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Osterburger FC hat den SC Bernburg am Rande einer Niederlage

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Von: Tobias Haack

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Konrad Becker behauptet den Ball.
Konrad Becker (links) legte das 1:0 für den OFC auf. © Haack, Tobias

Der Osterburger FC hat die große Sensation in der 2. Runde des Fußball-Landespokals am Sonnabend knapp und unglücklich verpasst. Im Heimspiel gegen Verbandsligist SC Bernburg war von einem Zwei-Klassen-Unterschied nichts zu sehen und dennoch verlor der OFC in der Verlängerung noch deutlich mit 1:4 (1:1, 1:0).

Dass die Gäste auf überhaupt nur einen Treffer kommen würden, zeichnete sich während der regulären Spielzeit zu keiner Phase ab. Osterburg war die bessere Mannschaft – und das von Beginn an. Frech und mutig gingen die Biesestädter ihr „Bonusspiel“ (David Rose) auf der etwas größeren Bühne an. Bereits in der vierten Minute war der SCB zum ersten Mal überrumpelt. Spielmacher Konrad Becker steckte zum aufgerückten Rechtsverteidiger Moritz Noack durch und dieser vollstreckte vor 51 verdutzten Zuschauern zum frühen 1:0.

Traumstart des Underdogs

„Wir wollten erstmal gucken, was hier so geht und dann haben wir gemerkt: Oh, hier geht ja ganz schön viel“, erklärte OFC-Trainer David Rose die Herangehensweise des Landesklassisten und amtierenden Kreispokalsiegers an diese Begegnung. Mit welchen Vorsätzen Bernburg ins Spiel gegangen war, ließ sich indes nicht erkennen. Leblos, planlos und unmotiviert trat der Verbandsligist auf. Bei einem Kopfball von Jakob Gernecke verhinderte SC-Torhüter Robin Busse das 2:0 (15.). Nach einem frechen Picke-Abschluss von Lennart Müller hatte der Schlussmann das Leder erst im zweiten Versuch sicher (25.).

Aufgrund ihrer frühen Führung standen die Hausherren tief, überließen Bernburg den Ball und setzten auf Konterfußball. Die Fehlerquote des Favoriten, dem Fehlpässe in Reihe unterliefen, sobald Osterburg auch nur ein bisschen aggressiv anlief, ermöglichte der Rose-Elf gute Chancen. Nach einem weiteren Bernburger Ballverlust zog Konrad Becker ab, verfehlte aber knapp (41.). Mit dem 1:0 ging es in die Kabinen.

Rieger kann es entscheiden

Kurz nach der Pause musste der Osterburger Anhang einmal kurz zittern: Nils Erik Fahland brach mit Tempo durch, traf dann aber die falsche Entscheidung (48.). Fast im direkten Gegenzug war das zweite Tor dann zum Greifen nah, Maximilian Rieger traf nach einer feinen Flanke von links aber nur die Querlatte (49.). Der Angreifer der Biesestädter hätte die Partie nicht nur in dieser Szene entscheiden können. Nach einer Stunde zog Rieger nach einem weiteren Konter auf und davon, setzte dann im Eins-gegen-eins aber den Lupfer neben das Tor.

Bernburger Glückstreffer

In der Folge plätscherte das Geschehen dahin. Erst in der 80. Minute lag tatsächlich mal so etwas wie der Ausgleich in der Luft, Leon Franz rettete aber mit einer Super-Grätsche, ehe es ernsthaft brenzlig wurde. Der OFC hatte alles im Griff und dennoch reichte es nicht. Der bittere 1:1-Ausgleich fiel kurios. Ein Befreiungsschlag landete am Kopf eines Bernburgers, der Ball sprang vor die Füße von Stoßstürmer Usman Taiwo und der schob aus heiterem Himmel ein (85.).

Am Ende geht die Puste aus

Es ging in die Verlängerung und hier lagen die Vorteile klar bei den Gästen. Ihre stabile Verbandsliga-Fitness und ein breiter Kader spielten den Bernburgern in die Karten, während der OFC nun spürbar an seine körperlichen Grenzen stieß. Taiwo (93.) und Fahland (103.) nutzten dann auch gleich die beiden ersten SC-Chancen zur Vorentscheidung. Osterburg aber glaubte weiter an das Wunder, warf alles rein und traf sogar nochmal das Aluminium (117.). Mit Taiwos drittem Treffer war Bernburgs Pflichtaufgabe in der Altmark dann aber endgültig gelöst (119.).

„Aus meiner Sicht haben wir das richtig gut gemacht. Es war aber klar, dass wir in der Verlängerung mit unserem Kader heute nicht mithalten können“, ordnete David Rose die unglückliche Pleite im Nachgang ein.

Tore: 1:0 Moritz Noack (4.), 1:1, 1:2 Usman Taiwo (85., 92.), 1:3 Nils Erik Fahland (103.), 1:4 Taiwo (119.).

Osterburger FC: Hesse - Noack (90. M. Muhl), Magerin, Holtmann, Franz - Koehn (101. Schmidt), Gernecke (79. M. Müller) - Grünwald, Becker, L. Müller - Rieger.

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