Potzehnes Eugen Schunaew drückt seinem Heimatland Kasachstan die Daumen

„Ein Tor würde mich freuen“

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Heute Abend ist er nicht am Ball, sondern sitzt mit seinen Mannschaftskameraden vor dem Fernseher und schaut zu: Eugen Schunaew.

Altmark. Wenn heute um 20.45 Uhr das WM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und Kasachstan angepfiffen wird, sitzt auch Eugen Schunaew gespannt vor dem Fernseher. Der Verteidiger von Fußball-Landesligist SV Grün-Weiß Potzehne ist gebürtiger Kasache und freut sich trotz der klaren 0:3-Niederlage des kasachischen Teams im Hinspiel auf die Partie in Nürnberg.

Im Interview mit der Altmark Zeitung schätzt Schunaew die Chancen des kasachischen Teams ein und spricht auch über Parallelen zum Spiel seiner Potzehner.

AZ: Herr Schunaew, wo werden sie das Spiel heute Abend verfolgen?

Eugen Schunaew: „Wir haben heute Abend noch Training und dann werden wir danach mit der ganzen Mannschaft vor dem Fernseher sitzen.“

Sie leben seit 2001 in Deutschland. Für wen schlägt ihr Herz heute Abend?

„Das stimmt. Ich bin mit meiner Familie damals nach Deutschland gekommen und habe auch die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Das ging problemlos, weil meine Oma Deutsche ist. Ich drücke Kasachstan aber die Daumen. Sie sollen sich gut verkaufen und zumindest alles versuchen.“

Mit welcher Taktik werden die Kasachen ins Spiel gehen?

(lacht) „Das ist ein bisschen wie die Potzehne-Taktik. Hinten sicher stehen und dann kontern. Vielleicht stehen sie diesmal noch tiefer als am Freitag.“

Und diesmal reicht es für ein Tor? Freitag gab es auch zwei gute Chancen...

„Das wird schwer. Zuletzt liefen die Heimspiele immer ganz gut, aber auswärts gab es oft eine Packung. Über ein Tor würde ich mich sehr freuen. Aber die Deutschen spielen auch gern zu null.“

Wie wird denn das Spiel ausgehen?

„Deutschland wird gewinnen. Alles unter vier Gegentoren ist wäre super für Kasachstan. Es kommt aber auch auf den Spielverlauf an. Wenn die Partie wieder so schnell entschieden ist wie am Freitag, dann schonen sich die deutschen Spieler.“

Und dann bekommt Kasachstan wieder gute Tormöglichkeiten?

„Im Hinspiel war es zweimal so, aber man hat dann auch den Unterschied zwischen kleinen und großen Mannschaften im Weltfußball gesehen. Kasachstan hatte zwei dicke Chancen und im Gegenzug gab es den Nackenschlag und die Deutschen machen das dritte Tor.“

Wie intensiv verfolgen sie eigentlich die Karrieren der beiden Deutschland-Legionäre im Team der Kasachen? Heinrich Schmidtgal spielt in der 1. Bundesliga bei Greuther Fürth und Konstantin Engel in der 2. Liga bei Energie Cottbus.

„Heinrich Schmidtgal wird in Kasachstan ‘der kleine Hulk’ genannt. Da er in der Bundesliga spielt, ist er schon irgendwie jede Woche präsent. Ich verfolge seine Karriere deshalb natürlich...“

...und wie präsent ist Konstantin Engel?

„Er kommt zufällig auch aus meiner Heimatstadt Karaganda...“

...kennen sie ihn etwa persönlich?

(lacht) „Das wäre eine schöne Sache, aber nein. Leider kenne ich ihn nicht persönlich auch wenn wir aus der selben Stadt kommen.“

Danke für das Gespräch und viel Vergnügen beim Spiel heute Abend...

Von Michael Jacobs

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