Nach dem 5:3 gegen Sangerhausen denkt Noch-Fußball-Verbandsligist Lok schon an die Oberliga

Auf zum neuen Ziel

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Alle auf den Torschützen: Nach dem 3:2 von Franz Erdmann (Nummer vier) jubelten die Stendaler um Moritz Instenberg, Marcel Werner (links) und Niclas Buschke (rechts). 

Stendal. Der Chef dachte natürlich schon weiter. Ulrich Nellessen, der zur Feier des Tages selbst in einem Fußball-Trikot steckte, weiß schon, was in der kommenden Saison für den 1. FC Lok Stendal Sache sein wird.

„Wir werden versuchen, in der Oberliga die Klasse zu halten“, sagte Nellessen, Präsident des 1. FC Lok Stendal. Der Fußball-Verbandsligist hatte gerade den Aufstieg in die fünfte Liga perfekt gemacht. Den letzten Schritt zu gehen, ist nicht immer ganz einfach. Das war gestern Nachmittag für 448 Zuschauer zu sehen.

Immerhin sahen sie, inklusive einer Party auf dem Platz nach der Partie, ein munteres Spielchen in der ersten Halbzeit. Da sahen sie fünf der acht Tore. In der Offensive drohte Lok allerdings zwischenzeitlich zu überdrehen. Stendal spielte ungewohnt oft lange Bälle oder verzettelte sich in Eins-gegen-Eins-Aktionen, statt, wie gewohnt, die Kugel schnell laufen zu lassen. Und defensiv ging es für Stendaler Verhältnisse fast zu wild zu.

Lok hatte früh vorlegt. Erst nutzte Benedikt Nellessen eine ungewollte Vorlage der Sangerhäuser zur 1:0-Führung aus, dann kombinierten Niclas Buschke und Nellessen stark, bis Lukas Breda problemlos einschob. Das 2:0 gab aber keine Sicherheit. Bei der Jagd nach dem dritten Treffer vernachlässigte Lok seine Abwehr. Beim 2:1 bekam keiner den Ball aus dem Strafraum, beim 2:2 legte Johannes Mahrhold unfreiwillig mit einer missglückten Rückgabe zu Torwart Bryan Giebichenstein vor. Die Halbzeit-Führung, allerdings per Strafstoß, war aufgrund der Stendaler Überlegenheit jedoch verdient. Buschke wurde gefoult, Franz Erdmann schoss locker ein. Lok-Trainer Sven Körner fand „die Art und Weise in der ersten Halbzeit nicht gut.“ „Dass müssen wir unbedingt verbessern“, dachte Körner schon an die Defensivleistung für Liga fünf.

Locker ging es in Durchgang zwei weiter. Buschke erhöhte mit dem ersten Angriff auf 4:2. Die nächste Nachlässigkeit zeigte sich dann beim 3:4 – der Freistoß der Sangerhäuser strich knapp an der Mauer vorbei. „Wir haben doofe Gegentore bekommen“, kommentierte Angreifer Benedikt Nellessen. Ein weiteres Mal waren die Gäste keine Nutznießer. Buschke verpasste noch sein zweites Tor, das fünfte fiel dann aber noch durch den kurz zuvor eingewechselten Vincent Kühn per Kopfball. In der Vorwärtsbewegung blieb das Lok-Spiel zu unpräzise, um einen noch höheren Erfolg erzielen zu können.

Doch das war egal. Der 28. Mai 2017 wird nicht als fußballerische Glanzleistung in die Fußball-Annalen eingehen, sondern als der Tag, als Lok den Oberliga-Aufstieg perfekt machte. In der fünften Liga wolle Lok dann laut Boss Ulrich Nellessen „eine gute Rolle spielen.“

• Tore: 1:0 Benedikt Nellessen (3.), 2:0 Lukas Breda (12.), 2:1 Florian Fuhrmann (19.), 2:2 Kevin-Eugenio Schäffner (30.), 3:2 Franz Erdmann (41./Strafstoß), 4:2 Niclas Buschke (48.), 4:3 Meik Rockstroh (53.), 5:3 Vincent Kühn (81.). Schiedsrichter: Scheibel (Calbe). Zuschauer: 448.

Von Benjamin Post

Oberliga wir  kommen: Lok Stendal macht Aufstieg perfekt

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