Fußball: Der FSA-Spielausschussvorsitzende Klaus-Peter Fischer bezieht Stellung zum aktuellen Winterchaos

„Ab Ostern müssen wir handeln“

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Nichts geht mehr! An Fußball ist auf den Plätzen der Altmark nicht mehr zu denken. Das anhaltende Winterwetter macht die Austragung der angesetzten Spiele nahezu unmöglich. 

Magdeburg/Altmark. Der Spielbetrieb in der Altmark liegt aufgrund des jüngsten Wintereinbruchs sprichwörtlich auf Eis. Die Nachholspiele häufen sich, die Termine werden knapp. Eine schwierige Situation für Vereine und Verbände.

Im Interview mit AZ-Sportredakteur Tobias Haack erklärt der FSA-Spielausschussvorsitzende Klaus-Peter Fischer den Standpunkt des Landesverbandes, was von den Vereinen erwartet wird und warum noch kein Grund zur Panik besteht.

AZ-Interview

Herr Fischer, im Dezember und Februar wurden so viele Spiele abgesagt, dass Nachholtermine bereits knapp werden. Für das kommende Wochenende sind die Vorhersagen ebenfalls schlecht. Wie prekär ist die Lage?

Es ist schon prekär, aber wir haben solche Situationen in der Vergangenheit schon häufig gehabt und immer gemeistert. Natürlich müssen wir uns Gedanken machen, aber im Augenblick ist das sinnlos, da ja ein Ende des Winters noch nicht abzusehen ist.

Haben Sie Verständnis für die Vielzahl der Absagen in dieser Saison?

Ja, das Verständnis müssen wir haben. In der kommenden Saison wird es dann eine siebte Landesklasse-Staffel geben und die Anzahl der Mannschaften wird auf jeweils 14 reduziert. Zumindest in der Landesklasse sollten wir dann mehr Spielraum bekommen.

Wäre eine Reduzierung der Mannschaften nicht auch für andere Spielklassen überlegenswert?

Machbar wäre das auch. Aber je höher Sie kommen, desto schwieriger lässt sich das planen. Es hängt damit zusammen, wie viele Absteiger aus der 3. Liga, der Regionalliga und der Oberliga auf die Ligen verteilt werden müssen. Hinzu kommen Vereine, die zurückziehen oder nicht aufsteigen wollen. Es lässt sich schwer planen. Vielleicht wäre es möglich, die Landesliga auf drei Staffeln auszubauen, aber das steht noch in den Sternen.

Die Absagen im Moment sind aufgrund der Witterung unstrittig. Anders sah es im Dezember aus, als das Wetter noch besser war. War der ein oder andere Spielausfall damals zu voreilig?

Voreilig ist es, dass manche Gemeinden die Plätze einfach für einen gewissen Zeitraum sperren. Ich möchte aber auch die Vereine nicht in Schutz nehmen. Auch hier gibt es sicherlich Spielverderber, die den Bürgermeister um eine Platzsperre bitten, bloß weil vielleicht drei Spieler verletzt sind. Da können wir aber leider nur wenig gegen machen.

Von Vereinsseite wird seit Jahren beklagt, dass überhaupt Spiele in den Wintermonaten Dezember und Februar angesetzt sind.

Natürlich könnte man die Hinrunde auch von Anfang August bis November spielen, aber dann werden Sie sehen, dass die Vereine kommen werden und sich beklagen, dass die Saison mitten in den Sommerferien beginnt. Die Frage ist, nach wem wir uns richten wollen. Die Kritik mag berechtigt sein, aber meiner Meinung nach kann man im Dezember meistens noch gut spielen.

Wäre nicht dennoch ein bisschen mehr Flexibilität im Rahmenterminplan hilfreich?

Es braucht einen einheitlichen Saisonabschluss, um die Fragen nach Auf- und Abstieg klären und eventuelle Relegationsspiele ansetzen zu können. Im Notfall wäre es vielleicht möglich, die Saison eine Woche zu verlängern. Aber jetzt schauen wir erstmal, was bis Ostern passiert und dann müssen wir handeln.

Sportlich droht aufgrund der möglichen englischen Wochen im Frühjahr eine Wettbewerbsverzerrung. In der Landesklasse steht Titelfavorit Gardelegen beispielsweise schon bei vier Nachholspielen. Gleiches gilt für Abstiegskandidat Beetzendorf.

Da müssen die Vereine dann halt durch. Wir versuchen es natürlich bestmöglich zu organisieren, aber ändern können wir es nicht.

In der Ostaltmark gibt es drei Kunstrasenplätze. Auf allen Dreien zusammen fand am vergangenen Wochenende genau ein Punktspiel im Herrenbereich statt. Müssen die Vereine flexibler werden und auch mal auf Standorte mit Kunstrasen ausweichen?

Das wäre wünschenswert und wir haben das auch schon auf diversen Staffeltagen angesprochen, aber erzwingen kann man nichts. Außerdem muss man vorsichtig sein: Auch Kunstrasenplätze können bei Kälte glatt und unbespielbar sein.

Die Vereine beklagen sich über die Verbände, die Verbände fordern mehr Offenheit der Vereine. Wäre es nicht an der Zeit, in einem ergebnisoffenen Dialog gemeinsam nach Lösungen zu suchen?

Wir diskutieren mit den Vorsitzenden der Kreisverbände. Die diskutieren mit ihren Vereinen. Außerdem finden regelmäßig Staffeltage statt. Der Austausch ist da. Ein Problem ist es aber, dass die Vereine zu den Staffeltagen nicht immer aussagekräftige Verantwortliche schicken. Überspitzt gesagt, sitzt da manchmal nur der Hausmeister und der kann keine konkreten Aussagen treffen. So ist es dann natürlich schwer.

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