AZ-Serie „Der letzte Mann“

Marc Brehmer hat beim OFC die Übersicht

Marc Brehmer vom Osterburger FC sichert sich den Ball
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Packt zu: Marc Brehmer. Der Schlussmann des Osterburger FC bevorzugt das moderne Torwartspiel, bringt sich auch verbal ein. Dabei hatte er sich erst in der D-Jugend dem OFC, seinem ersten Verein, angeschlossen.
  • Patrick Nowak
    vonPatrick Nowak
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Er kann mal der rettende Held sein, mal der verfluchte Versager. Seine Position ist Fluch und Segen zugleich. Mal wird er gefeiert, mal ausgepfiffen. Der Torhüter wandelt stets auf dem schmalen, oder eben torbreiten Grat zwischen Triumph und Niederlage. Dadurch nimmt er im Fußball eine ganz besondere Rolle ein. In unserer AZ-Serie widmen wir uns dem „letzten Mann“ auf dem Rasen. Marc Brehmer (Osterburger FC) versucht gerne mitzuspielen und weiß, wie entscheidend es ist, seine Mitspieler zu koordinieren.

Osterburg – Marc Brehmer vom Osterburger FC macht kein Geheimnis daraus, dass die Torwartposition ihre Besonderheiten besitzt. Das Blickfeld auf den gesamten Fußballplatz ist groß. Er nutzt es für sich, beobachtet das Geschehen während des Spiels aufmerksam. Und handelt verbal, wenn es sein muss. „Ich bringe mich schon ein und versuche, die Leute im zwischenmenschlichen Bereich zu pushen. Das geht für mich einher, dadurch, dass man alles von hinten sieht.“ Seine Mitspieler bei gegnerischen Standardsituationen zu coachen ist mittlerweile Routine.

Ich bringe mich schon ein und versuche, die Leute im zwischenmenschlichen Bereich zu pushen. Das geht für mich einher, dadurch, dass man alles von hinten sieht.

Marc Brehmer (Torhüter des Osterburger FC)

Der gebürtige Ballerstedter beteiligt sich am OFC-Spielaufbau, will aktiv mitwirken. Wie sein Vorbild Manuel Neuer. Brehmer erinnert sich auch an ausbaufähige Zeiten, in denen er nicht entschlossen genug war, zu zögerlich aus dem Tor herausgelaufen ist. „Damals war ich auch mal der Leidtragende, habe mich aber ausprobiert.“ Fehler gehören zum Torwart-Dasein dazu. Aber: Daran wächst man.

Der Held für seine Mannschaft zu sein, gefällt ihm wesentlich besser. Brehmer kramt in seinem Gedächtnis. Und hebt zwei Spiele hervor, die ihm persönlich gut in Erinnerung geblieben sind. Gegen Saxonia Tangermünde glänzte er als C-Jugendlicher im Pokalspiel. Brehmer parierte mehrere Strafstöße, sicherte Osterburg den Sieg nach Elfmeterschießen. Ebenso gab es ein schweres Spiel gegen den SSV Gardelegen. Der Gegner hatte hochkarätige Chancen. Brehmer hielt das OFC-Tor sauber – 1:0. „Es war ein umkämpftes Spiel an einem Freitagabend. Da habe ich die Mannschaft zum Dreier gebracht.“

Marc Brehmer

Alter: 24

Verein: Osterburger FC

Position: Tor

Rückennummer: 1

Vorbild: Manuel Neuer

Stationen:

Nachwuchs: Osterburger FC

Herren:

2015 - 2017: SV Krüden/Groß Garz

seit 2017: Osterburger FC

Marc Brehmer war fußballerischer Spätzünder

Dabei hatte Brehmer etwas Zeit benötigt, um den Weg in einen Fußballverein zu finden. Er war erst zur D-Jugend zum OFC gestoßen. Zuvor fand man ihn in Ballerstedt mit einem Ball am Fuß – allerdings fernab des Wettbewerbgedankens. „Wir haben dort als Dorfjugend ein bisschen gekickt. Da gab es jetzt keinen dezidierten Verein. Es wurde sich freitags immer getroffen.“

Als dieses Angebot nicht mehr existierte, kam Brehmer zu den D-Junioren der Osterburger. Und entwickelte sich dort bis hin in den Herrenbereich. Zwischenzeitlich gab es ein zweijähriges Engagement beim SV Krüden/Groß Garz. „Dann bin ich zurück zum OFC gegangen und bin bis jetzt da.“

Das macht es auch aus beim OFC. Wir sind Freunde neben dem Platz. Da ist einiges zusammengewachsen.

Marc Brehmer

Dort fühlt er sich wohl. Auch aufgrund der guten Jugendarbeit. „Wir sind quasi die Älteren jetzt“, spielt er auf Kapitän Phillip Magerin (24) an, mit dem Brehmer die deutlich jüngeren Osterburg-Akteure anleitet. Der Keeper will vorangehen. Und etwas beim OFC bewegen. Gerade unter dem Aspekt, dass der IT-Projektmanager in der Region verwurzelt ist und spürt, dass sich etwas positives bei den Biesestädtern entwickelt.

Nicht nur an den Spieltagen, sondern darüber hinaus. „Das macht es auch aus beim OFC. Wir sind Freunde neben dem Platz. Da ist einiges zusammengewachsen“, so Brehmer, den es reizt, mit seiner jungen Elf eine gute Rolle in der Altmark zu spielen.

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