Fußball, Verbandsliga: 1. FC Lok Stendal lädt zum Kontern ein und geht gegen SV Merseburg unter

1:4 – Es passt fast nichts!

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Vincent Kühn (links) ist mit dem 1. FC Lok Stendal in der Verbandsliga ordentlich in Schieflage geraten. Die gestrige 1:4-Heimniederlage war mehr als ernüchternd.

Stendal. Lag es an der unfreiwilligen Pause in der Vorwoche? Waren es die schwerwiegenden Ausfälle von Moritz Instenberg, Benedikt Nellessen und Philipp Groß? Oder war es schlicht und einfach die Qualität, die fehlte?

Das gestrige Spiel des 1. FC Lok Stendal wirft viele Fragen auf. Gegen Aufsteiger SV Merseburg gingen die Altmärker vor heimischer Kulisse mit 1:4 (0:3) unter und offenbarten taktische Fehler, die man eigentlich glaubte, längst hinter sich gelassen zu haben.

Bestes Beispiel: Das Gegentor zum 0:1. „Wir haben eine Ecke, bekommen den zweiten Ball nicht, ziehen das taktische Foul nicht und kommen so in eine Unterzahlsituation, die Merseburg klasse ausspielt“, beschreibt Trainer Sven Körner die Fehlerkette seiner nicht nur in dieser Szene indisponierten Mannschaft. Dem 0:1 von Stephan Neigenfink (23.) in einem zuvor offenen Spiel, in dem Lok selbst durch Niclas Buschke und Philipp Grempler hätte in Führung gehen können, folgten bis zur Pause Fehler am Fließband. Und Konter der Gäste, die aufgrund ihres Tempos und ihrer Präzision kaum noch zu verteidigen waren. Das 0:2 sowie das 0:3 von Abdel Aziz El Gourmat (34., 41.) entstanden aus leichten Ballverlusten im Mittelfeld, die Merseburg eiskalt bestrafte.

„Wir hatten riesen Abstände, haben die Halbräume geöffnet und die Passwege nicht zugestellt. Wir hatten den Plan, ihr Spiel auf die Außenbahnen zu lenken. Das haben wir nicht hinbekommen“, konstatierte Körner, dass es seine Elf nicht geschafft hat, die Vorgaben umzusetzen. Zwar kamen die Stendaler selbst auch zu etlichen Großchancen, doch mehr als ein Jokertor von Lukas Breda (74.) sprang nicht heraus. Offensiv nachlässig, defensiv zu offen. Merseburg hatte es nicht sonderlich schwer, die Punkte aus der Altmark zu entführen und wurde auch in Abschnitt zwei zum Kontern eingeladen. Einen weiteren Treffer markierte Ahmed Haji Abdirizak – nach bekanntem Strickmuster (78.).

„Es kann nicht sein, dass wir so offen stehen. Die können am Ende sogar noch das 5:1 oder 6:1 machen“, blieb Körner nach Schlusspfiff zwar gefasst, zeigte sich aber sichtlich enttäuscht. Der Ausfall der Führungsspieler Groß, Instenberg und Nellessen sei für den Trainer keine Ausrede für ein derartiges Auftreten. „Es gibt klare Absprachen, die wir nicht eingehalten haben. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen“, so Körner, der vor einer Menge Arbeit steht.

• Tore: 0:1 Stephan Neigenfink (23.), 0:2, 0:3 Abdel Aziz El Gourmat (34., 41.), 1:3 Lukas Breda (74.), 1:4 Ahmed Haji Abdirizak (78.). • SR: Naujoks (Magdeburg). • Zuschauer: 213.

Von Tobias Haack

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