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Neustart „ohne Stress und ohne Theater“

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Von: Tobias Haack

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Hass im Gespräch mit dem Linienrichter.
Norman Hass hat in Arneburg die Mission Klassenerhalt übernommen. © Haack

Bei Fußball-Landesklassist Rot-Weiß Arneburg hat mit Norman Hass ein neuer Trainer übernommen. Wie er RWA aus der Krise führen will, hat der Coach im Interview mit der AZ verraten.

Den Saisonstart versemmelt, vom Trainer getrennt: Beim SV Rot-Weiß Arneburg lief in den ersten Wochen dieser Spielzeit wenig nach Plan. Nun hat mit Norman Hass ein eingefleischter Arneburger die Verantwortung an der Seitenlinie übernommen und möchte seinen RWA schnellstmöglich ins gesicherte Mittelfeld führen. Zum Auftakt setzte er mit einem 3:0 gegen Lok Stendal II ein wichtiges Zeichen. AZ-Sport-Redakteur Tobias Haack hat mit ihm über den Neustart an der Elbe gesprochen.

Herr Hass, Sie haben in der zweiten Mannschaft des Vereins bereits erfolgreich gearbeitet. Wie kam es jetzt zu Ihrer „Beförderung“?

Nach der Trennung von Philipp Dieckmann hatten mich unsere Verantwortlichen schon gefragt, aber da habe ich erstmal abgelehnt, weil ich die Zweite nicht hängen lassen wollte. Die eine oder andere Personalie hat dann wohl nicht funktioniert und dann haben wir nochmal gesprochen. Wir haben dann auch mit meiner zweiten Mannschaft geredet und die Jungs haben dann gesagt: „Los, mach es!“ Sie haben gesagt, dass ich es für den Verein machen soll und mir quasi die Freigabe gegeben.

Sie waren immer nah dran. Warum ging der Saisonstart in der Landesklasse so daneben?

Die ganze Situation hier war unklar. Keiner wusste, wo die Reise hingeht. Im Sommer sollten neue Spieler kommen, das hat nicht geklappt. Auf einmal war es nur noch ein Kader von 15 Leuten. Das reicht dann natürlich nicht. Dann kam die Trennung von Philipp, auch so was spielt in den Köpfen der Spieler eine Rolle. Oliver Nagel ist dann als Spieler-Trainer eingesprungen, aber das kann auf Dauer nicht funktionieren.

Wo setzen Sie nun mit Ihrer Arbeit an?

Wir müssen erstmal wieder Struktur reinbringen, in das Training und in die Spiele. Außerdem müssen in der Situation, in der wir sind, alle persönlichen Belange hinten angestellt werden. Wir trainieren schon seit Saisonbeginn mit beiden Herrenmannschaften zusammen, da wird es jetzt einen anderen Konkurrenzkampf geben. Hier hat keiner mehr seinen Platz sicher.

Wie nehmen die Spieler den Neustart an?

Ich denke, das Ergebnis am letzten Wochenende hat alles gesagt! Bei meinem ersten Training hatten wir fast 40 Leute auf dem Platz und auch danach war die Beteiligung von beiden Mannschaften konstant hoch. Ich denke, die meisten Spieler haben sich über das Lebenszeichen gefreut, das der Verein mit mir als Trainer ausgesendet hat. Und die Spieler der Zweiten bringen eine richtig gute Energie rein, weil sie aus erfolgreichen Jahren kommen.

Was wird nun aus der zweiten Mannschaft?

Dort macht mein Co-Trainer die Arbeit weiter. Der Klassenerhalt in der Kreisoberliga war von Anfang an das Ziel und das sieht auch ganz gut aus. Dass es mal Dämpfer gibt, war uns klar, aber mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben. Ich lasse die Zweite sicherlich nicht sterben!

Wie steht es um den Leistungsstand der ersten Mannschaft?

Da sehen wir erstmal zu, dass wir so schnell wie möglich unten rauskommen und dann wollen wir Arneburg wieder dort hinführen, wo es war: In der Liga oben mitspielen und dann im Pokal das Maximum versuchen. Das hat uns als Rot-Weiß Arneburg immer ausgezeichnet.

Im Sommer haben einige Routiniers und Leistungsträger aufgehört. Wie steht es um die Qualität des Kaders?

Wir haben natürlich viel Qualität verloren. Dadurch, dass so viele auf einmal aufgehört haben, ist es auch schwer, das zu kompensieren. In einem Jahr fängst du das nicht auf. Aber in unserer zweiten Mannschaft steckt viel Qualität. Der eine oder andere muss jetzt einfach in die Landesklasse und die Jungs kommen auch mit mir mit.

Welchen Fußball soll Arneburg mit dem Trainer Norman Hass spielen?

Wir wollen Fußball spielen, der Spaß macht. Wenn du keinen Spaß hast, passen die Ergebnisse auch nicht. Es muss nicht immer mit der Peitsche gehen. Wir wollen ja auch keine Meisterschaften gewinnen, sondern einfach nur entspannt unsere Arbeit machen. Ohne Stress und ohne Theater.

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