Ausdauer und solide Technik

 Steinitzer Trio bei Deutscher Quad-Meisterschaft erfolgreich

Vier Männer und drei Quads
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Auf dem Quad erfolgreich (v.l.): Marco Braasch, Justin Linke, Ronald Hahn und Luc-Aaron Braasch, die auf eine erfolgreiche Saison bei der Deutschen DMV-X-Country-Meisterschaft zurückblicken.
  • Renee Sensenschmidt
    VonRenee Sensenschmidt
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Altmark – Kürzlich ging mit dem vierten Lauf in Reetz das diesjährige Endurance-Masters, die Deutsche DMV-X-Country-Meisterschaft der Quads, zu Ende. Dabei sicherten sich die Luc-Aaron Braasch (MCV Steinitz) und der derzeit vereinslose Kuhfelder Justin Linke in ihren Klassen die Titel, Marco Braasch wurde Vizemeister der Ü40.

Für den 17-jährigen Luc-Aaron Braasch, der in der Iron-Man-Klasse siegte, war es bereits der vierte Titel, womit er in der internen Familienwertung an seinen Vater Marco, der bislang dreimal bei dieser Rennserie erfolgreich war, vorbeigezogen ist. Für den 15-jährigen Justin Linke (Rookies) war es nach zwei zweiten Plätzen und einem dritten Rang der erste nationale Meistertitel.

Marco Braasch begann vor 37 Jahren beim Enduro-Club Lemgow mit dem Motorsport. Der inzwischen 50-Jährige gehörte vor 22 Jahren auch zu den Initiatoren, die in Steinitz eine Rennstrecke errichteten. Ein Verein wurde gegründet, dessen Mitglieder sich an verschiedenen Rennenserien und Veranstaltungen im Motorsport beteiligen. Die 1500 Meter lange Motocross-Strecke mit ihren 13 Sprüngen bietet dabei ideale Bedingungen für Training und Wettkämpfe. Und das auch für auswärtige Fahrer/innen, die gerade in Corona-Zeiten das Angebot des MCV, hier zu trainieren, gerne nutzen.

Seit 2009 fährt der Mauermeister aus dem Wendland auf einem Quad und hat diese Leidenschaft schön früh an seinen Sohn Luc-Aaron weitergegeben, der seit seinem dritten Lebensjahr auf einem Quad sitzt.

Bei Justin Linke war ebenfalls der Vater, der die Leidenschaft weckte. Dabei ist Ronald Hahn lediglich ein früherer Hobbyfahrer, der zu DDR-Zeiten auf einer MZ ETZ unterwegs war und seit einem Unfall nicht mehr aktiv ist. Doch er schraubt noch immer gerne an Maschinen rum, der Motorsport hat ihn nie losgelassen. Im Jahr 2005 stand Ronald Hahn erstmals in Steinitz an der Strecke und verfolgte die Rennen im ADAC-Nordcup. Er lernte die Leute vom Verein kennen und bekam später auch mit, dass beim MCV Steinitz bereits kleine Kinder mit dem Quad fahren können. Und so fuhr Ronald Hahn mit seinem Sohn zum „Kindertag“ des Vereins, um ihm das Quad-Fahren schmackhaft zu machen. Das gelang nicht gleich auf Anhieb, doch seit 2014 lässt auch Justin Linke dieser Sport nicht mehr los.

Das Endurance-Masters mit Läufen in Deutschen, Polen und in Tschechien hat es der Steinitzer Quad-Gruppe, zu der noch weitere Erwachsene und Kinder gehören, besonders angetan. Das Masters unterscheidet sich von den verschiedenen Meisterschaften im Motocross. Dort werden die Tagessieger bei Läufen zur Landesmeisterschaft und darüber hinaus immer in zwei 15-minütigen Rennen ermittelt. Indes kommt es beim Masters darauf an, in einer bestimmten Zeit die meisten Runden und Meter zurückzulegen. Die Rookies sind eine Stunde, die Ü40 90 Minuten und die Iron-Man´s gar zwei Stunden unterwegs. Eine gute Ausdauer und eine solide Technik sind daher die Grundvoraussetzungen, um hier Erfolg zu haben. „Die Ausdauergeschichte macht mehr Spaß. Es geht entspannter als beim Motocross zu, da es dort zu zahlreichen harten Duellen auf der Strecke kommt“, meinten Luc-Aaron und Justin, die beide ihre gute Fitness in dieser Saison unter Beweis gestellt haben.

Fit sein müssen auch die Quads vom Typ Yamaha YFZ 450 R. Darum kümmern sich die beiden Väter, die sich ihr Wissen nach dem Prinzip „Learning by doing“ selbst beigebracht haben und alles aufsaugen, was die Experten einem so raten. „Am Ende zahlt sich aus, wer gut pflegt und wer nicht“, erklärt Ronald Hahn, der wie Marco Braasch nach den Rennen mit der Unterstützung der Söhne das Quad von Sand, Straub und Dreck befreien muss. Das Quad wird in seine Einzelteile zerlegt, um auch das letzte Staubkorn zu erwischen. Diese Arbeit dauert je nach Aufwand drei bis vier Stunden, ein regelmäßiger Ölwechsel nach vier Stunden Fahrzeit ist notwendig. Andere Verschleißteile werden ebenfalls regelmäßig gewechselt, um bei den Rennen keine bösen Überraschungen zu erleben. Die Technik darf nicht streiken, um Ausfälle zu vermeiden. Und Ronald Hahn und Marco Braasch haben diesen Job in diesem Jahr sehr gut gemacht, gab es doch nicht einen technischen Defekt während der Rennen. „Ich bin da sehr akribisch, der Junge muss sich auf die Technik verlassen können“, so Ronald Hahn.

Im Gegensatz zu den Motocross-Veranstaltungen mit Freiem Training und Zeittraining, müssen sich die Teilnehmer beim Endurance-Masters bei der Einstellung der Maschinen auf ihr Bauchgefühl und ihre Erfahrung verlassen, geht es doch ohne Training gleich mit dem Wertungsrennen los. Die Steinitzer haben auch drei bis vier Reifensätze dabei, sind doch die verschiedenen Strecken unterschiedlich beschaffen. Es gibt harte und weiche Böden, oft auch unterschiedliche Böden auf einer Strecke. Und dann spielt auch das Wetter eine wichtige Rolle bei der richtigen Reifenwahl und den verschiedenen Einstellungen an den Maschinen (u.a. Fahrwerk, Reifendruck, Motor-Drehzahl). „Wir machen uns zu jeder Strecke Notizen, um darauf beim nächsten Mal zurückzugreifen. Bei unbekannten Strecken hilft auch ein vorheriges Videostudium. Man findet zu jeder Strecke im Internet Videos“, berichtet Marco Braasch, der hofft, dass im nächsten Jahr neben dem Endurance Masters auch das bei den Steinitzern beliebte Offroad Scramble wieder stattfinden wird. Bei dieser Meisterschafts-Serie müssen bei den Rennen auch verschiedene Hindernisse gemeistert werden, was die Anforderungen an Mensch und Maschine noch zusätzlich erhöht.

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