Marc Mette vom SSV 80 Gardelegen im Portrait

„Oliver Kahn war damals mein Idol“

SSV-Torhüter Marc Mette den Ball sicher im Griff.
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Kann auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen: Marc Mette hat in seiner sportlichen Laufbahn schon viel gesehen und erlebt. Aktuell trägt der Keeper das Trikot des SSV 80 Gardelegen.
  • Tobias Weber
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Gardelegen - Marc Mette steht aktuell zwischen den Pfosten des SSV 80 Gardelegen und hat es mit den Westaltmärkern bis in die Fußball-Verbandsliga geschafft. Doch der 31-Jährige Keeper hat in seiner Laufbahn schon einiges erlebt.

Er kann mal der rettende Held sein, mal der verfluchte Versager. Seine Position ist Fluch und Segen zugleich. Mal wird er gefeiert, mal ausgepfiffen. Der Torhüter wandelt stets auf dem schmalen, oder eben torbreiten Grat zwischen Triumph und Niederlage. Dadurch nimmt er im Fußball eine ganz besondere Rolle ein. In unserer neuen AZ-Serie widmen wir uns dem „letzten Mann“ auf dem Rasen.
Er ist zwar erst 31 Jahre alt, hat aber in seiner fußballerischen Laufbahn schon viel gesehen und erlebt. Marc Mette, der aktuell beim Verbandsligisten SSV 80 Gardelegen zwischen den Pfosten steht, kann schon jetzt auf eine überaus erfolgreiche Karriere zurückblicken.

Im Nachwuchs viel herumgekommen

Begonnen hat alles im zarten Alter von fünf Jahren bei seinem Heimatverein VfL Kalbe. „Ich habe tatsächlich als Stürmer angefangen und war dort auch ganz gut, denke ich. Dann ist aber einmal unser Torwart ausgefallen. Ich bin ins Tor gegangen und schließlich auch geblieben“, blickt Marc Mette zurück. „Auch dank Oliver Kahn. Als Bayern-Fan war er damals mein großes Idol“, ergänzt er. Mit acht Jahren führte der Weg dann zur KSG Berkau, ehe es nach knapp drei Jahren zurück zum VfL ging. Ab der B-Jugend trug Mette dann das Trikot des TuS Bismark. „Ich habe da auch in der A-Jugend gespielt und wurde auch langsam an die Männermannschaft herangeführt. Doch irgendwie kam es dann zum Bruch“, so Mette.
Dass er sich zu einem überaus talentierten Torhüter entwickelt hatte, blieb natürlich auch anderen Trainern nicht verborgen.

Ich hatte das Glück und durfte praktisch von Beginn an mit vielen guten Spielern und auch Trainern arbeiten. Das hat mich natürlich geprägt.

Marc Mette (SSV 80 Gardelegen)

Im Sommer 2009 erhielt Mette dann einen Anruf von Dieter Förster, der damals die SG Eintracht Mechau in der Landesliga trainierte. „Ich kenne Dieter schon seit meiner Zeit beim DFB-Stützpunkt und er war für mich auch ein bisschen wie ein Ziehvater“, blickt Mette zurück. In Mechau wurde der damals 19-Jährige auch direkt ins kalte Wasser geworfen. „Sebastian Braune hatte sich damals schwer am Knie verletzt und fiel aus. Somit musste ich ins Tor und wurde auch direkt Stammspieler. Ich kann mich noch gut daran erinnern, ich war eigentlich immer sehr nervös, konnte aber auch so natürlich früh viel Erfahrungen sammeln. Ich hatte das Glück und durfte im Prinzip seit dem mit vielen guten Spielern und auch Trainern zusammenarbeiten, was mich natürlich geprägt hat“, weiß Mette und erinnert sich noch gut an seine Anfangszeit in Mechau. „Ich weiß noch genau, wie mich Rafal Pisula damals auf dem Platz öfter angebrüllt hat, wenn ich irgendeinen Fehler gemacht hatte. Aber nach dem Spiel kam er immer, hat mich in den Arm genommen und mir Mut zugesprochen.“

