Hartes Training und gute Nachwuchsarbeit machen den OFC zum Kreismeister

Noch lange nicht genug

Uwe Schmidt (am Ball) war in der abgelaufenen Saison einer der Führungsspieler beim Kreismeister aus Osterburg und wird auch in der Landesklasse eine tragende Rolle spielen. Foto: Haack

Osterburg. Drei Mal die Woche Training. Vor wichtigen Spielen sogar vier bis fünf Mal. Für die Fußball-Kreisoberliga ist das viel, für einige vielleicht sogar zu viel.

Aber die unzähligen Trainingseinheiten zahlen sich aus – das bewies der Osterburger FC in der abgelaufenen Saison. Als Aufsteiger holte das Team von der Biese auf Anhieb den Kreismeistertitel und marschierte im Eiltempo in die Landesklasse. Die Erfolgsgaranten waren zahlreichen junge Spieler, die ihre beste Fußballzeit wohl noch vor sich haben, und die von einigen erfahrenen Kickern mitgerissen wurden.

„Wenn du im Nachwuchsbereich kontinuierlich gute Arbeit leistest, dann läuft es auch bei den Männern“, sagt Ronald Göthe fast beiläufig, trifft damit aber den Nagel genau auf den Kopf. Der Trainer des OFC ist ein entscheidender Baustein im Erfolgsgebilde des Osterburger FC. Er hat viele seiner Spieler durch den Jugendbereich begleitet und sie Schritt für Schritt aufgebaut. „Junge Spieler entwickeln sich sehr schnell, wenn sie gut trainieren. Nicht von Jahr zu Jahr, sondern von Monat zu Monat“, erklärt Göthe.

Umso positiver wurde er überrascht, dass die Trainingsbeteiligung über die ganze Saison ausgesprochen gut war. Vielleicht liegt es daran, dass er sehr viel mit Spielformen trainieren lässt. Waldläufe gab es in der Vorbereitung ebenso wenig wie die Arbeit mit Medizinbällen. Stattdessen werden in Osterburg Kombinationen einstudiert, wird der Ball laufen gelassen und wird die Kondition über die ständige Bewegung erarbeitet. Bei drei bis fünfmal Training in der Woche neben den Punktspielen kommt eine starke Physis fast von selbst.

Die Osterburger wussten immer um ihr fußballerisches Potential – schon vor der Saison. Vom Kreismeistertitel haben Trainer, Spieler, Verein und Fans trotzdem nicht zu träumen gewagt. „Mit diesem Anspruch sind wir überhaupt nicht in die Saison gegangen“, blickt Ronald Göthe zurück. Doch nach einer ausgezeichneten Hinrunde und Platz zwei in der Winterpause wussten alle in der Kreisoberliga: Mit dem OFC ist in Sachen Titel ganz fest zu rechnen. Doch wann wurde den Osterburgern selbst bewusst, dass sie den ganz großen Coup wirklich landen können? „Beim Rückrunden-Spiel in Wahrburg. Es war das schönste Spiel der ganzen Saison, das wir gegen einen starken Gegner am Ende 2:0 gewannen. Da haben alle gemerkt, dass der absolute Wille da ist, das Ding zu wuppen“, schmunzelt Göthe. Mit dem „Ding“ meint er die Meisterschaft, die nach der einzigen Rückrunden-Niederlage gegen den BSC Stendal/Lok II am vorletzten Spieltag perfekt gemacht wurde.

Ausruhen wollen sich die Osterburger auf ihren Lorbeeren allerdings nicht. Bereits am ersten Juli-Wochenende beginnt die Vorbereitung auf die Landesklasse-Saison. Die Biesestädter gehen dann wieder als Neuling ins Rennen. Dass ihnen das gleiche Kunststück wie in der abgelaufenen Spielzeit noch einmal gelingt, scheint angesichts der deutlich größeren Spielstärke der Konkurrenten aber ausgeschlossen. „Wir streben einen Platz im gesicherten Mittelfeld an. Ich denke, dass wir den erreichen können“, ist Göthe optimistisch. Er setzt auch in Zukunft vorrangig auf junge Nachwuchsspieler, stellt ihnen aber erfahrene Akteure wie René Fleck oder Steffen Pusch zur Seite. Für Göthe gibt es absolut keinen Grund am bestehenden Erfolgsrezept etwas zu ändern. Und dass immer neue, hungrige Spieler nachkommen, dafür ist für die nächsten Jahre ohnehin gesorgt. Es scheint fast so, als hätte für den OFC eine goldene Ära begonnen.

Von Christian Buchholz

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