Steeldart: Newcomer aus Salzwedel avanciert unverhofft zum Kreismeister

Ronny Neumann: Auf Anhieb erfolgreich

Nach nicht einmal einem Jahr im Steeldart darf sich der Salzwedeler Ronny Neumann bereits als Kreismeister betiteln.
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Nach nicht einmal einem Jahr im Steeldart darf sich der Salzwedeler Ronny Neumann bereits als Kreismeister betiteln.
  • Florian Schulz
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Mit dem Ball am Fuß oder dem Bogen in der Hand hat man ihn schon oft genug auf den Sportplätzen sowie in den Hallen der Region gesehen, doch Ronny Neumann hat mittlerweile etwas ganz Neues für sich entdeckt: nämlich Steeldart. Und nicht nur als Fußballer oder Bogenschütze in Diensten des Kuhfelder SV nahm der 26-Jährige eine erstaunliche Entwicklung, sondern auch mit etwas kleineren Pfeilen kann er gut umgehen und beweist reichlich Zielgenauigkeit.

Salzwedel/Kuhfelde – Speziell im Bereich Bogenschießen blickt Ronny Neumann auf eine erfolgreiche Vita zurück – und das sogar auf bundesweiter Ebene. Doch während der Salzwedeler Pfeile und Bogen – zumindest vorerst – sicher verstaut hat und auch als Fußballer nur noch sporadisch zur Aushilfe zur Verfügung („Aufgrund meines Berufs sowie meiner Ausbildung zum Techniker bleibt mir nur noch wenig Zeit dafür“) steht, startet er gerade als Dart-Crack richtig durch.

Angefangen hat alles während der letzten Dart-WM. „Ich fand die Atmosphäre einfach geil“, erinnert sich Neumann zurück, um dann im Januar dieses Jahres auf Anhieb in eine eigene Scheibe und Pfeile zu investieren. „Daraufhin habe ich zu Hause angefangen zu werfen, um erst einmal zu schauen, wie es läuft“, erklärt der Westaltmärker. Und es lief von Beginn an sehr ordentlich. Mittlerweile trainiert Neumann allein zwei bis drei Tage wöchentlich für sich und ist seit Sommer auch Mitglied in der neuformierten Sparte der Kickerfreunde Salzwedel.

Bevor Ronny Neumann dem Verein beitrat, bereitete er sich jedoch zunächst einmal gezielt mit seinem jetzigen Doppelpartner Christian Grothe auf die ersten echten Härtetests vor. Die Kickerfreunde stellen in der Altmark-Steeldart-Liga sogar zwei Mannschaften, die auch noch in einer gemeinsamen Gruppe aktiv sind. Insgesamt beinhaltet die Spielklasse drei Staffeln zu jeweils fünf Teams. Pro Partie stehen zunächst vier Doppelmatches auf dem Programm, ehe es im Einzel im Modus „Jeder gegen Jeden“ weitergeht. „Die Doppel sind aber ehrlich gesagt nicht meins, da man oft lange warten muss, bis man wieder an der Reihe ist“, verrät der 26-Jährige.

Mittlerweile hat er seine eigene Technik entwickeln können, möchte daran aber noch weiter feilen. „Es wird immer besser. Ich probiere insgesamt viel aus, habe auch viel Material gekauft“, so Neumann. So legte er sich beispielsweise einen Tag vor der Kreismeisterschaft, die die Kickerfreunde gemeinsam mit dem Kreissportbund (KSB) Altmark West vor wenigen Wochen ausrichteten, neue Pfeile zu. Mit Erfolg: Der 26-Jährige ging sehr ambitioniert in den Wettkampf und spielte sich bis ins Finale vor. In selbigem lief er zunächst einem 0:2-Rückstand hinterher, um den Spieß dann aber noch zum eigenen 4:2-Erfolg zu wenden. „Glücklicherweise hat an diesem Tag alles gepasst. Ich hätte damit ehrlich gesagt nie gerechnet“, blickt der neue Kreismeister zurück, um anzufügen: „Generell kommt es immer stark auf die Tagesform an. Aber sicherlich hat sich das Training dort auch ausgezahlt.“

Beim Bogenschießen dauerte es nicht lange, bis die ersten Erfolge kamen. Ähnlich erhofft es sich Ronny Neumann auch beim Steeldart. Die gerade laufende Weltmeisterschaft verfolgt er interessiert im TV. „Ich schaue mir eigentlich jedes Spiel an. Meist packe ich mein Laptop daneben und spiele gleichzeitig selbst“, verrät Neumann. Dabei drückt er den deutschen Startern in London die Daumen. Sein persönlicher Favorit ist jedoch der Waliser Gerwyn Price. „Ich denke, dass er seinen Titel verteidigen wird“, so der Westaltmärker.

Zwar schaut er sich bei den Profis durchaus gern mal etwas ab, erklärt aber auch: „Man muss seinen eigenen Wurfstil finden. Es ist aber interessant zu sehen, wie sich die Cracks taktisch verhalten, wie sie durchziehen oder auch mal verzögern. Das versucht man dann gleich auch mal umzusetzen.“ Auch Neumann beobachtete in jüngster Vergangenheit einen kleinen „Darts-Boom“ in Deutschland. „Man merkt es auf jeden Fall, zumal auch immer mehr Turniere im Fernsehen gezeigt werden“, verdeutlicht er.

Ronny Neumann ist übrigens in der zweiten Mannschaft der „Red Eagles“ der Kickerfreunde Salzwedel aktiv. Der Start in die Spielzeit verlief zufriedenstellend, doch zuletzt kamen coronabedingt erste Spielabsagen dazu. „Ich persönlich finde die 2G-Regelung unglücklich. Aus meiner Sicht müsste man auf 1G umstellen“, erklärt Neumann, um anzufügen: „Was jetzt ausfällt, kommt ja automatisch hinten dran.“ Zumal am 7. Mai 2022 ein großes Endspiel zwischen den beiden besten Mannschaften stattfinden soll. „Es wäre natürlich schade, wenn das nicht klappen würde“, so der 26-Jährige. Dass er sich selbst mit der Zweitvertretung der „Red Eagles“ von der Jeetze im besagten Finale wiederfinden wird, ist Stand jetzt zwar eher unwahrscheinlich, dennoch möchte Ronny Neumann „den Spaß nicht verlieren, auch wenn ich durchaus auch mal eine Woche Pause brauche“. Setzt Neumann seinen eingeschlagenen Weg fort, stehen ihm in Zukunft sicherlich noch einige Türen nach oben hin offen.

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