FUSSBALL Altmärkische Teams starten ins Training / Strikte Auflagen

Von der Normalität weit entfernt

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Vorschrift ist Vorschrift: Maurice Bogdahn und die Kicker des SSV 80 Gardelegen nahmen die vorgeschriebene Temperatur-Messung mit dem nötigen Humor.

Altmark – Auch nach der am Donnerstag durchgeführten Videokonferenz ist der Vorstand des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt zu keiner Entscheidung gekommen, wie mit der bislang ausgesetzten Saison 2019/20 umgegangen werden soll (AZ berichtete).

Vielmehr wurde beschlossen, dass alle Vereine einen Fragebogen erhalten.

Ziel des FSA-Vorstandes ist es, sich erneut ein Meinungsbild der Vereine auf Landes- und Kreisebene einzuholen. Das Ergebnis fließt dann in die Entscheidungen und Beschlüsse auf dem außerordentlichen Verbandstag, der bis zum 30. Juni durchgeführt wird, ein.

Heißt im Umkehrschluss, dass die Vereine weiter im Unklaren bleiben. So natürlich auch in der Altmark. Ungeachtet dessen haben einige Vereine nach Veröffentlichung der 5. Eindämmungsverordnung in Sachsen-Anhalt die Lockerungen genutzt und sind wieder in das Training eingestiegen, natürlich verbunden mit strengen Auflagen.

Beim SSV 80 Gardelegen vollzogen beispielsweise die Landesliga-Kicker der ersten Männermannschaft am Donnerstagabend ihre erste Trainingseinheit seit gut zwei Monaten. Dabei wurden die strikten Auflagen natürlich penibel genau umgesetzt. So stand für alle Spieler beispielsweise eine Überprüfung der Körpertemperatur auf dem Programm. Zudem wurde genau darauf geachtet, dass die weiterhin bestehende Abstandsregel eingehalten wird. Insgesamt 17 SSV-Akteure fanden sich am Donnerstag auf der „Rieselwiese“ ein, wobei der Blick in die Gesichter Bände sprach.

Alle ließen das Prozedere anstandslos und vielmehr mit einem Lächeln über sich ergehen. Die Freude darüber, endlich wieder gemeinsam auf dem Platz stehen zu dürfen, war unverkennbar. „Ich denke, die Gemeinschaft ist momentan das Wichtigste. Die Trainingseinheiten werden unter den gegebenen Voraussetzungen dementsprechend ohne große Intensität vonstattengehen. Der sportliche Wert ist natürlich überschaubar. Ich denke, viel wichtiger ist, dass die Jungs wieder auf dem Platz stehen dürfen und Spaß haben können“, so SSV-Coach Norbert Scheinert. Da aber natürlich auch er derzeit nicht weiß, wie es in sportlicher Sicht weitergeht, bleibt der Trainer in dem Punkt relativ entspannt. „Wir werden zweimal die Woche locker trainieren, arbeiten aber auf nichts hin“, informierte Scheinert. Beim SSV wurde zudem ein klares Konzept entwickelt. „Dies ermöglicht, dass alle Mannschaften bis hin zu den D-Junioren wieder locker in das Training einsteigen können“, berichtete indes Jens Bombach, Sektionsleiter Fußball beim SSV 80 Gardelegen.

Doch auch bei anderen Vereinen rollt der Ball seit Ende letzter Woche, zumindest zu Trainingszwecken, wieder. Landesklasse-Vertreter MTV Beetzendorf hat beispielsweise am Freitag den Trainingsbetrieb aufgenommen, natürlich ebenfalls unter Einhaltung der bestehenden Vorschriften.

Landesligist TuS Bismark ist ebenfalls auf den grünen Rasen zurückgekehrt. „Wir haben am Wochenende eine ganz lockere Trainingseinheit unter Berücksichtigung der geltenden Regeln absolviert. Demnächst wollen wir dann so gut es geht etwas intensiver trainieren. Man hat aber auf jeden Fall gesehen, dass die Jungs heiß darauf sind, endlich wieder Fußball zu spielen. Da es allerdings aktuell noch nicht absehbar ist, irgendeine eine Planungssicherheit zu haben, ist es natürlich schwer, den Fokus im Training auf irgendetwas Spezielles zu legen“, so TuS-Coach Christoph Grabau.

Und auch beim FSV Saxonia Tangermünde kam der Ball langsam wieder ins Rollen. Der aktuelle Spitzenreiter der Fußball-Landesklasse nahm nämlich am Donnerstagabend das Training wieder auf. „Im Rahmen der Möglichkeiten versuchen wir, das Beste aus der Situation zu machen, auch wenn wir natürlich schon enorm eingeschränkt sind. Es war aber schön zu sehen, mit wie viel Spaß die Jungs dabei sind“, berichtete Saxonia-Coach Steffen Lenz. „So lange keine endgültige Entscheidung getroffen wurde, haben wir natürlich auch kein Ziel vor Augen. Es fällt schon schwer, auf eine Entscheidung zu warten. Ich kann aber auf der anderen Seite auch den FSA verstehen“, so Lenz weiter.

In den kommenden Tage wollen übrigens weitere Vereine wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen, auch wenn man von der Normalität weit entfernt ist.

VON TOBIAS WEBER

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