Fußball: Kunstrasenplatz ist nicht als Spielstätte für die Oberliga-Mannschaft von Lok geeignet

„Nicht für die Erste gedacht“

+
Am vergangenen Sonntag blieben die Stadiontore am Stendaler „Hölzchen“ geschlossen. Partien der Oberligamannschaft auf dem vereinseigenen Kunstrasenplatz auszutragen, ist nicht möglich.

Stendal. Dass das vergangene Oberliga-Heimspiel des 1. FC Lok Stendal am Sonntag der Witterung zum Opfer fiel, war nicht zu verhindern.

Dem Verein steht zwar ein Kunstrasenplatz zur Verfügung, doch dieser ist aus mehreren Gründen nicht für Spiele der ersten Mannschaft geeignet.

„Der Kunstrasenplatz ist vor allem dafür gedacht, den Trainingsbetrieb sicherzustellen“, sagt Dr. Ralf Tröger, Vizepräsident Sport beim Oberligisten 1. FC Lok Stendal. Jugendmannschaften und auch die zweite Mannschaft können dort auch Punktspiele bestreiten, es gibt allerdings auch ganz profane Gründe, warum dort keine Oberligaspiele stattfinden können. „Wir haben bei unseren Heimspielen 600 bis 700 Zuschauer. Diese müssen auch ihre Notdurft verrichten können“. Dies könnte die Infrastruktur am Kunstrasenplatz gar nicht gewährleisten“, so Tröger weiter. Darüber hinaus sprächen auch Sicherheitsbelange dagegen: „Wir haben schon Strafen für Böller und Pyrotechnik bekommen. Die nötigen Kontrollen können an den Stadiontoren natürlich viel besser gewährleistet werden“, erklärt Tröger. „Der Platz war nie dafür konzipiert, dass dort Spiele der Oberligamannschaft stattfinden können“, so Vorstandsmitglied Tröger, der die Vorteile des Kunstrasenplatzes dennoch hervorhebt. „Der Trainingsbetrieb ist dort immer gewährleistet, dies gilt insbesondere für unsere Jugendmannschaften.“

Auf natürlichen Rasenflächen müssten die Vereine dagegen im Winter damit rechnen, dass die Städte und Gemeinden den Spielbetrieb aufgrund möglicher nachhaltiger Schäden der Rasenfläche untersagen. Auf Kunstrasen dagegen kann fast immer gespielt werden. „Auch Frost kann ihm wenig anhaben“, weiß Lok-Vorstandsmitglied Tröger. Einzig wenn Schnee liege, müsse zwischen der Aufrechterhaltung des Trainings- und Spielbetriebs und der Schonung des Platzes abgewägt werden. „Wenn Schnee liegt, kann es passieren, dass Teile des nicht gerade günstigen Granulats auf dem Platz abgetragen werden“, macht Tröger deutlich.

Dass das Vorhandensein eines Kunstrasenplatzes ein großer Vorteil ist, hat sich am vergangenen Wochenende gezeigt, als zahlreiche Spiele in der Altmark im Jugend- und Herrenbereich der Witterung zum Opfer fielen. Eine der wenigen Mannschaften, die ihre Spiele wie geplant durchziehen konnte, ist der Osterburger FC, dem besonders im Winter die Bedingungen auf dem Trainingsplatz an der Landessportschule in Osterburg zu Gute kommen.

Sportvorstand Tröger sieht aufgrund der Robustheit von Kunstrasen im Vergleich zu Naturrasen große Vorteile. „Die Bedingungen auf Kunstrasen sind bei Wind und Wetter immer gleich. Die Bälle springen gleich ab und die Spieler finden somit immer optimale Platzverhältnisse vor“. Tröger lässt keine Zweifel aufkommen, dass sich die Investition in den Platz für den Verein gelohnt hat, auch wenn der von Anfang an nicht als Spielstätte für die erste Mannschaft gedacht war.

Im Hinblick auf die Trainingsmöglichkeiten gelte dies selbstverständlich auch für die erste Mannschaft. Vielleicht helfen die im Vergleich zu einigen Konkurrenten besseren Trainingsmöglichkeiten der Elf von Trainer Sven Körner ja dabei, wieder in die Erfolgsspur zu finden, nachdem die Ergebnisse zuletzt nicht stimmten.

Von Tobias Henke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare