht. Es war das erste Training für Claus-Dieter Wollitz als Chefcoach beim 1. FC Magdeburg am gestrigen Nachmittag.

Zahlreiche Fans standen am Rand der Laufbahn, schauten den Drittliga-Fußballern und dem Trainer beim Auftakt ins neue Jahr, der mehrere Laufeinheiten und keine Arbeit am Ball beinhaltete, zu.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir das Potenzial haben, schnellstmöglich in die 2. Liga zurückzukehren. Das ist das Ziel.“ Ob es bereits zum Saisonende so weit sein kann, wusste Claus-Dieter Wollitz gestern Mittag noch nicht. Von Alibiaussagen hält der neue Trainer des FCM nämlich nichts. Als er bei der Pressekonferenz über seine Vorstellungen mit dem 1. FC Magdeburg sprach, kannte er seine neuen Schützlinge noch gar nicht. Mit Ausnahme von Jürgen Gjasula, den er bereits bei Energie Cottbus betreut hatte. Für den neuen Cheftrainer ist klar: „Wir müssen aus der Komfortzone raus. Und das geht nur mit harter Arbeit.“

Systeme und Taktik spielen für Wollitz nicht die entscheidende Rolle. Auch Stammplätze oder Namen sind für ihn Makulatur. Die Spieler nimmt er mit in die Verantwortung. „Wenn wir eine gute Mentalität haben, dann kriegen wir eine gute Power. Und dann kriegen wir auch Erfolg“, sagt der 54-Jährige. Geschlossenheit, Eigenverantwortung, Vertrauen: Das sind für den neuen FCM-Cheftrainer elementare Attribute. Er freut sich auf die Herausforderung, sieht große Chancen, alsbald wieder in die 2. Bundesliga zurückkehren zu können. Zur Verstärkung hat Wollitz seinen einstigen Co.-Trainer aus Cottbusser Zeiten, René Renno, mitgebracht. Silvio Bankert bleibt aber weiterhin auch als Co.-Trainer im Team.

„Das Schönste ist, ich kann mich hier auf Fußball konzentrieren und auf diese Mannschaft.“ Ob in der Winterpause noch neue Spieler zum Team stoßen, weiß er noch nicht. Auch Maik Franz konnte noch keine Transfers bestätigen. Stand jetzt ist auch im Trainingslager, das am Sonnabend in Spanien beginnt, kein Neuzugang dabei. „Alle suchen den Topspieler, den Unterschiedspieler. Ich glaube, wir sollten als Mannschaft der Unterschied sein“, wünscht sich Wollitz eine eingeschworene Gemeinschaft. Der Erfolg steht für ihn im Mittelpunkt. Dafür müsse aber die Torquote deutlich erhöht werden. Der Durchschnitt von 1,35 Toren sei zu wenig. „Wir wollen schnellstmöglich nach oben. Das geht nur, wenn man hart arbeitet und konsequent ist.“ Auch die Leistungsschwankungen, die der Grund waren, warum Stefan Krämer den Verein lassen musste, sollen unter ihm der Vergangenheit angehören. „In der 3. Liga, die so brandgefährlich und so ausgeglichen ist, brauchst du Konstanz“, ist ihm bewusst.

Die Vereinsführung, die ihre Ziele inzwischen klarer formuliert als noch vor Saisonbeginn, erhofft sich von Wollitz die nötigen Impulse. „Wir wollen jetzt so schnell wie möglich 45 Punkte holen“, sagt Maik Franz. Der Leiter der Lizenzspielerabteilung und auch Geschäftsführer Mario Kallnik sahen dieses Ziel unter Krämer gefährdet. Vor der Saison sagten beide, dass es das Ziel sei, innerhalb von drei Jahren aufzusteigen. „Das heißt nicht, dass wir in drei Jahren aufsteigen“, erhofft sich Maik Franz einen früheren Zeitpunkt zur Rückkehr in Liga zwei. Inwieweit das mit bislang 27 Punkten aus 20 Spielen noch machbar ist, bleibt abzuwarten.

Franz schaut sich derzeit intensiv auf dem Transfermarkt nach geeigneten Spielern um. Er sagt aber auch: „Es muss passen.“ Dass Manuel Farrona Pulido zurückkehren könnte, verneinte er gestern. Er brachte keine Namen ins Spiel. Und so geht es morgen für Neu-Trainer Wollitz mit der gleichen Mannschaft nach Spanien, die zuletzt auf dem Rasen stand.

VON SABINE LINDENAU

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