Jugendfußball: Lok-Nachwuchs kämpft nach Verbandsliga-Reform um Anschluss

Neue Herausforderungen

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Die U19 des 1. FC Lok Stendal zählt in dieser Saison nicht mehr zu den Spitzenmannschaften des Landes. Nach vier Spieltagen haben Nils Paucke (am Ball) und Co. gerade einmal einen Punkt eingefahren – die Folge von Liga-Reform und Doppelbelastung.

Stendal. Der 1. FC Lok Stendal stellt seit jeher das Flaggschiff der altmärkischen Fußball-Nachwuchsförderung. Egal in welcher Liga, egal in welcher Altersklasse: Die Mannschaften vom „Hölzchen“ bestimmen das Niveau und gelten als Hauptdestination der Talente aus der Region.

Wer in seinem Heimatklub herausragt, wählt in der Regel den 1. FC Lok, um den nächsten Schritt zu machen. In der aktuellen Saison büßen die höherklassigen Teams der Stendaler jedoch ihren gehobenen Status in Sachsen-Anhalt sukzessive ein. Der Grund: Die Verbandsliga-Reform des Landesverbands.

Um das Niveau in den höchsten Spielklassen wieder anzuheben, setzt der FSA seit diesem Sommer auf eingleisige Verbandsligen. Wo von der C- bis zur A-Jugend in den Vorjahren stets in Nord- und Südstaffeln unterteilt wurde, gibt es jetzt nur noch eine Verbandsliga für ganz Sachsen-Anhalt. Die logische Folge: Das zuletzt doch arg verwässerte Niveau ist gestiegen und sorgt für neue Herausforderungen. Aus der östlichen Altmark haben es überhaupt nur die Mannschaften des 1. FC Lok Stendal geschafft, sich für das neue Oberhaus zu qualifizieren. Der Osterburger FC und die Spielgemeinschaft Tangermünde hatten dieses Ziel in der Vorsaison deutlich verpasst.

Doch selbst die Stendaler haben nun – gut einen Monat nach Saisonstart – zu kämpfen, an die Ergebnisse vergangener Jahre anzuknüpfen. Bereits jetzt deutet sich speziell für den wichtigen U19-Jahrgang des Vereins eine harte Saison im Abstiegskampf an. Die A-Jugend, die unter Trainer Steffen Säger im Frühjahr 2017 noch um den Aufstieg in die Regionalliga gegen Erzgebirge Aue gespielt hatte, ist nach vier Spieltagen noch immer sieglos. Gerade einmal ein Zähler sprang für die Elf von Spielertrainer Simon Balliet heraus. Die Gründe dafür liegen aber nicht nur im gestiegenen Verbandsliga-Niveau. Ein Großteil des Kaders wird an den Wochenenden doppelt belastet, da die Herren-Reserve des Vereins sonst nicht mehr wettbewerbsfähig wäre. Die unschönen Folgen bekommt die wichtigste Nachwuchsmannschaft des Klubs bereits jetzt zu spüren.

Nur unwesentlich besser ergeht es der C-Jugend des 1. FC Lok. Auch sie scheint sich bei gerade einmal vier Zählern auf Abstiegskampf einstellen zu müssen. Eine schwache Chancenverwertung vorne, und eine zu hohe Fehlerquote hinten sind die Gründe. Einzig die B-Jugend hat sich bislang in der eingleisigen Verbandsliga behaupten können. Platz vier bei erst einer Niederlage kann sich sehen lassen.

Dennoch ist offensichtlich, dass die Nachwuchsarbeit der Stendaler vor großen Herausforderungen steht.

Von Tobias Haack

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