HANDBALL – VERBANDSLIGA Seehausen demütig vor Derby

HV Lok plötzlich Favorit

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Selbstbewusster Tabellenzweiter: Elias Tembe (am Ball). Mit seinem HV Lok Stendal bekommt es der Handballer in der Verbandsliga mit der SG Seehausen (Benjamin Mittag und Oliver Wille) zu tun.

Stendal/Seehausen – „Die Situation ist im Augenblick so: Stendal ist oben mit bei, wir quälen uns im Mittelfeld herum. Da ist die Favoritenrolle schon eigentlich klar definiert.“ 

Frank Leo, Trainer des Handball-Verbandsligisten SG Seehausen, stellt beim ersten Blick auf die Verbandsliga-Tabelle das Wesentliche heraus. Für die Seehäuser geht es morgen ab 15 Uhr zum altmärkischen Konkurrenten HV Lok Stendal.

Vor dem Derby zeigen sich die Seehäuser (8. Platz) demütig und honorieren die bis dato vollbrachte Leistung der Stendaler (2.). Acht Siege, eine Punkteteilung und eine Niederlage weist der Statistikzettel des morgigen Gegners auf. Und diesem zollt Seehausens Frank Leo im Vorfeld seinen Respekt.

„Die haben ja auch gute Ergebnisse. Es ist alles nicht schlecht, was die da machen.“ Unabhängig von der derzeitigen Ausgangssituation treten die Nordaltmärker ihre Auswärtsaufgabe nicht kampflos an. Einen entscheidenden Aspekt filtert Leo aus dem aktuellen Stendaler Lauf dennoch für seine eigene Mannschaft heraus. Eventuell bietet die starke Serie des Kontrahenten Konzentrationsschwächen, Nachlässigkeit und eine gewisse Erwartung, dass in dieser starken Phase vieles wie von alleine funktioniert. „Man kann es hoffen. Ich meine, vielleicht unterschätzen sie uns auch“, pocht Leo auf ein Sättigungsgefühl des Zweitplatzierten.

Diesen Gefallen will der HV Lok Stendal den Leo und Co. nicht tun. Die Vorfreude und Bereitschaft ist im Lager des HV Lok groß. „Da ist schon ein bisschen ein anderes Kribbeln, wenn wir so ein Derby haben. Das ist bei den Spielern und bei uns Trainern so“, sagte Stendal-Coach Jörg Schulze. Die Rolle des plötzlichen Favoriten wird gerne angenommen. Sie macht die Rolandstädter vom Gefühl her noch stärker. „Wir wollen das ausnutzen, spielen zu Hause und haben einen relativ guten Lauf bis jetzt.“

In der Vorsaison hat Schulze mit seinen Handballern im harten Abstiegskampf gesteckt. Diese Sorgen sind Stand jetzt gar nicht existent. Umso mehr kostet der HV Lok dieses Momentum in vollen Zügen aus. „Unangenehm ist das auf keinen Fall. Wir genießen das so ein bisschen. Da haben wir die letzten Jahre andere Erfahrungen gemacht“, verweist der Trainer des Gastgebers auf die nicht immer einfache Vergangenheit. Doch morgen Nachmittag liegt der Fokus auf der Leo-Sieben. „Gegen Seehausen haben wir sicherlich gemischt gespielt die letzten Jahre“, betonte Jörg Schulze.

VON PATRICK NOWAK

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