TRIATHLON

Philipp Lenz: „Das ist genau mein Ding“

Triathlet Philipp Lenz während eines Wettkampfs auf dem Fahrrad
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Sein Lieblings-Sportgerät: Rund zehn Stunden in der Woche ist Triathlet Philipp Lenz auf zwei Rädern unterwegs.
  • Florian Schulz
    VonFlorian Schulz
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Wer behauptet, Philipp Lenz könne sich nicht für die richtige Sportart entscheiden, übt zweifellos Kritik auf hohem Niveau. Was der 26-Jährige, der ursprünglich aus Algenstedt stammt, pro Woche in sportlicher Hinsicht auf sich nimmt, ist schon phänomenal. Zumal Lenz den Ausdauersport nach seinen Stationen beim Fuß- und Volleyball erst verhältnismäßig spät für sich entdeckt hat.

Magdeburg/Gardelegen - Mal eben von Magdeburg nach Salzwedel fahren und einen Halbmarathon in 1:17 Stunden absolvieren: Was für viele Laufenthusiasten nicht mehr als ein nie wahr werdender Traum ist, gelingt Philipp Lenz mal eben gefühlt im Vorbeigehen. So trumpfte er kürzlich beim 3. Altstadtlauf in der Jeetzestadt ganz groß auf und sicherte sich mit persönlicher Bestzeit über die 21,1 Kilometer – wie auch schon 2020 – den Gesamtsieg. Üblicherweise sieht sich der gebürtige Westaltmärker, der mittlerweile aber berufsbedingt in der Landeshauptstadt heimisch ist, eher als Triathlet.

Dabei hatte alles mit dem Ball am Fuß angefangen. Vor allem durch seinen Großvater motiviert, schloss sich Lenz schon mit sechs Jahren dem SSV 80 Gardelegen an. Bis zur A-Jugend jagte der Mittelfeldakteur dem runden Leder nach. „Dann wurde es mir aber doch zu ruppig“, blickt der Westaltmärker zurück. Zwar bereitete ihm das Kicken jederzeit Spaß, doch viele Verletzungen bremsten ihn im Laufe der Jahre aus.

Philipp Lenz: Aufwand und Ehrgeiz werden immer größer

Nur gut, dass Philipp Lenz einen zweiten Pfeil im Köcher hatte. Dieser nannte sich Volleyball. Baggern und pritschen – das tat Lenz bereits seit der dritten Klasse. „Beides konnte man parallel aber nicht wirklich machen. Beide Trainer waren schon böse, dass ich mich nicht für eine Sportart entscheiden konnte“, muss der 26-Jährige schmunzeln. Die Entscheidung fiel mit 17 Jahren dann aber zugunsten des Volleyballs aus. „Das hat immer mehr Zeit und Training auf sich genommen. Dazu wurde der Ehrgeiz immer größer“, verrät er.

Die Volleyballzeit hat mir zunächst auch sehr gefehlt.

Triathlet Philipp Lenz

Zumal die SSV-Cracks sogar den Sprung bis in die 3. Liga schafften. Natürlich auch dank vieler starker Vorstellungen von Zuspieler Lenz, der im Nachwuchsbereich auch Bestandteil der Landesauswahl war. „Das war schon eine coole Zeit, zumal wir allesamt Kumpels waren“, erinnert sich der 26-Jährige gern zurück. Umso trauriger das abrupte Ende, nachdem zahlreiche Leistungsträger – so auch Philipp Lenz selbst, der sogar gänzlich aufhörte – Gardelegen verließen. Der SSV zog sich aus der Drittklassigkeit zurück. „Die Volleyballzeit hat mir zunächst auch sehr gefehlt“, gibt er zu.

Doch Lenz hatte sich bereits ein weiteres „Standbein“ geschaffen. Schon während seiner Volleyball-Zeit stellte er fest: „Der körperliche Aufwand ist ja nicht allzu groß wie beispielsweise beim Fußball.“ Also hielt sich der Sportenthusiast nebenbei häufig mit Läufen oder Rennrad-Touren fit. Mittlerweile war er auch in Braunschweig wohnhaft, betrieb regelmäßig Ausdauersport und wurde durch seinen ersten Triathlon laut eigener Aussage förmlich „angefixt“. Fortan gab es keinen Weg zurück mehr. „Laufen konnte ich schon immer gut, Radfahren mit der Zeit auch, nur beim Schwimmen ist es seit jeher immer beim ‘Geht schon irgendwie’ geblieben“, verrät der 26-Jährige, der von Freunden und Familie immer wieder stark unterstützt wurde und noch immer wird.

Philipp Lenz kam durch Bekannten zum Vereinstraining

Mittlerweile ist Philipp Lenz in Magdeburg heimisch geworden. Durch seinen Bekannten Timo Stephani zog es ihn zum Ausdauertraining bei der SG Eintracht Ebendorf. „Sicherlich kein Verein, der in Magdeburg besonders namhaft ist, doch es bereitet mir großen Spaß“, so Lenz. Im Sommer wird einmal wöchentlich Lauftraining absolviert, im Winter hingegen Stabilisations- und Schwimmtraining.

Den Großteil seiner Freizeit verbringt der Wahl-Landeshauptstädter aber auf zwei Rädern – entweder auf dem Rennrad oder dem Mountainbike. „Von den vielleicht 15 Sportstunden pro Woche verbringe ich bestimmt zehn auf dem Rad“, verdeutlicht er. Im Sommer natürlich unter freiem Himmel, in den kalten Monaten in den eigenen vier Wänden auf der Rolle. „Im Frühjahr nehme ich auch gern mal an reinen Läufen teil. Der Aufwand ist wesentlich geringer als bei einem Triathlon“, verdeutlicht der 26-Jährige.

Ausdauersport ist genau mein Ding. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dauerhaft noch mal etwas Anderes zu machen.

Triathlet Philipp Lenz

Philipp Lenz hat noch ein Ziel

Doch Triathlon – das ist und bleibt seine Sportart. „Ausdauersport ist genau mein Ding. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dauerhaft noch mal etwas Anderes zu machen“, so Philipp Lenz. Die „Hölle von Quedlinburg“ oder auch XTERRA in Zittau – die Europameisterschaft im Crosstriathlon – waren bislang seine großen Höhepunkte. Bei beiden Wettkämpfen fand sich Lenz in der Endabrechnung im vorderen Feld ein.

Irgendwann beim Ironman auf Hawaii zu starten – das wäre die Erfüllung eines großen Traumes. „Das wird aber schwierig, zumal man dafür gesund bleiben und noch ein paar Jahre konsequent darauf hintrainieren muss“, weiß der 26-Jährige. Doch Philipp Lenz hat in seiner (bunten) sportlichen Laufbahn schon einige nahezu wundersame Dinge erlebt.

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