1. FC LOK STENDAL Sechs Verträge laufen aus / Schulz vor Unterschrift

Planung in ungewissen Zeiten

Sebastian Hey (links) hat sich in der Innenverteidigung des 1. FC Lok Stendal etabliert. Der Vertrag des 22-Jährigen läuft im Sommer aus. Der Verein möchte verlängern.
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Sebastian Hey (links) hat sich in der Innenverteidigung des 1. FC Lok Stendal etabliert. Der Vertrag des 22-Jährigen läuft im Sommer aus. Der Verein möchte verlängern.

Stendal – Die Corona-Krise hat Deutschland und die Welt fest im Griff. In allen Bereichen des Lebens herrscht Ungewissheit, der normale Alltag ist außer Kraft gesetzt. Wann und wie zur Normalität zurückgekehrt werden kann, weiß niemand.

Auch die Verantwortlichen des 1. FC Lok Stendal nicht. Dennoch müssen der Vize-Präsident Sport, Guido Klautzsch, und Trainer Jörn Schulz dieser Tage die Planung für die kommende Spielzeit forcieren.

Für welche Liga, wissen sie nicht. Welches Geld zur Verfügung steht, ist ebenso fraglich. Gewiss ist nur, dass die Verträge von sechs potenziellen Leistungsträgern auslaufen. Unabhängig vom weiteren Verlauf der Krise besteht also Handlungsbedarf.

Konkret muss die weitere Zusammenarbeit mit Tim Schaarschmidt, Sebastian Hey, Patrick Baudis, Martin Krüger, Felix Behling und Vincent Kühn geregelt werden. Die Kontrakte der sechs Vertragsspieler laufen nur noch bis zum 30. Juni. Klautzsch hätte das Thema aus Sicht des Vereins gerne zeitnah vom Tisch: „Sportlich haben wir nichts zu beanstanden. Das sind alles gestandene Spieler, auf die wir nicht verzichten möchten.“ Vor allem der Verlust der gut funktionierenden Defensivachse Hey-Schaarschmidt-Baudis würde die Stendaler schwer treffen. Der 1. FC Lok möchte nicht nur deshalb keinen der Akteure im Sommer verlieren. In dieser Woche laufen die konkreten Gespräche an. „Wir wissen noch nicht, wie die Sicht der Spieler ist und was ihre Pläne sind“, kann Klautzsch noch keinerlei belastbare Aussagen über eine weitere Zusammenarbeit treffen.

Sicher ist, dass sich Klautzsch und Jörn Schulz bezüglich der Kaderplanung in einem vertraulichen Gespräch auf einen konkreten Fahrplan geeinigt haben. „Wir sind überzeugt, dass unser Kader ein guter Kader ist. Deshalb ist es unser Wunsch, ihn in dieser Form zusammenzuhalten. Dazu bedarf es einer finanziellen Kraftanstrengung und dem Verständnis der Spieler für die Situation des Vereins aufgrund der Krise“, erklärt der Vize-Präsident. Worauf Guido Klautzsch anspielt, ist die besonders schwierige Gesamtlage, in der Einigungen erzielt werden müssen. „Auf unserer Ebene spielt niemand mehr nur für das Logo auf der Brust. Natürlich geht es auch ums Geld und da sind wir auf unsere Sponsoren angewiesen. Allerdings weiß niemand, wie die durch die Krise kommen und ob alle Sponsorenverträge so aufrechterhalten bleiben.“

Die sportliche Führung der Stendaler wird einen Kader zusammenstellen müssen, ohne genau zu wissen, welches Geld dafür zur Verfügung steht. Ergebnisse lassen sich daher nur bei Zugeständnissen vonseiten der Aktiven erzielen. „Die Spieler müssen Verständnis aufbringen, dass wir uns in Zukunft vielleicht in anderen Dimensionen bewegen müssen“, appelliert Klautzsch, der keine Idee hat, „wie viel Sponsorengeld nach Corona noch vorhanden ist.“

Planungssicherheit ist im Fußball aktuell also das höchste Gut. Beim 1. FC Lok Stendal zeichnet sich diese zumindest auf der Trainerposition ab. Zwar läuft auch der Kontrakt von Jörn Schulz im kommenden Sommer aus, doch seine Verlängerung fällt nur noch in die Kategorie „reine Formsache.“ Mündlich haben sich beide Seiten bereits auf eine weitere Zusammenarbeit verständigt. „Es hat keine zwei Minuten gedauert, dann war klar, dass wir die Arbeit so fortführen wollen“, berichtet Klautzsch von seinem wohl leichtesten Vertragsgespräch dieses Frühjahrs. Die schriftliche Fixierung der Verlängerung soll in Kürze folgen.

Bei Schaarschmidt, Baudis und Co. könnte der Weg bis zur Unterschrift steiniger verlaufen. „Es werden bestimmt nicht nur schöne Gespräche“, befürchtet Klautzsch.

VON TOBIAS HAACK

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