Fußball – Landespokal, Viertelfinale: Stendal besiegt Haldensleben erst im Elfmeterschießen

Lok nutzt das volle Repertoire

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Stendals Angreifer Benedikt Nellessen (links) hatte gegen den Haldensleber SC mehrfach die Entscheidung auf dem Fuß, verpasste es aber, das Elfmeterschießen abzuwenden. 

Haldensleben. Der 1. FC Lok Stendal musste am Sonnabend das volle Repertoire eines Pokalspiels ausschöpfen, um gegen den Verbandsligisten Haldensleber SC seiner Favoritenrolle gerecht zu werden und in das Halbfinale des Fußball-Landespokals einzuziehen.

Nach einer Pokalschlacht wie aus dem Lehrbuch setzte sich der Favorit letztlich mit 6:5 nach Elfmeterschießen durch.

Die Stendaler – als starker Oberliga-Aufsteiger klar favorisiert – hatten von Beginn an die Kontrolle über das Spiel. Der HSC stand bewusst tief und versuchte zunächst, das Offensivspiel der Altmärker zu zerstören. Lok war darauf vorbereitet und bewies im ersten Durchgang die nötige Geduld. Die Stendaler suchten die Lösungen zumeist über ihren linken Flügel. Niclas Buschke kam allerdings nicht wie gewünscht zur Geltung. Auch eine Reihe von Eckbällen verpuffte. Und so hatte Haldensleben die größte Chance vor der Pause. Lok-Verteidiger Tim Schaarschmidt unterschätzte einen langen Ball, Benjamin Sacher brach frei durch, schob das Leder jedoch am Tor vorbei (35.). „Da hatten wir Glück. Das ist eigentlich ein Tor“, atmete nicht nur Lok-Keeper Dennis Röhl durch.

Nach dem Wechsel änderte sich am Spielverlauf wenig. Erst ab der 60. Minute nahm die Intensität der Partie zu. Es begann die Zeit von HSC-Torwart Florian Switala, der zunächst gegen Benedikt Nellessen parierte (61.) und auch im weiteren Spielverlauf immer wieder beste Stendaler Möglichkeiten vereitelte. Auf der Gegenseite geschah das Unvermeidliche: Die Platzherren gingen per Distanzschuss von Arne Schiefer mit 1:0 in Führung (70.). Lok zog daraufhin das Tempo an und brauchte gerade einmal fünf Minuten, um zurückzuschlagen. Christos Iereidis vollstreckte nach Vorlage von Martin Gebauer zum 1:1 (75.).

In der Folge behielt Stendal den Fuß auf dem Gas. „Man hat gemerkt, dass bei Haldensleben die Kräfte weg waren“, erklärte Röhl. Bis zum Ende der regulären Spielzeit vergaben Nellessen (86.) und Philipp Neubauer auf der Gegenseite (90.) jeweils eine Großchance zur Entscheidung. „In dieser Phase hatte ich Angst, dass wir zu hungrig sind“, analysierte Trainer Sven Körner die Schlussminuten. Es ging aber mit 1:1 in die Verlängerung.

In der Extra-Zeit war die Stendaler Mannschaft nun drückend überlegen, vergab aber eine Reihe von Möglichkeiten – immer wieder auch wegen Switala. Der HSC-Keeper lenkte einen Schuss von Martin Gödecke an die Latte (95.) und parierte gegen Nellessen (100.). Zudem erwischte Schiedsrichter Tim Heyer einen desolaten Tag. Er ließ gegen Switala sowie Eugen Schunaew klare Rote Karten stecken und verwehrte Lok an diesem Nachmittag zwei mögliche Strafstöße. Die Altmärker kamen nicht um ein Elfmeterschießen herum.

Vom Punkt bewiesen die Stendaler Schützen die nötigen Nerven. Keeper Dennis Röhl avancierte schließlich zum Pokalhelden. Er parierte gegen Willy Duda und traf anschließend sogar selbst. Franz Erdmann machte schließlich alles klar.

• Tore: 1:0 Arne Schiefer (70.), 1:1 Christos Iereidis (75.). Schiedsrichter: Tim Heyer. • Elfmeterschießen: 2:1 Tim Girke, 2:2 Tim Schaarschmidt, 3:2 Arne Schiefer, 3:3 Steven Schubert, 4:3 Philipp Neubauer, 4:4 Niclas Buschke, Willy Duda verschießt, 4:5 Dennis Röhl, 5:5 Marius Wille, 5:6 Franz Erdmann. • 1. FC Lok Stendal: Röhl - Iereidis, Groß, Schaarschmidt, Gebauer, Erdmann, L. Breda (71. Schubert), Buschke, Salge (81. Seidel-Holland), Nellessen, Gödecke.

Von Tobias Haack

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