RUDERN Stendaler Paul Berghoff bei der U23-Regatta in Hamburg Vierter

Für die EM qualifiziert

Viel Kraft, schnelle Bewegungen: Paul Berghoff hat sich bei der internen Regatta in Hamburg für die U23-Europameisterschaften qualifiziert, die im September in Duisburg ausgetragen werden.
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Viel Kraft, schnelle Bewegungen: Paul Berghoff hat sich bei der internen Regatta in Hamburg für die U23-Europameisterschaften qualifiziert, die im September in Duisburg ausgetragen werden.

Stendal – Die Wettkampfpause war lang. Zu lang? Keiner wusste so richtig, wo er steht. Auch wenn Paul Berghoff nach Ostern schon wieder auf dem Wasser trainieren konnte, so reiste er am Wochenende doch etwas nervös zur Ranglisten-Regatta in Hamburg an.

Erklärtes Ziel: Die Qualifikation für die U23-Europameisterschaften, die am ersten Septemberwochenende in Duisburg ausgetragen werden sollen. Am Ende reichte Rang vier im Einer locker, um in der Nationalmannschaft dabei zu sein.

„Es war schon mit Aufregung verbunden.“ Lange, zu lange hat Paul Berghoff keinen Wettbewerb mehr bestritten. Wusste nicht so richtig, wo er steht. Und wie die Konkurrenz drauf ist. Der Stendaler, der für den SC Magdeburg startet, war aber gut vorbereitet. Nachdem er in der Corona-Krise wochenlang nur daheim auf dem Ergometer trainieren konnte, durfte er nach Ostern zurück aufs Wasser. Sechsmal in der Woche trainiert der 18-Jährige seitdem.

Die interne U23-Leistungsüberprüfung fand in Hamburg-Allermöhe statt. Rund 160 Ruderer gingen bei den ersten inoffiziellen Rennen nach der Corona bedingten Zwangspause im Wasserpark Dove-Elbe an den Start. Im Vorlauf musste Paul Berghoff unter den ersten beiden Booten ins Ziel kommen, um das Finale zu erreichen. Die Boote seien aber schon so gesetzt worden, dass nur drei richtig gute Athleten dabei waren. „Als ich nach 1000 Metern immer noch Dritter war, wusste ich, ich muss jetzt mehr machen“, blickt der Stendaler zurück. Nach 2000 Metern ruderte er aber als Zweiter über die Ziellinie. Die große Anspannung war erst einmal vorbei. Denn als der Finaleinzug perfekt war, stand fest, dass er auf jeden Fall bei der Heim-EM dabei sein würde. Neben einem Einer schickt Deutschland dort auch einen Doppelzweier und einen Doppelvierer ins Rennen. Der Achtplatzierte würde als Ersatzmann mit anreisen. Das wollte Paul Berghoff natürlich nicht.

Und so powerte sich der 18-Jährige im Finale, das am Nachmittag stattfand, richtig aus. Und erreichte das Ziel als Vierter. Der eigentlich eher undankbare Platz ärgerte ihn dann aber nur ein wenig. „Klar wäre ich gern auf dem Podest gewesen“, räumte er ein. Doch es ging vorrangig darum, für die Europameisterschaften nominiert zu werden. Das hat Paul Berghoff geschafft. In welches Boot er dann steigen wird, steht indes noch nicht fest.

Die Nominierten werden in den kommenden Wochen in unterschiedliche Boote steigen, damit die Trainer sehen, welche Ruderer in welchem Boot am besten harmonieren. Nur der Gewinner der Hamburg-Regatta wird im Einer sitzen. Das steht fest. So wird es für Paul Berghoff entweder der Doppelzweier oder der Doppelvierer werden. Im August steht ein gemeinsames Trainingslager auf dem Programm. Dort wird die Entscheidung spätestens fallen.

Gedanken über einen EM-Titel macht sich Paul Berghoff noch nicht. Zwar ist er Weltmeister im Doppelvierer. Allerdings in der U19. In der höheren Altersklasse ist der 18-Jährige einer der Jüngsten und muss sich erst einmal durchbeißen. Doch eine Medaille in einem Mannschaftsboot, in welchem auch immer er dann fahren wird, rechnet sich der Stendaler schon aus. VON SABINE LINDENAU

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