Fußball, Kreisliga-Saisonrückblick 2015/2016: Starke Aufsteiger und viele Personalprobleme

Neulinge bestimmen das Niveau

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Zwischen dem SV Grieben II (links, Erik Krebs) und Empor Kamern (rechts, Christoph Przyborowski) lagen in der abgelaufenen Saison Welten. Die Griebener stiegen als Tabellenletzter ab, Kamern feierte als Zweiter den Aufstieg.

Altmark. War es eine gute oder eine schlechte Saison? Das Fazit für das abgelaufene Spieljahr in der Fußball-Kreisliga fällt geteilt aus. Eine klare Antwort kann nicht gegeben werden.

Starken Auf- und Absteigern, die die Liga bereichert haben, standen Vereine gegenüber, die immer wieder mit Personalsorgen zu kämpfen hatten und nicht selten Partien absagen mussten. Hochklassige Spiele gab es kaum und am Ende wollte der überlegene Staffelsieger, FSV Havelberg II, sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen. Ein Rückblick.

Das Niveau der Kreisliga 2015/2016 bestimmten eindeutig die Neulinge der Staffel. Die Top Vier – FSV Havelberg II, Empor Kamern, Medizin Uchtspringe II und Traktor Wust – stießen aus der Kreisklasse beziehungsweise aus der Kreisoberliga in die Liga und erwiesen sich als echter Gewinn. Vor allem mit dem starken Abschneiden der Aufsteiger aus Havelberg und Uchtspringe hätte kaum jemand gerechnet. Doch die Meister ihrer Kreisklasse-Staffeln nahmen den Schwung aus der Vorsaison mit und wussten mit ihren teils sehr jungen Teams zu überzeugen. Am Ende krönte sich die Landesklasse-Reserve des FSV Havelberg als bestes Hinrundenteam, beste Heim- und beste Auswärtsmannschaft eindrucksvoll zum Meister. Auf eigenem Platz blieb neben den Domstädtern einzig Traktor Wust ungeschlagen. Nicht weniger gut präsentierte sich Empor Kamern in seiner ersten Saison nach der Auflösung der Spielgemeinschaft mit dem SSV Havelwinkel Warnau. Der Neustart glückte und die Mannschaft von Trainer Holger Krohne stieg als Vizemeister ins kreisliche Oberhaus auf. Begleitet wird Empor vom SV Medizin Uchtspringe II, das vom Aufstiegsverzicht des FSV Havelberg II profitierte.

Das obere Tabellenmittelfeld der abgelaufenen Saison erstreckte sich von Grün-Weiß Staffelde (5.) über Rot-Weiß Arneburg II (6.), Blau-Weiß Gladigau (7.), Blau-Weiß Schollene (8.), bis hin zum TuS Wahrburg II (9.). Aus diesem Quintett dürfte einzig Staffelde ein wenig enttäuscht hervorgehen, waren die Rand-Stendaler vor der Saison noch mindestens als Geheimfavorit gehandelt worden. Über die 30 Spiele hinweg fehlte es den Grün-Weißen an der nötigen Konstanz. Positiv überraschen konnte Gladigau, dass sich im Vergleich zu den Vorjahren stabiler präsentierte und in der Endabrechnung auf eine ausgeglichene Bilanz von elf Siegen, elf Niederlagen und acht Unentschieden kam.

Die Sorgenkinder der Liga tummelten sich im unteren Mittelfeld und hielten sich nach einem harten Jahr nur mit Mühe in der Klasse. Der SV Krüden/Groß Garz II (10.) und Germania Tangerhütte II (13.) hatten immer wieder an den Personalproblemen der eigenen ersten Mannschaft zu knabbern und hatten zu keiner Phase der Saison einen konstanten Kader zur Verfügung. Das Resultat: Beide Vereine sagten jeweils zwei Spiele ab. Tangerhütte zog inzwischen die Reißleine und meldete seine Reserve zum neuen Jahr ab. Krüden/Groß Garz II bleibt der Liga erhalten und hofft, personell die Kurve zu kriegen. Auch der TuS Sandau (14.) trat häufig nur mit einer Rumpfelf an und meldete trotz sportlichen Klassenerhalts nur noch für die Kreisklasse. Eher sportlicher Natur waren die Probleme bei Weiß-Blau Stendal (11.) und beim Post SV Stendal (12.). Im Saisonendspurt steigerten sich beide Vereine und sammelten Selbstvertrauen für das kommende Spieljahr, in dem der Abstieg kein Thema mehr sein soll.

Die beiden mit Abstand schwächsten Teams der Liga kamen aus Kläden und Grieben. Der KSV und die Griebener Reserve waren nur selten konkurrenzfähig und landeten zurecht auf den beiden Abstiegsplätzen. Aufgrund des freiwilligen Abstiegs der Sandauer bekommt Kläden zur neuen Saison nochmals eine Chance in der Kreisliga. Grieben II kehrt nach nur einem Jahr in die alte Heimat Kreisklasse zurück.

Von Tobias Haack

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