TUS BISMARK Zwischen Fußball, Tischtennis und dem perfekten Foto

Ralf Motejat und seine Kamera

Drückt gerne auf den Auslöser seiner Kamera: Ralf Motejat vom TuS Schwarz-Weiß Bismark.
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Drückt gerne auf den Auslöser seiner Kamera: Ralf Motejat vom TuS Schwarz-Weiß Bismark.
  • Patrick Nowak
    vonPatrick Nowak
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Bismark – Ralf Motejat ist von der Sportfotografie fasziniert. Und das so sehr, dass er beim TuS Schwarz-Weiß Bismark selbst auf den Auslöser seiner Kamera drückt.

Das Vorstandsmitglied ist gleichzeitig Kassenwart der Tischtennis-Abteilung des Vereins, spielt seit über 40 Jahren selbst an der Platte und kann einfach nicht anders, als sich auf die Suche nach dem perfekten Sportfoto zu begeben. Der Altmark-Zeitung offenbart der 51-Jährige, was ihn daran am meisten begeistert.

Er sei aber kein Chroniker des Vereins, der die Geschichte des TuS Schwarz-Weiß Bismark anhand von Bildern festhält, stellt Motejat, der in der Tischtennis-Bezirksliga aktiv ist, klar. Der Sport hat es ihm ohnehin besonders angetan. Neben seiner Leidenschaft an der Platte spielt er auch Tennis, Badminton, fährt auf dem Rennrad und nimmt ab und zu an einem Halbmarathon teil. „Ich kann vieles, aber nicht wirklich gut“, nimmt er sich selbst lachend auf die Schippe.

Fotografieren kann er aber. Der Ursprung für diese Leidenschaft, die seit fast 20 Jahren besteht, liegt in der Vergangenheit. Damals vor vielen Jahren, als die Kameratechnik längst noch nicht so ausgereift war wie heute, störte sich Motejat an den Tischtennisfotos in den Zeitungen. Oft wurden Fotos von der Erwärmung verwendet. Dabei trugen die Tischtennisspieler in den teils schlecht belichteten und dunklen Sporthallen noch ihre Trainingsanzüge. Ein Unding für Motejat. Er schaute sich Fotos in Tischtenniszeitschriften an und erfreute sich an den sichtbaren Anstrengungen der Spieler im Wettkampf. Von da an fing er an zu fotografieren.

Seine Inspiration fand Motejat damals in Peter Krippendorf aus Klötze. Motejat kaufte Krippendorfs Kamera ab und legte los. Ohne Vorkenntnisse. Diese erwarb er anhand von Literatur und probierte sich aus. „Mir hat keiner was groß gezeigt“, erklärt der Bismarker.

Mit der Zeit investierte Motejat immer mehr in neue Technik, die sich in den Folgejahren stetig weiterentwickelte. Dennoch machen sich die Bilder der Bismarker Fußballer oder Tischtennisspieler nicht von allein. Vieles könne man nicht beeinflussen. Das sei dann halt Glück, so Motejat, der weiß: „In der Sportfotografie musst du sehr gut vorbereitet sein und zum richtigen Zeitpunkt das Richtige tun. Das ist eine besondere Herausforderung.“

Bis heute macht er Fotos für den Verein von den Spielen oder Ehrungen, die dann auf der Vereinsseite zu sehen sind. Im Besonderen macht die Sportfotografie für Ralf Motejat zwei entscheidende Dinge aus: Leistungen und Emotionen abzubilden. „Wenn derjenige zum Kopfball hochgeht und man sieht jeden Muskel im Gesicht angespannt“, das sei schon speziell. Gleiches gilt für Jubelbilder oder für Fotomotive, in denen die Anspannung nach einem Sieg sichtbar abfällt. Kontrastbilder, bei denen Freud und Leid eng beieinanderliegen, findet er besonders aussagekräftig. Das seien für den ausgebildeten Sportphysiotherapeuten Dinge, wo man sagen könne: das mache ein gutes Sportfoto aus. Landschaften zu fotografieren, ist jetzt nicht gerade sein Interessensgebiet. Er brennt eben für den Sport.

In Corona-Zeiten, wo der Sport einen Stillstand erlebt, steht auch Motejats Kamera still. Doch sie wartet auf ihren Einsatz, so wie die Sportler des TuS Schwarz-Weiß Bismark es auch tun. Sofern wieder gespielt werden darf, wird Motejat seiner Faszination nachgehen, auf den Auslöser seiner Kamera drücken und sich auf die Suche nach dem perfekten Foto begeben.

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