FUSSBALL – 2. LIGA: Der 1. FCM triumphiert beim Hamburger SV

Der perfekte Moment

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Lewis Holtby kämpfte vergebens. Gegen den 1. FCM mit Timo Perthel (v.r.) und Marius Bülter waren er und der Hamburger SV machtlos. 

Hamburg – Der Schlusspfiff ging fast im Jubel der FCM-Fans unter. Trainer und Spieler liefen auf den Rasen und feierten ihn: den grandiosen Sieg beim Hamburger SV.

Vier Minuten Nachspielzeit. Als der vierte Offizielle am späten Montagabend die Anzeigetafel hochhielt, begann bei manchem Fan schon das große Zittern. Zu oft hat der 1. FC Magdeburg in der Schlussphase Punkte abgeschenkt. Doch beim einstigen Bundesliga-Dino lief alles anders. Ausgerechnet hier, wo sich Bundesligaluft inhalieren lässt. Wo der HSV von der Papierform und vom Etat her locker hätte gewinnen müssen gegen den Aufsteiger, der mitten im Abstiegskampf steckt.

„Ich glaube, dass wir unseren Fans einen wunderbaren Abend beschert haben“, meinte Trainer Michael Oenning. Er sah seine Mannschaft über 90 Minuten mutig und leidenschaftlich nach vorn spielen. Und das, obwohl sie nach einem Freistoß der Hamburger in der 31. Minute in Rückstand geriet. Dass seiner Elf zuvor ein regulärer Treffer aberkannt wurde, den Felix Lohkemper schön herausgespielt hatte, war nun nicht mehr so wichtig. Zumal sich die Fehlentscheidungen an diesem Abend vor fast 50.000 Zuschauern im Volksparkstadion ausglichen. Der Ausgleichstreffer durch Marius Bülter in der 60. Minute und der Lucky Punch durch Philip Türpitz in der Nachspielzeit sorgten für einen nicht enden wollenden Freudentaumel. Team und Trainer wollten den Moment einfach nur genießen.

„Am Ende haben wir uns den Sieg erarbeitet. Er war etwas glücklich, wir waren aber mal an der Reihe“, so Oenning. Der 1. FCM setzte um, was er sich vorgenommen hatte. Und das trotz der schlechten Vorzeichen. Am Sonntag hatte Giorgi Loria beim Abschlusstraining erklärt, dass er mit seinen Adduktorenproblemen nicht würde spielen können. Alexander Brunst rutschte für ihn in die Startelf. Ob er die gleiche Souveränität würde ausstrahlen können wie der georgische Nationaltorhüter, schien fraglich. Doch Brunst nutzte seine Chance.

„Ich glaube, dass wir die schwierigere Situation hatten, wir durften überhaupt keine Fehler machen“, machte Oenning nach dem 2:1-Erfolg noch einmal deutlich. Seine Elf spielte auch in den Schlussminuten auf Sieg. „Wir haben hier heute einen Spielstil an den Tag gelegt, das trauen sich auch nicht alle Mannschaften. Wir haben nicht gespielt wie eine Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt“, machte der Trainer seinem Team Komplimente. Sein Hamburger Pendant wirkte indes richtig frustriert. „Wir wussten, dass wir auf einen sehr physischen Gegner treffen, der aus der Raute sehr gut nach vorn verteidigt.“ Doch das Wissen darum hat Hannes Wolf und seinem HSV nichts genützt. Er haderte mit den vielen leichten Fehlern seiner Schützlinge, die einen Spielfluss verhinderten.

„Ich glaube, heute haben wir einfach das Momentum bei uns gehabt mit den Fans im Rücken“, sagte Oenning, der sich gut in Wolfs Lage versetzen konnte. Ging es ihm doch schon des Öfteren so, kurz vor Ende mit leeren Händen dagestanden zu haben. Der Coach weiß aber auch: „Wir müssen das Woche für Woche auf den Platz bringen, das ist nicht so einfach.“ Bereits am Sonnabend geht es für die Magdeburger weiter im Abstiegskampf. Sie wollen den Flow nutzen und gegen Darmstadt siegen.

VON SABINE LINDENAU

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