HANDBALL – VERBANDSLIGA Stendal schlägt Seehausen

In Position gebracht

+
Jubel nach dem Derbysieg: Der HV Lok Stendal bezwang die SG Seehausen mit 37:30.

Stendal – 37:30 stand es am Sonnabend nach Abpfiff auf der Anzeigentafel. Schnell bildeten die Handballer des abstiegsbedrohten HV Lok Stendal eine Jubeltraube in heimischer Halle und feierten den Sieg im Verbandsliga-Derby über die SG Seehausen.

Gäste-Trainer Frank Leo hatte dagegen mit seiner personell geschwächten Mannschaft nach dem Spiel nicht viel zu lachen.

Vor allem nicht im ersten Durchgang. „Wir verwerfen vorne und kriegen 21 Tore. Das ist eindeutig zu viel“, haderte Leo mit dem 13:21-Halbzeitstand aus Seehausens Sicht. Stendals Coach Frank Ziekau war auf der Gegenseite froh, dass sein Team den Personalengpass des Gegners zu nutzen wusste. „In der ersten Halbzeit haben wir die völlig überrannt.“ Sein HV Lok-Trainerkollege, Jörg Schulze, brachte es noch genauer auf den Punkt und sagte zu Seehausens ersatzgeschwächter Mannschaft: „Das waren wir die ganze Hinserie, da hat auch kein Mensch nach gefragt. Das haben wir leider auch durch und können da keine Rücksicht drauf nehmen. Wir spielen gegen den Abstieg und brauchen die Punkte. So einfach ist das.“

Dabei hielt Seehausen in der Anfangsphase noch gut mit, ehe sich der HV Lok zwischen der 15. und 25. Minute entscheidend absetzen konnte. Plötzlich waren die Gastgeber acht Tore vorn (18:10). Die SGS konnte den Spielstand zur Pause zunächst nicht korrigieren und ging mit einem 13:21-Rückstand in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel kam Stendal konzentriert aus der Kabine und hielt den Konkurrenten aus der Nordaltmark auf Distanz. Dann folgte ein Bruch. Der HV Lok hat die Begegnung „schleifen lassen und dadurch noch mal spannend gemacht“, bemängelte Ziekau und schob nach: „Wir hätten die mit 45 nach Hause schicken müssen.“

Doch Seehausens Torwart hatte etwas dagegen. Christoph-Elias Nöring war mehrfach zur Stelle, quittierte seine vielen Paraden aber nur mit einem Kopfschütteln. Und dass die Seehäuser Qualität besitzen, zeigten sie in Stendals Schwächephase allemal. Leo erkannte die Situation und ging ein Risiko ein. „Wir kommen bis auf drei Tore heran, sind dann gezwungen aufzumachen, um das Spiel zu entscheiden. Das ging etwas nach hinten los.“

In der Schlussphase lag Seehausen nur noch 27:30 zurück. Stendal begann zu wackeln, rettete den Sieg aber über die Zeit, weil Christoph Wagener eine Doppelchance vergab und Seehausen zwei Siebenmeter ungenutzt ließ. Das Happy End gab es auf Stendaler Seite. „Ich will nicht sagen, dass Stendal gut gespielt hat. Wir haben schlecht gespielt“, nagte Frank Leo an der Niederlage.

HV Lok Stendal:  Kurze, Vogel - Schumann (11 Tore), Gercke (6), Leinung (1), Krähe (6), Hepper, Stephan (2), Rosentreter (6), Sens, Tembe (3), Görnemann (2).

SG Seehausen:  Nöring - Krüger, Wagener (6), Cornehl (4), O. Wille (6), Menofs, F. Wille (2), Mittag (8), A. Söhnel (4).

VON PATRICK NOWAK

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare