Fußball-Verbandsliga: Körner sauer nach Remis / Krüger und Mahrhold verletzt

Lok-Trainer: „Das ist nicht mein Fußball“

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Martin Gödecke hätte sich am liebsten in Luft aufgelöst. In der 80. Minute hatte der Stürmer die Entscheidung auf dem Fuß, schob den Ball jedoch am Kasten vorbei. Matchwinner wurde stattdessen ein anderer: Gäste-Keeper Lucas Schulz. 

Stendal. Enttäuschte Spieler, ein unzufriedener Trainer und wütende Fans. So aufgeladen wie gestern Nachmittag nach dem Abpfiff des Heimspiels des 1. FC Lok Stendal gegen Askania Bernburg II war die Stimmung im „Hölzchen“ schon lange nicht mehr.

Die Gastgeber ließen durch ein 1:1 (1:1)-Unentschieden gegen das Schlusslicht der Verbandsliga zwei Punkte im Aufstiegsrennen liegen, haben aber immerhin ihre Tabellenführung verteidigt. Viel wichtiger und ungleich schlimmer waren jedoch die beiden schweren Verletzungen von Martin Krüger und Johannes Mahrhold. Beide Akteure kamen ins Krankenhaus.

Rechtsaußen Krüger musste schon zu Beginn nach einem Pressschlag ausgewechselt werden: Verdacht auf eine schwere Knieverletzung. Mahrhold erwischte es in der Nachspielzeit, als ihm ein Gegner auf den Spann stieg und vermutlich den Mittelfuß brach. „Das ist absolut negativ“, ärgerte sich Trainer Sven Körner, der ohnehin schon etliche Stammkräfte zu ersetzen hatte. So lief beispielsweise Richard Liebisch für den angeschlagenen Kapitän Philipp Groß auf, verpasste es aber, sich für weitere Einsätze zu empfehlen.

Ohnehin schienen gegen die Bernburger Reserve nahezu alle Stendaler Spieler neben den Schuhen zu stehen. Kaum Tempo, wenig Risiko und zahlreiche Fehler sorgten dafür, dass sich die optische Überlegenheit der Hausherren nicht im Ergebnis wiederfand. Die 1:0-Führung, nach feinem Angriff von Moritz Instenberg erzielt (23.), verhalf der Körner-Elf ebenfalls nicht zu mehr Sicherheit auf einem zugegeben miserablen Geläuf. Stattdessen glich Bernburg mit seiner ersten Chance aus. Liebisch ließ sich auf seiner Außenbahn überrumpeln und in der Mitte netzte Daniel Ochmann im Nachschuss gegen Bryan Giebichenstein ein (31.). Weitere Chancen auf eine mögliche Stendaler Pausenführung vereitelte Gäste-Keeper Lucas Schulz.

Auch im zweiten Durchgang änderte sich am Spielverlauf wenig. Lok wirkte anfangs sogar regelrecht nervös und steigerte sich erst ab der 60. Minute. Der Druck nahm nun zu, die Chancen ergaben sich zwangsläufig. Torhüter Schulz wuchs allerdings über sich hinaus und parierte mehrfach überragend. Den Matchball schlechthin setzte Martin Gödecke nach der besten Lok-Kombination des Tages in der 80. Minute neben den Kasten. Auf der Gegenseite blieb Bernburg ebenfalls nicht chancenlos und überrumpelte Stendal zweimal mit gefährlichen Kontern (69., 71.). Der zweite Treffer fiel nicht. Es blieb bei einem Remis, das die Gäste feierten und Stendal wütend machte.

„Wie wir heute gespielt haben, das ist nicht mein Fußball. Trotzdem hast du die Chancen, musst das 2:1 machen und dann gewinnst du das Spiel“, ärgerte sich Körner über den Punktverlust.

• Tore: 1:0 Moritz Instenberg (23.), 1:1 Daniel Ochmann (31.). Zuschauer: 294. Schiedsrichter: Naujoks.

Von Tobias Haack

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