Rudern: Stendaler Paul Berghoff siegt mit Magdeburg beim Städte-Achter / Internationale Premiere steht bevor

Olympiasiegerin in den Schatten gestellt

Der Achter mit dem gebürtigen Stendaler Paul Berghoff (3. v. l.) konnte sich gegen das Boot mit der Ruder-Olympiasigerin Julia Lier durchsetzten. Foto: privat

Magdeburg/Stendal. Gegen eine Olympiasiegerin anzutreten ist für viele Sportler schon ein Traum. Sie dann auch noch zu schlagen, ist dann auch für eines der größten Ruder-Talente des Landes etwas ganz Besonderes. Dem gebürtigen Stendaler Paul Berghoff ist das gelungen.

Beim 27. Städte-Achter auf dem Mitteland-Kanal, dem mittlerweile schon traditionellen Ruder-Wettkampf zwischen Magdeburg und Halle, saß der 2001 in der Rolandstadt zur Welt gekommene Berghoff im Magdeburger Siegerboot.

Für den B-Jugendlichen war es ein weiterer Höhepunkt in einem sehr erfolgreichen Jahr 2017. „Die Freude war natürlich riesengroß“, berichtete Pauls Vater, Carsten Berghoff. In einem Wimpernschlagfinale gewann der Achter der Elbestädter, in dem gleich sechs Schüler des Magdeburger Sportgymnasiums saßen, gegen das in Bestbesetzung angetretenen Hallenser Boot mit Rio-Olympiasiegerin Julia Lier. Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper. Das wollte sich der OB nicht nehmen lassen. Schließlich ist der Städte-Achter so etwas wie das sachsen-anhaltinische Boat-Race, das jedes Jahr zwischen Cambridge und Oxford auf der Londoner Themse ausgetragen wird.

Entstanden ist die Idee zum Städteachter übrigens 1990 im Zuge des Wetteiferns zwischen Magdeburg und Halle um den Titel der Landeshauptstadt. Die ist bekanntlich Magdeburg geworden. Und auch im Ruder-Duell liegt die Elbestadt vorn. 15:10 (zwei Mal musste das Rennen abgesagt werden) steht es seit dem jüngsten Duell. Wie sein neuer Wohnort ist das Wandeln auf der Siegerstraße auch für Paul Berghoff, der seit 2014 für den SC Magdeburg startet, zur Gewohnheit geworden. Alle Rennen, in denen er und Doppelzweier-Partner Paul Krüger (Hohenwahrsleben) antraten, haben sie in diesem Jahr gewonnen. Hervorzuheben ist dabei insbesondere der Deutsche Meistertitel bei den B-Junioren.

Paul und Paul, wie das talentierte Traum-Paar genannt wird, werden Anfang Oktober die deutschen Farben auch erstmals bei einem internationalen Wettkampf vertreten. Und da gibt ein solch prestigeträchtiger Erfolg, wie der auf dem Mittelland-Kanal, mit Sicherheit zusätzlichen Auftrieb. Zumal Berghoff und Krüger vor der eigentlichen Siegerehrung noch ein zusätzliches Präsent überreicht bekamen. Steffen Planer, Präsident des Ruderverbandes Sachsen-Anhalt, übergab dem Duo jeweils einen Gutschein für ein Elektronik-Fachgeschäft. Als Anerkennung dafür, dass sie als einzige Ruderer alle Rennen 2017 gewonnen haben (siehe Infokasten).

Zeit zum Ausruhen hat Paul Berghoff nun deshalb aber nicht. Eher im Gegenteil. Als weitere Belohnung für seine Top-Leistungen wird er am 7. und 8. Oktober mit Krüger beim Baltic-Cup in Brest (Weißrussland) an den Start gehen. Bei der internationalen Premiere peilen die beiden eine Top-Drei-Platzierung an. „Sie wollen dort etwas reißen“, so Carsten Berghoff.

Von Andreas Arens

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