Über Salzwedel zum FSV Heide Letzlingen

Nach zwei sehr erfolgreichen Jahren in Mechau folgte ein kurzes Gastspiel beim SV Eintracht Salzwedel. „Dort bin ich aber nie wirklich warm geworden“, gibt Mette zu. „Bereits in der Winterpause rief mich Dieter Förster, der zu dem Zeitpunkt schon in Letzlingen Trainer war an und wollte mich nach Letzlingen holen. Ich wollte aber das Jahr in Salzwedel noch zu Ende spielen, hab mir dann aber das Handgelenk gebrochen und konnte die zweite Halbserie nicht mehr spielen. Doch seit dem Anruf war für mich eigentlich klar, dass ich nach Letzlingen gehen würde.“
Und so sollte es dann auch kommen. Es folgten fünf Jahre beim FSV Heide mit einigen sportlichen Höhepunkten. „Als wir dann in der Landesliga den Klassenerhalt geschafft hatten, was eine super Sache war, war die Luft auch irgendwie raus“, berichtet der Schlussmann. Doch wie bereits die Vergangenheit gezeigt hatte, sollte sich einmal mehr eine neue Tür öffnen.

Beim SSV Gardelegen fühlt er sich wohl

„Immer wenn es sportlich für mich nicht so gut lief oder auch eine gewisse Perspektivlosigkeit da war, kam immer irgendwie ein Anruf und es ergab sich eine neue sportliche Herausforderung für mich“, hat Mette irgendwie einen roten Faden in seiner Karriere ausgemacht. Es kam nämlich ein Anruf aus Gardelegen und der Keeper wechselte im Sommer 2017 zum SSV, wo er noch heute spielt. „Ich muss wirklich sagen, in Gardelegen ist das schon noch einmal eine andere Nummer. Auch wenn ich das ganze Umfeld betrachte, so etwas habe ich noch nie erlebt. Ich bin wirklich froh, ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Das ist wirklich eine klasse Truppe, selbst im Training ist immer positives Feuer drin. Alle sind enorm zielstrebig und erfolgshungrig“, beschreibt er.

Wenn wir uns in der Verbandsliga etablieren könnten, wäre das für uns als Mannschaft und natürlich auch für den gesamten Verein ein riesen Erfolg.

Marc Mette

Sportliche Höhepunkte gab es in seiner Laufbahn natürlich viele. Doch an einen kann er sich noch ganz genau erinnern. „Das war natürlich das Spiel in Liesten, als wir 0:3 hinten lagen, noch 4:3 gewonnen haben und damit in die Landesliga aufgestiegen sind. Das war einfach nur verrückt und unfassbar. Ich denke, das wird nicht zu toppen sein“, blickt der SSV-Keeper zurück. Mittlerweile ist er mit den Gardelegenern in der Verbandsliga angekommen und würde dort gern auch bleiben. „Wenn wir uns in der Verbandsliga etablieren könnten, wäre das für uns und natürlich auch für den gesamten Verein ein riesen Erfolg“, so Mette, der dazu mit seinen Leistungen natürlich beitragen möchte.

Doch was zeichnet ihn eigentlich auf dem Platz aus? „Ich würde mich nie als perfekten Keeper bezeichnen. Ich denke, ich bin grundsätzlich ein guter Kicker und kann im Torwartspiel relativ viele Sachen bedienen. Ich bin sicher nicht der beste Torhüter, aber ich denke, ich bringe ein gutes Gesamtpaket auf den Platz“, so Mette. Und auf mögliche Schwachstellen angesprochen, wollte sich der Gardelegener Keeper nicht festlegen: „Es gibt immer überall etwas zu verbessern.“

Marc Mette ist mit seinen 31 Jahren aktuell übrigens der Teamälteste im SSV-Kader. „Das ist aber für mich kein Problem. Ich fühle mich richtig wohl und freue mich, wenn ich mich einbringen kann. Auf und neben dem Platz. Es macht in Gardelegen einfach riesen Spaß.“

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