Fußball, Verbandsliga: 1. FC Lok Stendal schenkt in Haldensleben eine 2:0-Führung her

Die Ratlosigkeit danach

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Zwei Torschützen im Duell: Stendals Marcel Werner (links) gegen René Hasse. Durch das Unentschieden bleibt Lok zwar ungeschlagen, verpasste aber erneut den Sprung an die Spitze.

Haldensleben. „Das war so nicht mehr zu erwarten“, brachte es Haldenslebens Torwart Florian Switala auf den Punkt. Sein HSC war nach dem ersten Durchgang im Spitzenspiel gegen Lok Stendal schon auf verlorenem Posten und holte doch noch einen Zähler.

Warum? Das fragen sich die Altmärker auch zwei Tage danach noch. Einem furiosen ersten Abschnitt folgte der völlige Einbruch in den zweiten 45 Minuten. Das 2:2 (2:0)-Unentschieden war für die Stendaler am Sonnabend sogar noch ein eher schmeichelhaftes Ergebnis. Es herrscht Ratlosigkeit.

„Ich kann es mir nicht erklären“, haderte Trainer Sven Körner. Seine Elf trat im fremden Stadion zunächst auf wie eine Heimmannschaft. Die Spielanlage stimmte, der Gegner lief nur hinterher und auch gute Chancen ergaben sich vor allem nach Angriffen über die Außenbahnen. Eine abgefälschte Flanke von Lukas Breda klatschte gar ans Aluminium (24.). Auf der Gegenseite kam aber auch Haldensleben zu Möglichkeiten. „Ausschließlich durch unsere Fehler“, wie Stendals Trainer bemerkte. Auch hier stellte ein Aluminiumtreffer den Höhepunkt dar (32.). In der Schlussphase des ersten Durchgangs fielen die Tore dann aber doch auf der Seite der überlegenen Mannschaft. Zunächst verwandelte Marcel Werner einen Strafstoß nach Foul an Niclas Buschke (36.) und wenig später machte er nach einem Eckstoß den Doppelpack perfekt (44.).

Der Sieg im Spitzenspiel lag für den 1. FC Lok auf dem Silbertablett parat, doch was dann passierte, war nur schwer nachzuvollziehen. „Wir waren zu passiv, haben uns überhaupt nicht mehr getraut Fußball zu spielen, die Abstände waren viel zu groß und nach vorne hatten wir keine Entlastung mehr“, erkannte Körner im Nachhinein zahlreiche Mängel im Spiel seiner Mannschaft. Der HSC hingegen kam wütend aus der Kabine und wurde sogleich mit dem Anschlusstreffer belohnt – aus einer Szene heraus, in der Stendal eigentlich Überzahl hatte (53.). Der Ausgleich der Platzherren war nicht weniger unnötig. Philipp Groß und Franz Erdmann verloren im Spielaufbau den Ball, der HSC konterte und erzielte das schönste Tor des Tages. „Das war grandios gespielt und nach dem Ballverlust auch nicht mehr zu verteidigen“, erkannte Körner an. In der Folge geriet Lok regelrecht unter Beschuss und hatte Glück, dass von weiteren fünf Haldensleber Großchancen keine mehr zu einem Treffer führte. In der 82. Minute musste sogar nochmal das Aluminium für die hilflosen Stendaler retten. „Wir haben Glück, dass wir hier nicht verlieren“, erklärte ein enttäuschter Stendaler Trainer.

• Tore: 0:1, 0:2 Marcel Werner (36./Strafstoß, 44.), 1:2 Lucas Krüger (53.), 2:2 René Hasse (65.).

Von Tobias Haack

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