Handball-Verbandsliga-Derby: Abstiegskandidat Stendal schlägt Favoriten Osterburg mit 26:24

Noch die Kurve gekriegt

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Andree Hentschke und die Stendaler waren im zweiten Derby der Saison gegen Osterburg obenauf. Der Nichtabstieg wird dadurch immer wahrscheinlicher.

Stendal. Der HV Lok Stendal hat wohl gerade nochmal so die Kurve gekriegt. „Wenn wir nochmal so gespielt hätten wie in der vorigen Woche, dann wäre wohl am Sonnabend gar keiner mehr gekommen“, merkte Frank Ziekau, Trainer des Handball-Verbandsligisten, an.

Gut, dass sich über 200 Zuschauer in der Berufschulsporthalle einfanden. Sie erlebten den wahren HV Lok und der landete gegen die HSG Osterburg mal eben einen doppelt wichtigen Sieg. Die Stendaler gewannen das prestigeträchtige Altmark-Derby und bezwangen damit auch den Favoriten in einem spannenden Spiel mit 26:24 (14:11).

Wie der HVL am Sonnabend vor seinem Publikum, darunter auch 70 Osterburger, aufgetreten ist, sah nicht nach einem Abstiegskandidaten aus. Endlich mal. So oft brachte Stendal in dieser Saison seine Leistung zu wenige Minuten auf die Platte. Nicht so gegen die HSG. „Wir haben so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben“, zeigte sich Ziekau vollauf zufrieden. „Wir waren von Anfang bis Ende voll konzentriert und motiviert“, bescheinigte der Coach seinen Schützlingen eine ansprechende Form. „Man hat gemerkt, dass sie wollten“, befand HSG-Co-Trainer Marco Podas.

Der HVL ging mit der nötigen Aggressivität zu Werke, produzierte „sehr wenige Fehler“. Ein Wert aus der ersten Halbzeit: Nur zwei technische Fehler und zehn Fehlwürfe. Die Stendaler gingen mit einer 14:11-Führung in die Kabine. In Durchgang eins lag der Gastgeber zwischenzeitlich auch mal mit vier Toren vorn (8:4), in Spielhälfte zwei sogar mit sechs (22:16). Doch Osterburg ließ nicht locker und gestaltete das Ende der Partie noch eng.

Allerdings zeigte sich, dass die Treffer des verletzten Torjägers Philipp Kiebach fehlten, auch der erfahrene Spielertrainer Sebastian Papendiek wirkte verletzt nicht mit. Und Thomas Kuhlmann wurde vom HVL in Manndeckung aus dem Spiel genommen und erzielte nur vier Treffer. Es hakte im Abschluss. „Es war viel Unvermögen dabei“, erklärte Podas. In der Liga geht es für die Osterburger um nichts mehr, die Meisterchance ist weg – das war schon vor dem Spiel klar. Bei der HSG habe „die letzte Konsequenz gefehlt.“ Dennoch befand Ziekau: „Die waren schon gut.“

Stendal am Sonnabend aber besser – die 24:36-Schmach aus dem Hinspiel wurde erfolgreich wettgemacht. Im Abstiegskampf stehen die Chancen auch gut. Schlusslicht Ilsenburg verlor in Mieste. Ein bisschen nachdenklich war Ziekau jedoch auch nach dem Erfolg: „Schade, dass wir das die ganze Saison nicht gezeigt haben.“ Dann wäre der HVL kein Abstiegskandidat. Vielleicht haben sie gerade noch so die Kurve gekriegt.

• HV Lok Stendal: Kurze, Vogel - Schumann (5), Schimmel, Krähe (3), Hepper (3), Hentschke, Sens, Tembe (3), C. Hornuff, Berner, Stephan (3).

• HSG Osterburg: Schrödter - Epler, Braune (1), Prax (3), T. Kuhlmann (4), Krause (5), Knust (3), Hahne (2), Hallasch (6), Dobberkau.

Von Benjamin Post

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