Salzwedel-Trainer Schulze kritisiert Platzsperren und bietet Lösungen

Fußball: „Es ist offensichtlich“

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Für Burghardt Schulze (eingeklinkt) und andere Trainer der Landesklasse ist das Maß voll. Sie sind genervt von den ständigen Spielabsagen gegen Ende der Hinrunde.

Salzwedel/Stendal. Es ist ein Trend, der im altmärkischen Fußball in den vergangenen Jahren immer mehr Schule gemacht hat.

Wenn gegen Ende der Hinrunde das Wetter schlechter wird, es zu Niederschlägen und Minusgraden kommt, ziehen einige Vereine die Notbremse und sagen ihre Heimspiele ab. Bei widrigen, gesundheitsgefährdenden Bedingungen eine vernünftige Entscheidung, doch nicht immer scheint das Wohl der Spieler im Vordergrund zu stehen. Vielmehr erhärtet sich dieser Tage der Verdacht, dass vor allem in der Landesklasse personell gebeutelte, abstiegsbedrohte Klubs das Schlupfloch der witterungsbedingten Spielabsage nutzen wollen, um sich möglichst schadlos in die Winterpause zu retten. Eine äußerst unsportliche Art der Wettbewerbsverzerrung findet die Konkurrenz und setzt sich jetzt zur Wehr. Eintracht Salzwedel plant in Kooperation mit seinem Kreisverband und weiteren Vereinen einen Antrag, der das Problem lösen soll.

„Es ist doch offensichtlich, was da abgeht. Uns gehen die personellen Probleme der anderen Vereine nichts an, aber da scheint schon etwas einzureißen“, ärgert sich Salzwedels Trainer Burghardt Schulze. Seine Mannschaft war vor knapp zwei Wochen betroffen. Der TuS Wahrburg sagte sein Heimspiel gegen die Westaltmärker ab, stimmte aber nicht zu, dass Heimrecht zu tauschen, damit die Partie zur Austragung kommen kann. Die Folge: Das Nachholspiel wurde für den 18. Februar angesetzt. Die Winterpause der Salzwedeler verkürzt sich somit unverschuldet um zwei Wochen. Ein Ärgernis, das die Eintracht mit anderen Vereinen teilt. Heide Jävenitz und der FSV Havelberg holen sogar schon am 4. Februar nach. Eine erholsame Winterpause ist nicht mehr möglich. „Man muss bedenken, dass wir Hobbyfußballer sind, da will man sich auch mal mit anderen Sachen beschäftigen“, echauffiert sich Schulze.

Die Fakten stützen Schulzes These von der vorgeschobenen Platzsperre aufgrund von Personalproblemen: Mit dem MTV Beetzendorf, dem TuS Wahrburg, dem SV Langenapel und dem SV Krüden/Groß Garz haben bislang ausschließlich Abstiegskandidaten Heimspiele absagen müssen. Aufsteiger Wahrburg sieht sich nun zu Unrecht in eine Ecke gestellt. „Wir hatten eine Woche vorher gewonnen und haben jetzt auch in Gardelegen einen Punkt geholt. Das zeigt, dass die Mannschaft gut drauf ist, warum hätten wir absagen sollen? Wir wollten spielen“, versichert TuS-Vorstand Marco Friedrich. Die Plätze in Wahrburg seien zudem von der Stadt Stendal gesperrt worden. Dass Heimrecht habe der TuS deshalb nicht tauschen wollen, weil er für die weite Fahrt nach Salzwedel so kurzfristig nicht die nötigen Fahrzeuge hat organisieren können, erklärte Friedrich auf Nachfrage.

Für Burghardt Schulze ist das Ende der Fahnenstange in diesem leidigen Thema erreicht. Er will das Problem angehen und liefert sogar gleich zwei Lösungsvorschläge. Zusammen mit dem KFV Altmark West und anderen Klubs wie dem SV Liesten soll in den kommenden Wochen ein Antrag ausgearbeitet werden, der den kurzfristigen Tausch des Heimrechts für alle Vereine zur Pflicht macht. Sollte der Antrag scheitern, bliebe in Schulzes Augen nur noch eine Lösung: „Dann muss die Staffel halt auf 14 Mannschaften reduziert werden und wir hätten vier freie Wochenenden mehr.“ So wie in der jüngeren Vergangenheit will sich die Eintracht nicht mehr vor vollendete Tatsachen stellen lassen. „Das muss aufhören. Kein Platz wird im Februar besser sein als jetzt“, kritisiert Schulze das Offensichtliche.

Von Tobias Haack

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